Historischer Kalender zeigt Ottersberg in den 1950er-Jahren

Zum Abschluss aus der Luft

Der neue Kalender ist fertig u2013 und dieses Mal ist er "luftig": Günther Wiggers (links) und Fritz Bartels geben einen ersten Einblick in ihr neues Werk. Foto: Tausendfreund
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VON JUDITH TAUSENDFREUND

Ottersberg – Der nun fertiggestellte Kalender „Ottersberg von oben“ wird vermutlich der letzte sein, den Günther Wiggers, Ottersberger Heimathistoriker, Publizist und Bundesverdienstkreuzträger gemeinsam mit Fritz Bartels, Leiter der Geschichtswerkstatt, fertiggestellt hat. „Ich bin nun 95 Jahre alt und möchte etwas weniger an Verantwortung auf mich nehmen“, berichtet Wiggers.

Er werde sicher auch weiter zu Verfügung stehen, wenn es Fragen zum Thema gibt, versichert er aber schnell. Seit 2004 ist unter seiner Regie und in Zusammenarbeit mit dem Ottersberger Kulturverein ohne Unterbrechung jedes Jahr ein neuer Kalender erschienen. Insgesamt 5000 Exemplare wurden bereits verkauft – bislang waren alle mit Bildern aus dem Bestand von Wiggers gedruckt. „Ich habe 6000 alte Bilder und sicherlich schon 100 Vorträge gehalten“, berichtet er.

Der Kalender für 2023 ist die 20. Auflage. Diesmal zeigt der großformatige Fotokalender historische Luftaufnahmen von Straßen und Häusern aus Ottersberg, überwiegend sind diese im Jahr 1956 entstanden. Ein Foto ist aus dem Jahr 2011 und zeigt den Ottersberger Bahnhof.

Das Titelfoto bildet die Ortsmitte ab, im Zentrum sind das Pfarrhaus, die Kirche und das Kaufhaus Kortlang, heute Rewe. Auch der Turm zum Feuerwehrgerätehaus ist zu sehen.

Zum ersten Mal haben die beiden Initiatoren keine Fotos aus der Sammlung von Wiggers genutzt, sondern das Bildmaterial käuflich erworben. Spannend sind die Fotografien dabei allemal: „Man sieht zum Beispiel sehr gut, dass damals alle Häuser mit einem eigenen Garten ausgestattet waren“, erläutert Bartels. Elf Jahre nach dem Kriegsende bauten die Menschen gerne noch einiges im Garten an, „man rüstete sich für schlechte Zeiten“.

Auch seien einige noch Selbstversorger gewesen, selbst das ein oder andere Schwein wurde zu diesen Zeiten noch gehalten. Erst später habe sich das geändert und viele Gärten wurden umgenutzt.

Die Kalenderblätter zeigen alle wesentlichen Gebäude aus dem Otterstedt der damaligen Zeit. Ein einzelnes Foto, es ziert den Monat Juli, ist etwas unscharf. „Wir wollten es dennoch gerne berücksichtigen“, so Bartels, denn es zeige unter anderem den Wümmeverlauf. „Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit der Qualität“, betonte er. „Interessant ist es immer dann, wenn man erkennen kann, was sich alles verändert hat“, meint Wiggers.

Die Auflage der Kalender, die stets mit der Kalender-Manufaktur Verden, einem Unternehmen im „Haus der Werbung“, umgesetzt wurde, ist in den vergangenen Jahren stets gestiegen. „Wir haben mit 250 Exemplaren angefangen, aktuell sind es 300“, freut sich Wiggers. Sollte die Nachfrage größer sein, sind sie vorbereitet: „Wir können jederzeit weitere Exemplare drucken lassen“, betont Bartels.

Die Kalender sind bereits an den Verkaufsstellen angekommen, der Erwerb kann also starten. Der Verkaufspreis beträgt 19,90 Euro. Interessierte erhalten den Kalender bei der Buchhandlung Froben, bei der Volksbank Ottersberg, bei der Kreissparkasse Ottersberg und direkt bei Günther Wiggers (04205/1455).

„Am Sonntag, 9. Oktober, ist hier im Rektorhaus ein Tag der offenen Tür geplant, da werden wir den Kalender ebenfalls verkaufen“, lädt Bartels ein.

Auch auf dem Ottersberger Markt soll es einen Stand geben. „Wir wollen die Menschen erreichen, die den Kalender bisher noch nicht kannten“, so Bartels, der sich sicher ist, dass die 300 Exemplare recht schnell verkauft sein werden.

Trotz der guten Resonanz will auch er im kommenden Jahr mal eine Pause einlegen. „20 Jahre, das ist eine lange Zeit, vielleicht machen wir mal etwas ganz anderes, etwa eine Ausstellung“, überlegt er.

Dort könnten die beiden dann Bilder nutzen, die schon einmal in einem der Kalender gezeigt wurden und daneben aktuelle Fotos stellen, die dann einen direkten Vergleich ermöglichen – „aber noch sind dies lediglich Ideen“, so Bartels abschließend.

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