Manfred Hartmann brachte Frauenfußball ins Rollen

Von belächelt bis bejubelt

Vor 50 Jahren brachte Manfred Hartmann Frauenfußball in Posthausen ins Rollen. Foto: Tobias Woelki
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Posthausen (woe). Anfangs belächelt, dann respektiert, schließlich etabliert und erfolgreich. Auch im Flecken Ottersberg rümpften die Herren die Nase, als die Damen ihr Recht einforderten, mit dem Frauenfußball zu starten. Als einer der ersten Sportvereine im Landkreis Verden stellte der TSV Posthausen eine Frauenmannschaft auf. Das ist nun 50 Jahre her.

Daran kann sich Manfred Hartmann noch gut erinnern, damals Vorsitzender des TSV Posthausen, der die erste Frauenmannschaft des Vereins auch trainierte. „Damals haben uns alle belächelt“, erinnert er sich. Als junger Erwachsener kam er 1958, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Schweden, wegen der Liebe nach Posthausen. Der begeisterte Fußballer trat 1960 dem TSV Posthausen bei und machte sich im selben Jahr als Kaufmann selbstständig. 1961 wählten die Mitglieder ihn zum Vorsitzenden. Bis 1975 trug Hartmann Verantwortung als Vorsitzender.

In seiner Amtszeit organisierte er 1970 die 50-Jahr-Feier des Sportvereins, gründete die Frauenmannschaft und setzte sich maßgeblich für den Bau der Turnhalle gegen den Widerstand mancher Posthausener Kommunalpolitiker ein, die den Bau mit großer Skepsis begegneten. „Bis dahin hatte Posthausen keine Halle. Aber mit dem Bau der Sporthalle erlebte der TSV einen Aufschwung“, konstatiert Hartmann.

Sein Herz schlug nicht nur für seine Frau, sondern auch für den Fußball. Er trainierte die Fußball-Herrenmannschaft und eine Jugendmannschaft. Über die Zeitung und Bekanntmachungen im Dorf durch einen öffentlichen Aufruf warb der TSV Posthausen für den Frauenfußball. Hartmann erinnert sich: „Manche sagten, das wird doch nichts. Andere äußerten sich sehr arrogant.“ Aber der damalige TSV-Vorsitzende blieb hartnäckig. „Im Frühjahr 1970 fanden sich 18 Mädchen auf dem Fußballplatz ein und wir starteten mit dem Training. In der Anfangszeit spielten wir Freundschaftsspiele gegen anderen Vereine. Als der Verband eine Liga gründete, meldeten wir unsere Frauenmannschaft am Punktspielbetrieb an. So trafen wir dann auf Vereine aus Achim, Langwedel, Badenermoor und Quelkhorn“, weiß Hartmann.

Nach zwei Jahren gewann der damalige Fußballtrainer Anni Warnke als Betreuerin. Vier Jahre lang begleitete Hartmann die Frauenfußball-Mannschaft, bis er sich aus beruflichen Gründen allmählich von seinen Ehrenämtern zurückzog. So wich mit den Jahren die Skepsis und bröckelten die Vorurteile immer mehr. In anderen Vereinen der Umgebung entdeckten immer mehr Frauen die Freude am Fußball. Den Ball ins Rollen gebracht hat Manfred Hartmann vor 50 Jahren.

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