Hintmann-Bildersammlung in Buthmanns Hof überrascht

Die Unbekannten

Wolf-Dietmar Stock zeigt eines der Bilder aus der Sammlung von Karl-Günther Hintmann. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude (kr). Noch bis zum 21. Juni haben Kunstfreunde Gelegenheit, in der Galerie des Fischerhuder Kunstvereins im Buthmanns Hof eine besondere Ausstellung anzusehen. Gezeigt werden besondere Stücke der bekannten Hintmann-Sammlung. Das Besondere ist, dass diese private Sammlung der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich ist. Die ungewöhnliche Bilderschau läuft unter dem Titel „Was mir gefiel“. Zur Verfügung gestellt hat die Bilder der Kunstsammler Karl-Günther Hintmann.

Die Ausstellung im Buthmanns Hof wurde ihm vom Kunstverein zu seinem 75. Geburtstag gewidmet und hat schon zur Eröffnung im Januar viel Publikum angezogen. Obwohl die umfangreiche Sammlung sein Privatbesitz ist, gilt er als großzügiger Leihgeber, der gerne aushilft, um Bilderschauen zu komplettieren. Öffnet er seine Schatztruhe, so können Kunstfreunde sich darin wie im Märchen fühlen. Allein die Werke von Berta Schilling lösen eine Faszination aus, denen sich kein Betrachter entziehen kann. Hintmann ist nicht nur Kunstliebhaber, -kenner und auch -sammler, er ist zudem Jäger. Er kennt sich aus in Auktionshäusern, findet heraus, wo aus Nachlässen Bilder zur Position angeboten werden, die in seine Sammlung passen könnten, um sie letztlich zu bereichern.

Dabei ist er überaus wählerisch, aber auch bereit, einen guten Preis zu zahlen, wenn es Bilder zu erstehen gilt, die ihm gefallen. Ein spannendes Unterfangen, das bis heute immer wieder viele Überraschungen in sich birgt.

Inspiriert wurde er von seinem Großvater in Bad Bramstedt, der den Grundstein zur Sammlung legte und damit eine Familientradition begründete. „Ich habe das Glück gehabt, von Kindheit an zu erfahren, welche Bereicherung die Wahrnehmung und die Auseinandersetzung mit Kunst für das Leben im Alltag bedeutet. Ich selbst bin nicht Maler, sondern Betrachter und Sammler, also auch Bewahrer. Kunst ist ein Teil meines Lebens und war immer Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit“, sagt Hintmann.

Ausgedehnte Besuche in Kunsthallen und Ausstellungen schärften seine Wahrnehmung und sein Kunstverständnis. Gemälde ist für ihn eben nicht gleich Gemälde und dies stilsicher zu erkennen, darin hat Hintmann seine Sinne über viele Jahrzehnte geschärft.

Vergangene Woche führte er zusammen mit dem Vorsitzenden des Fischerhuder Kunstvereins, Wolf-Dietmar Stock, in ganz kleinem Kreis durch die Ausstellung in Buthmanns Hof und erklärte Landschaften, Tierbilder von Kurt Glauber und dörfliche Ansichten von Rudolf Franz Hartogh. Ein Bootsschuppen in Öl auf Leinwand von Wilhelm Heinrich Rohmeyer aus dem Jahre 1905 zeigt eine typische Landschaftsstudie von Fischerhude, wie sie heute kaum noch zu finden ist. Die komponierten Farben setzen sich in Harmonie mit dem Fluss und den dahinter liegenden Wiesen. Der krähende Hahn vor seinem Hühnerstall entstand um 1930 und wurde von Glauber sehr lebensnah dargestellt.

Großformatige Landschaftsstudien in leuchtenden Farben üben eine Faszination aus, die die Sammelleidenschaft von Hintmann erklärlich werden lässt.

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