Kitas aus drei Kirchenkreisen bilden sich fort

Was starke Kinder brauchen

Aufmerksame Zuhörer lauschten der gelernten Erzieherin und Sozialwissenschaftlerin Carola Behrend aus Berlin.
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Landkreis Verden (r/bb). Mehr als 200 Erzieherinnen aus 17 evangelischen Kindertagesstätten der Kirchenkreise Verden, Rotenburg und Osterholz-Scharmbeck trafen sich zu einer gemeinsamen Fortbildung, die der evangelisch-lutherische Kita-Verband Rotenburg-Verden organisiert hatte.

Darunter waren auch die Einrichtungen der St.-Christohporus-Gemeinde Ottersberg und der St.-Petri-Gemeinde Oyten. Im Haus Niedersachsen der Rotenburger Werke setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Thema Resilienz auseinander.

Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „resilience“ (Spannkraft, Elastizität) ab und bezeichnet die Fähigkeit, selbst in schwierigen Lebenskrisen und nach schweren Schicksalsschlägen wieder auf die Beine zu kommen. „Diese ,Widerstandsfähigkeit der Seele’ ìst ein relativ neues Forschungsgebiet“, klärt der Verband auf. Es untersuche, welche Faktoren ausschlaggebend seien und wie gefährdete Personen gezielt unterstützt werden können.

Das Ergebnis: „Resiliente Kinder rechnen mit dem Erfolg eigener Handlungen, gehen Problemsituationen aktiv an, nutzen eigene Ressourcen effektiv aus und können realistisch einschätzen, wann etwas für sie unbeeinflussbar und außerhalb ihrer Kontrolle ist“, so der Veranstalter.

Diese Kompetenz könnten alle Kinder erwerben, egal unter welchen Bedingungen sie aufwüchsen. Und diese Kompetenz könnten auch Erwachsene noch erwerben.

Die erste Überraschung für die Anwesenden der Fortbildung sei gleich zu Beginn von Carola Behrend gekommen. Die gelernte Erzieherin und Sozialwissenschaftlerin aus Berlin hielt den Impulsvortrag und erklärte sehr anschaulich mit vielen Beispielen aus ihrer eigenen Arbeit, dass eigentlich nicht die Kinder ängstlich wären, sondern die Erwachsenen.

Diese trauten sich nicht, die Kinder allein Erfahrungen sammeln oder allein Konflikte lösen zu lassen. „In vielen Erwachsenen steckt die Angst, nicht genug für ihre Kinder getan zu haben“, sagt Behrend und meint damit nicht nur Eltern, sondern auch Erzieherinnen und Erzieher, die den Tag der Kinder häufig sehr in engem Zeitkorsett getaktet hätten, um viele Elemente frühkindlicher Erziehung unterbringen zu können (Singen, Spielen, Basteln, Essen, Vorlesen, frische Luft und vieles mehr).

„Nur resiliente Teams können die Resilienz der Kinder fördern“, sagt Behrend und ermuntert die Anwesenden, mehr Ruhe in den Kita-Alltag einziehen zu lassen. „Nicht die Masse ist entscheidend,“ sagt sie und ermahnt: „Wir brauchen uns gesund.“

Im Anschluss an den Vortrag arbeiteten die Teilnehmenden in zwölf Workshops zu verschiedenen Aspekten des Themas, von denen mehrere auch den Bereich „Glauben“ miteinbezogen.

„Wir ziehen ein sehr positives Fazit aus dem Tag“, sagt Bettina Paul-Renken, die Pädagogische Leitung des Kita-Verbandes Rotenburg-Verden. Sie hatte die Veranstaltung federführend vorbereitet. Auch für sie ist es von großer Bedeutung, dass Resilienz nur gelingen kann, wenn es die Kita-Teams auch selber praktizieren. „Wir werden jetzt überlegen, wie wir das Gelernte gemeinsam mit den Teams umsetzen können.“

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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