Jochen Bertzbach bringt Buch über Wümme heraus

Von Enten und Aalen

Jochen Bertzbach blättert in seinem neuen Buch über Wümme, Aalfang und Pooljagd. Foto: Björn Blaak
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Fischerhude (bb). „Die Geschichte der Wümme ist auch die Geschichte der Fischerhuder“, schreibt Jochen Bertzbach im Vorwort seines neuen, inzwischen achten, Buches „Die Wümme – Lebens- und Naturraum der Fischerhuder“, das jetzt im ausgewählten Handel erhältlich ist.

„Die Wümme verlief in alter Zeit in einem Labyrinth aus vielen untereinander verbundenen Armen. Zwischen Ottersberg und Borgfeld war die Wümmeniederung ein kaum überschaubares Gewirr von Bächen, Gräben und Flüssen. Mehr als 80 Seitenarme, sogenannte Streeks, teilten das Tal netzartig auf“, beschreibt Berzbach die damaligen Gegebenheiten.

Er ergänzt: „Die Menschen lebten immer wieder mit Überschwemmungen, und die Nutzung und Bewirtschaftung der Wümmewiesen waren of schwierig und beschwerlich.“ Das Buch behandelt zwei ganz spezielle Aspekte jener Nutzung, die Pooljagd und den Aalfang.

Der Aalreichtum der Wümme war beachtlich und damals die wichtigste Einnahmequelle der Fischerhuder Bauern. Schon zur Zeit Karl des Großen werde von der Bedeutung des Aalfangs in der Wümme berichtet, heißt es in dem Buch. „Die Fischerhuder Bauern hatten ein spezielles Wissen über den Aalfang, wie den Zeitpunkt der Wanderung oder wie man Reusen und Hamen herstellt. Auch wird thematisiert, dass mit der Wümmeregulierung in den 1920er-Jahren der Fischreichtum verloren ging. Kritische Stimmen werden zitiert: „ Eine wundervolle Naturlandschaft mit reicher Tierwelt ist verdorben und hat einer von Menschenhand geformten Öde Platz machen müssen.“

Viele Fotos vermitteln einen Eindruck der großen Aalfangzeit in Fischerhude.

Der zweite Teil des Buches widmet sich der Pooljagd, deren Anfänge bis ins Mittelalter zurückreichen sollen. Sie war neben dem Aalfang eine wichtige Einnahmequelle und zunächst nur wohlhabenden Baumännern erlaubt. Beim Pool handelt es sich um überschwemmte Wiesenflächen, auf der sich die Jäger in kleinen getarnte Hütten auf die Lauer legten. Ihr Begehr: Wildenten. Um die zu fangen, banden sie zahme Stockenten als Lockenten an ein Stück Holz, sodass diese nicht wegfliegen konnten, aber die Wildenten anlockten. Gefangen wurden die Wildenten dann mit Netzen. Die Pooljagd, die es nur in Fischerhude gibt, wird auch heute noch „nach altem verbrieften Recht“ ausgeübt, so Bertzbach. Auch zur Entenjagd hat der Autor viele Fotos zusammengetragen, die meistens aus dem Archiv Fischerhude stammen.

• „Die Wümme“ ist für zehn Euro bei Froben in Ottersberg, Brünings Scheune und dem Dorfbuchladen in Fischerhude sowie Hahnenfeld in Quelkhorn erhältlich.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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