Martina Osmers und ihre Alpakaherde

Delfine der Weide

Martina Osmers und ihre Alpakas. Fotos: Tobias Woelki
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Oyten. Sie mag alle, egal ob Alice, Arielle oder Pocahontas. Die flauschigen Fellnasen mit ihren großen Kulleraugen sind ihr ans Herz gewachsen. Was sich anhört wie das Figurenkabinett aus Disney-World sind die Namen von Alpakas. Jenen, die auf dem Hof von Martina Osmers in Oyten leben.

2013 hat sich Osmers zunächst zwei Alpaka-Stuten zugelegt, kurz danach zwei Zuchthengste. Inzwischen zählt die Alpaka-Herde 17 Tiere. Damit haben 13 Alpakas das Licht der Welt in Oyten erblickt. „Von Disney inspiriert, haben alle Tiere in der Herde Namen aus diesen Filmen“, erklärt Osmers und schmunzelt dabei.

In diesen sieben Jahren hat sie nur zweimal eine Geburt direkt erlebt. „Das ist aufregend. Aber zu 99 Prozent braucht sich der Mensch um den Geburtsvorgang nicht kümmern. Das kriegen die Alpakas alleine hin“, meint Osmers. Nach der Geburt schaut der Tierarzt einmal vorbei und horcht die Lungen ab.

Inzwischen kennt sich Osmers mit Alpaka bestens aus. „In der Zeit von sechs bis 14 Uhr tritt der Geburtsvorgang bei Alpakas ein“, erklärt sie. Das scheint den Geschöpfen im Blut zu liegen. „Gleich in der ersten Stunde nach der Geburt versuchen die Neugeborenen auf die Beine zu kommen, um die Milch der Mutter zu trinken“, so die Alpaka-Freundin, die bei einer komplizierten Geburt Erste Hilfe leisten könnte. „Dazu habe ich eine Unterweisung bekommen. Im Ernstfall könnte ich, bis der Tierarzt eingetroffen ist, bei der Geburt unterstützen. Bisher ist das noch nicht notwendig gewesen“, so Osmers.

Elfeinhalb Monate dauert die Tragzeit bei Alpakas. „Das kann manchmal eine Geduldsprobe werden, bis sich das Junge ankündigt“, erinnert sie sich.

Bei Alpaka & Co. kümmert sich die gesamte weibliche Herde um die Jungtiere. Die vier Hengste sind von der Herde streng getrennt. „Schließlich möchte ich die Kontrolle über weiteren Nachwuchs behalten. Alpakastuten können nämlich das ganze Jahr über gedeckt werden, da sie ihren Eisprung erst bei dem Vorgang bekommen“, erklärt Osmers.

„Alpakas besitzen einen tollen Charakter und sind sehr sozial eingestellt. Sie spielen und hüpfen gerne herum, brauchen großen Auslauf und mögen Wasser. Mit dem Schlauch lassen sie sich gerne bis zum Kopf nass spritzen. Aber wehe, wenn Wasser die Wuschelfrisur nass macht. Das mögen sie gar nicht. Da sind sie etwas eitel.“

Einmal im Jahr kommt der Friseur. Im Frühjahr schert er den Tieren die Wolle vom Körper. „Von der Wolle kann man Garn und Seife herstellen. Das Fleisch gilt in den Anden, in der Schweiz und in Österreich als Delikatesse, aber nicht in Deutschland“, erklärt die Alpaka-Hüterin. Fellpflege betreiben die Tiere, in dem sie sich im Sand wälzen.

„Da Alpakas sensibel auf kranke Menschen reagieren und ihnen im Gegensatz zu anderen Tieren freiwillig nah kommen, gelten sie auch als ,Delfine der Weide’. In Gegenwart von Alpakas blühen Menschen mit einer Behinderung meist auf“, stellt Osmers fest.

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