Kunststudentin Sirin Özdin filmt Missstände im täglichen Leben

Projekt Gleichberechtigung

Marlies Meyer (links) und Sirin Özdin präsentierten einen Film über den tatsächlichen Stand der Gleichberechtigung. Foto: Elke Keppler-Roesenau
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Ottersberg (kr). Den Anstoß für ihr Filmprojekt gab der Kunststudentin Sirin Özdin ein Plakat an einer Ottersberger Autowaschanlage. Darauf posierten zwei halbnackte Frauen mit der lasziven Aufforderung „Wasch ihn mal wieder.“ Diesen „Alltagssexismus“ machte sie zum Thema ihres Films, den sie jüngst im Sitzungssaal des Rathauses präsentierte.

Denn Özdin wollte sich mit den aktuellen Zuständen nicht abfinden. Die junge Studentin der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) suchte das Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten des Fleckens, Marlies Meyer. Gemeinsam beratschlagten sie, wie mit dem „Ist-Stand“ umzugehen sei und wie hingenommene Normen aufgebrochen werden könnten. Jener Film ist das Ergebnis ihrer Überlegungen.

Im Publikum waren auch drei Männer zu entdecken, was die Gleichstellungsbeauftragte in ihrer Begrüßung hervorhob. Der Inhalt des Films, in dem Frauen aber auch Paare in ihrer häuslichen Umgebung gezeigt wurden, brachte es auf den Punkt: Tatsächliche Gleichberechtigung ist im 21. Jahrhundert noch nicht angekommen und die Gesellschaft verhindere, dass Frauen auf dem gleichen Level wie Männer leben können.

Darüber hinaus sei deutlicher Rückgang bezüglich der Gleichberechtigung durch den Zuzug von Migranten festzustellen, da in anderen Kulturen die Gleichberechtigung kaum gelebt und somit auch nicht an folgende Generationen weitergeben werde.

Özdin, die schon in der Ankündigung der Filmes verlauten ließ, dass ihr Film natürlich nicht repräsentativ sei, ließ in ihrem Werk die unterschiedlichsten Menschen zu Wort kommen, die alle verschiedene Auffassungen zum Thema hatten. Darunter auch junge Männer, die allerdings kein Problem mit der Gleichberechtigung hätten, sich aber auch keine Gedanken darüber machen würden.

Als Bonmot zum Thema richtete Meyer den Blick des Publikums auf einen eher kuriosen Umstand: Im Sitzungszimmer, in dem der Film gezeigt wurde, sind die Fotografien der Bundespräsidenten Deutschlands gehängt. Der Reihe nach von Theodor Heuss bis Frank Walter Steinmeier. Keine Frau ist darunter und wie die Gleichstellungsbeauftragte monierte, reiche es eben nicht, dass die Frauen der Staatsoberhäupter jeweils wichtige politische Zeichen gesetzt hätten, wie Elly Heuss-Knapp durch die Gründung des Müttergenesungswerkes oder Veronika Carstens in der Erforschung der Naturheilkunde und Komplimentärmedizin.

Wünschenswert wäre es in ihrenAugen, wenn in der Männerriege auch endlich mal eine Frau auftauchen würde, denn bei Beratungen, Besprechungen und Sitzungen stets diese beinahe mittelalterliche Rangordnung vor Augen zu haben, spräche für sich, so Meyer, die die Veranstaltung auch dafür nutzte, auf ihr Aufganfeld hinzuweisen.

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