Mitreißendes Neujahrskonzert mit Gabriele Banko in Buthmanns Hof

Von Liebe, Lust und Leberwurst

Die aus Quakenbrück stammende Sängerin Gabriele Banko sorgte mit Chansons für einen stimmungsvollen Jahresauftakt in Fischerhude. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude. “Hör auf zu singen, du hast eine Stimme wie ein alter Trunkenbold, und wenn schon, dann sing was von Heino.“ Solche und ähnliche Aussprüche ihrer Großmutter ermunterten Gabriele Banko als Kind nicht, eine Gesangskarriere einzuschlagen. Sie hielten sie aber auch nicht davon ab und heute füllt sie mit ihrer tiefdunklen Altstimme locker große Konzertsäle. Am Neujahrstag brillierte sie, begleitet von Gero John (Violoncello) und Johannes Grundhoff (Klavier) mit einem heiteren Konzert beim traditionellen Neujahrskonzert der Freunde der Kammermusik Fischerhude/Quelkhorn und erweiterte ihre Fangemeinde.

Zum Jahresaustakt hatte das Trio ein Programm ausgewählt, das überwiegend aus klassischen Chansons bestand und offenbar den Publikumsgeschmack punktgenau getroffen hatte, was sich im anhaltenden Applaus wiederspiegelte. „Eins und eins, das macht zwei“ sang Banko als Hommage an Hildegard Knef und kam trotz ihres dunklen Timbres weniger herbe rüber, als die Knef seinerzeit.

Sie moderierte das Konzert selbst und plauderte in einer gewinnenden Art ein paar Geheimnisse aus ihrer Jugend aus. Wie alle jungen Mädchen hatte sie sich in ihrer Jugend mit Liebe und ihren Begleiterscheinungen beschäftigt, aber Küssen sei nicht ihre Sache gewesen. Sie fand das Austauschen von Spucke irgendwie unhygienisch. Mit feinsinnigem Humor analysierte sie diese Art von Zärtlichkeit, kam dann aber zu dem Schluss, dass es in Beziehungen quasi unvermeidlich sei und in langen Beziehungen oder gar Ehen hätten die Bakterienstämme der Münder sich wahrscheinlich aneinander gewöhnt.

„Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“ verlockte den Pianisten zu originellen Zwischenrufen, vor allem, als der Text vom Original abwich und sich inhaltlich mit dem beschäftigte, was Frauen alles tun, um schön zu sein und lange zu bleiben. Banko sang von Botox, Haarentfernung an intimen Stellen, gezupften Augenbrauen und Sonnenbrand im Solarium, was beim Publikum für Heiterkeit sorgte. Bei dem Song „Er war gerade 18 Jahr“, den die französische Künstlerin Dalida so unverwechselbar gesungen hat, blieb die in Quakenbrück geborene Sängerin allerdings auf Linie und überzeugte durch ihre Ausdruckskraft. Johannes Grundhoff steuerte danach lustige Verse bei, als er sich musikalisch an seine erste Liebe auf dem Schulhof erinnerte. Damals wollte er bei einer Mitschülerin mit einem Pausenbrot Eindruck schinden, was ihm aber nicht wirklich gelang. Das war wiederum das Stichwort für Banko, die als Kind Ferien bei ihrer Tante machte und die ihr als Proviant fürs Schwimmbad Leberwurstbrote mitgab. „Ich hasse Leberwurst“, ließ sie das Publikum wissen. Sie entledigte sich der Stullen und vergrub diese in ihrem Reisekoffer, wo sie bei Ferienende schimmelig und stinkend wieder zum Vorschein kamen. Dieses Leberwursttrauma würde bis heute andauern.

„Mein Freund der Baum“, das die früh verstorbene Sängerin Alexandra berühmt gemacht hat, ließ keinen Raum für Scherze. Dieser zu Herzen gehende Song erinnert stets an den Raubbau an der Natur und ist damals wie heute populär. Allerdings kehrte die Heiterkeit des Neujahrstages augenblicklich zurück, als die Wahl-Bremerin von einem italienischen Spaghetti Kavalier sang, der sie derart mit Pasta vollstopfte, bis sie ihr Gewicht verdreifacht hatte und er sie verließ, weil sie ihm zu dick geworden war. „So ein Mann, so ein Mann“, von Margot Werner setzte den Vormittag fort und gab Banko weitere Gelegenheit ihre höchst wandelbare Stimme zu Gehör zu bringen.

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