Neue Ausstellung mit Jochen Richter: „Amerika trifft Fischerhude“

Kunst, Trommeln und Indianergesänge

Für den Fischerhuder Künstler Jochen Richter gehören Trommeln und indianische Gesänge zum Begleitprogramm seiner Ottersberger Ausstellung. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Ottersberg (kr). Die Buchhandlung Froben in Ottersberg wartet derzeit mit einer ungewöhnlichen Ausstellung auf, die zwar Malerei in den Mittelpunkt stellt, darüber hinaus aber noch viele andere überaus ungewöhnliche Dinge zu bieten hat. „Amerika trifft Fischerhude“ so der Titel, den sich der Fischerhuder Künstler Jochen Richter ausgedacht hat und der zur Vernissage am vergangenen Freitag höchst interessiertes Publikum anlockte.

Gegenständliche Motive wie indianische Zeichen in Sepia, ein heulender Wolf wechseln sich ab mit norddeutschen Landschaften, blühenden Rapsfeldern oder eine Seebrücke an der Ostsee. Daneben das Fischerhuder Heimathaus Irmintraut und einige Abstraktionen in kräftigen Farben. Nicht gerahmte, lose Blätter zum stöbern komplettieren die Auswahl von Werken aus den vergangenen zehn Jahren, die zum großen Teil in einer Malgruppe im Mehrgenerationenhaus in Waffensen bei der Kunsttherapeutin Barbara Brockmann entstanden sind.

Der kräftige Pinselstrich, die gelungenen Proportionen und die manchmal mutige Farbwahl lassen erkennen, dass Richter sich gerne und intensiv mit Malerei beschäftigt. In seinen bürgerlichen Berufen war er schon Lehrer, Betriebswirt und ist der Öffentlichkeit bestens als „Käse-Jochen“ mit seinem Stand auf dem Fischerhuder Wochenmarkt bekannt. Der Wahl-Fischerhuder, der 1948 in Steinhausen bei Kulmbach geboren wurde, ließ es sich nicht nehmen, das Publikum selbst in seine Ausstellung einzuführen und fand einige erklärende Worte, bevor er zu Brockmann überleitete, die seinen Malstil als eigenwillig, sensibel und experimentierfreudig beschrieb. Die Bilder hätten immer einen direkten Bezug zu Erlebnissen, würden aber dem Betrachter Raum für eigene Interpretationen gaben.

Vielseitig, wie es der Lebensphilosophie Richters entspricht, beließ er es nicht dabei, seine Bilder zu zeigen: Im Galerieraum war ein riesiges Tipi aufgebaut, das umherflitzende Kinder sofort für sich eroberten. Rinderfelle lagen auf dem Boden, sie ersetzten Sitzgelegenheiten und unterstrichen die indianisch-nordamerikanische Ausrichtung der Veranstaltung. Richter griff zu einer Trommel und stimmte einen typischen, monotonen Gesang an, wie man ihn aus Indianerfilmen kennt. Der Klang der Trommel, mystisch, magisch und durchdringend, hatte das Publikum länger anhaltend in Trance versetzen können. Er ahmte den Herzschlag von Menschen unterschiedlichen Alters nach und drückte dabei seine eigene Faszination für die Kultur der Indianer, insbesondere der Navajos aus. Nachfolgend erzählte Richter von Begegnungen mit Indianern in Nordamerika und New Mexico, von ihren Lebensumständen und Traditionen, an denen viele Stämme bis heute festhalten, obwohl die USA das Urvolk ihres Landes auf ein Minimum reduziert haben, es bis heute diskriminieren und ausgrenzen.

Eine Tabak-Zeremonie, bei der das Rauchwerk keineswegs per Zigarette oder Pfeife inhaliert, sondern in einem Gefäß angezündet, bezog sich auf ein uraltes Kulturgut der Indianer, das bis heute existiert und gepflegt wird. Tabak wurde und wird von den Indianern zwar auch geraucht, dient aber bei vielen Anlässen als spirituelles Mittel.

Dazu erzählte Richter Geschichten vom stehenden Volk, womit der Wald gemeint war. Überlieferte Zaubersprüche, wie man das stehende Volk wieder zum Laufen bringt, gaben einen Einblick darin, was den Indianern die Nähe zur Natur als Lebensgrundlage und der respektvolle Umgang mit Tieren bedeutete, bevor der „Weiße Mann“ sie in enge Reservate drängte.

Die außergewöhnliche Ausstellung läuft bis zum 26. März und ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Buchhandlung Froben dem Publikum zugänglich. Das Begleitprogramm von Jochen Richter wird in ähnlicher Form jeweils am Freitag 16. Februar ab 15 Uhr, 23. Februar ab 17 Uhr und 2. März ab 15 Uhr wiederholt.

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