Im Ortskern: Ein weiteres historisches Gebäude muss weichen

Das Haus des Bürgermeisters

Das Gasthaus Giese in alten Zeiten. Die beiden Schaukästen am Eingang zeigen nicht etwa die Preise für Bier und Korn. Hier befanden sich vielmehr die öffentlichen Bekanntmachungen der Gemeinde. Da es noch kein Rathaus gab, wurden sie am privaten Domizil des Bürgermeisters angebracht.
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Ottersberg (r/bb). Noch immer sprechen Menschen in Ottersberg vom Schlecker-Markt, wenn vom Haus an der Ecke Lange Straße / Am Damm die Rede ist. In der Tat war der Drogerie-Discounter von 1988 bis zur Insolvenz 2012 ein beliebtes Geschäft im Flecken. Danach gab es dort Arztpraxen und zuletzt eine Geschäftsstelle des Bunds der Pfadfinder. Die oberen Räume hatte die Gemeinde, seit 2006 Eigentümerin des Gebäudes, als Mietwohnungen vergeben. Bald wird das Haus abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Ältere Dorfbewohner kennen noch den Niedersachsen-Hof, eine der damals noch zahlreichen Gaststätten im Ort. Davor trank man sein Bier in der „Gastwirtschaft und Ausspann bei Conrad Giese“. Die Gieses erlangten 1894 eine gewisse Prominenz, weil sie bis 1932 den Ottersberger Bürgermeister stellten. Nach Conrad Giese übernahm 1922 dessen Sohn Ludwig das Amt. Bereits 1852 war deren Vorfahr Ludwig Wilhelm Giese durch Heirat der Besitzer dieser Stelle geworden.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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