Kunterbunt: internationales Frauenfest in Fischerhude

„Erfolgen nicht vertrauen“

Die Bauchtänzerinnen waren der Hingucker beim Internationalen Frauentag in Fischerhude. Foto: Elke Keppler-Rosenau
 ©

Fischerhude. Der internationale Frauentag hat in Fischerhude eine lange Tradition, die mit einem kunterbunten Fest am 8. März unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragten des Flecken Ottersbergs Marlies Meyer fortgesetzt wurde. Ein abwechslungsreiches Programm aus Tanz, Musik, Information und Entertainment, sowie einem historischen Dialog von Claudia Risch und Erika Janzon, sorgte dafür, dass in dem von Frauen voll besetzte Saal ausgelassene Stimmung herrschte.

Meyer erinnerte an das Jubiläum des Wahlrechts der Frauen, das es erst seit 100 Jahren gibt und stellte die Frage in den Raum, was es denn nun wirklich gebracht habe. Sie machte kritische Anmerkungen zu Arbeitssituationen, Bezahlung bei gleicher Arbeit, der Lage von Migrantinnen und dem Vergleich von Qualifikationen von Männern und Frauen in Berufen. Das Wahlrecht für Frauen, mühsam erkämpft, aber immer noch nicht wirklich in seinen Konsequenzen umgesetzt, müsse immer wieder auf den Prüfstand geholt werden. Als Gegenprogramm dazu sei in den vergangenen Jahren eine gesellschaftliche Strömung zu bemerken, die eine Rückkehr der Frauen zu Heim und Herd wünsche. Ein Unding, wie es hieß und man sei gespannt, wie sich die gesetzlich verankerte Regelung nach Gleichstellung in den kommenden Jahren weiter entwickeln würde. Ein Blick auf die vergangenen 100 Jahre und die kommenden Jahrzehnte bestärkte die Vermutung, dass Frauen, Frauenverbände und Frauenbeauftragte Erfolgen nicht vertrauen, sondern stetig weiter an der Manifestation und Umsetzung der Gesetze arbeiten sollten.

Nach der Vorstellung des Projektes zur Stärkung von Migrantinnen im ländlichen Raum, übernahm der Gitarrenchor der Landfrauen Ottersberg und Umgebung die musikalische Unterhaltung. Fröhliche Melodien durchschwebten Buthmanns Hof, die das Publikum mit großzügigem Applaus quittierte.

Elma Ringmann von der Gitarrengruppe nahm den Weltgebetstag zum Anlass, um zum Thema „Gottes Schöpfung Surinam, im Norden Südamerikas in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses Land, so referierte sie, sei ein Schmelztiegel der Religionen: Christen, Juden, Muslime, Buddhisten würden in dem eher winzigen Land eine laute und bunte Mischung von Kulturen ergeben. 550.000 Einwohner, die sich aus der ehemaligen Sklavenwirtschaft aus der ganzen Welt jetzt zu einer multikulturellen Gesellschaft zusammengefunden hätten. Ringmann informierte über die Geschichte des Landes, über ein anstrengendes Klima, über mehr und mehr abgeholzte Mangrovenwälder, über eine üppige Natur in der Pflanzen- und Tierwelt, aber auch über die Lebensbedingungen der Menschen, die für europäische Verhältnisse kaum denkbar seien.

Natürlich würden die Frauen dabei die Hauptlasten der Familien tragen. Um Geld zu verdienen, würden sie unter lebensgefährlichen Bedingungen in Minen arbeiten, die zum Beispiel für die Aluminiumherstellung notwendig seien. Armut, Hunger, Krankheiten würden damit einhergehen, eine Verbesserung sei für Generationen nicht in Sicht. Ringmann führte die Beispiele von europäischen Auswanderern wie die deutschen Herrnhuter oder niederländische Kolonisten an, die dem Land ihren Stempel aufgedrückt haben.

Mit der Bauchtanzgruppe aus Hemelingen unter der Leitung von Liane Andersen kam dann wieder Heiterkeit in den Saal. Zu orientalischer Musik wiegten sich Tänzerinnen im Takt, schwangen ihre Hüften und beeindruckten durch geschmeidige Körperbewegungen. Caroline Kebekus, Entertainerin aus dem Fernsehen, hinter der sich Cornelia Wolf-Becker verbarg, ermunterte die Frauen, sich in der von Männern dominierte Welt nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Mit langer Haarmähne, kurzem Minirock und rheinischem Dialekt sorgte sie für Kurzweil im Saal.

19.09.2018

Deutsche Meisterschaft Solo I-Lizenz

18.09.2018

Erntefest Sothel

16.09.2018

Erntefest Sottrum

16.09.2018

Erntefest Bötersen