Lilienthaler Kunstschau zeigt Kunstsammlung des NDR

Weite, Licht und Landschaft

Hans Adolf Cordes weiß: Die ausgestellte Sammlung des NDR ist aus künstlerischer Sicht repräsentativ für den Norden. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Lilienthal (kr). Es gibt Kunstsammler, die hüten ihre Schätze im Verborgenen. Sie besitzen Kostbarkeiten, die niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und dadurch mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Eine soziale Verpflichtung der Teilhabe von Kunstfreunden interessiert sie nicht. Es gibt aber auch Sammler, denen es wichtig ist, dass auch andere Menschen sich an den Werken erfreuen können – auch solche, die sich keine teuren Bilder leisten können.

Einer dieser Sammler ist der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg begann man im öffentlich-rechtlichen Sender, Kunst zu sammeln. So ist über die Jahre ein Bestand zusammengekommen, der immer wieder in speziellen Konzeptionen in vielbeachteten Ausstellungen gezeigt wird. Die Lilienthaler Kunststiftung Wümme-Wörpe-Hamme, gegründet von Hans-Adolf und Monika Cordes, hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem bedeutenden Forum für Malerei entwickelt. Sie zeigt bis zum 4. März 2018 mit 100 Gemälden von 100 Künstlern aus der Sammlung des NDR ihre große Herbst-Winter-Ausstellung. Diese Bilderschau wurde zuletzt im Schloss Bothmer, einem der europäischen Kulturdenkmäler, gezeigt.

Hans-Adolf Cordes gelang es, die Präsentation nach Lilienthal zu holen, wo sie in den großzügigen Räumen der Stiftung hervorragend zur Geltung kommt. Zur Eröffnung reiste Dr. Ludger Vielemeier, Leiter des Programmbereichs Hörfunk im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen, in Hannover an und brachte zahlreichen Kunstfreunden sozusagen das Tafelsilber des Senders nahe. Aus dem seit den 50er-Jahren erworbenen Bestand wurde Ende der 90er eine Kollektion mit dem Titel „Weite und Licht – Norddeutsche Landschaften“ ausgekoppelt, ergänzt und auf die Reise durch Ausstellungsorte im Sendegebiet geschickt.

Der NDR war der erste Sender, der auf diese Weise einen Teil seiner Kunst dem Publikum zugänglich gemacht hat. Stationen waren unter anderem die Kunsthalle Rostock, die Hamburger Handelskammer, das Landesmuseum Braunschweig und die Stadtgalerie Kiel. Die Bilder stammen aus der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Alle Formate, Stilrichtungen und Techniken sind vertreten. Kunstliebhaber sprechen von einem Spaziergang durch die Kunstgeschichte seit der Wende zum 20. Jahrhundert.

Das Spektrum der Künstler reicht von dem Worpsweder Fritz Mackensen, dem Fischerhuder und Alt-Worpsweder Otto Modersohn über die Hamburger Thomas Herbst und Friedrich Schaper bis zu Erich Heckel, Otto Pankok, Horst Janssen und Klaus Fußmann. Bei der Zusammenstellung der jeweiligen Präsentationen der Bilder geht es nicht darum, die norddeutschen Regionen proportional zu berücksichtigen. Vielmehr stehen Vielfalt und Qualität im Vordergrund. Spannungen und Kontraste sind dabei durchaus gewollt. Dennoch sind die Ausstellungsmacher des NDR und Kunststifter Hans-Adolf Cordes davon überzeugt, dass die Sammlung repräsentativ für das Sendegebiet zwischen Weserbergland und Usedom, zwischen Harz und Nordsee ist. Mit seinen Ausstellungen zeigt der NDR zum einen, was er hat – ein bisschen Stolz ist natürlich auch dabei. Zum anderen möchte er deutlich machen, dass er seinen Kulturauftrag über die Radio- und Fernsehprogramme hinaus wahrnimmt.

NDR-Intendant Lutz Marmor: „Mit der Ausstellung betont der Sender auch seine Wurzeln, seine enge Verbindung zu den Landschaften Norddeutschlands. Die Ausstellung Weite und Licht ist ein künstlerischer Ausdruck der Identität des Nordens – und somit des NDR.“ Und so können Ausstellungsbesucher Gemälde von Fritz Merwart von 1928 genießen, die romantische Heidelandschaften zeigen, einen einmaligen Hans am Ende sehen, der eine Brücke im Bürgerpark gemalt hat, sich an Paula Modersohn-Becker erinnern, die eine Landschaft unter Bäumen in einer Zeichnung dargestellt hat, oder Otto Pankok, der eine Düne mit Leuchtturm zu Papier brachte. Otto Modersohn und Fritz Overbeck sind mit Arbeiten vertreten und Franz Radziwills Weg ins Moor von 1931 zeigt den Landstrich Teufelsmoor so, wie er vielerorts heute noch ist.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonnabends von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr an der Lilienthaler Trupe 6 zu sehen.

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