Grasdorf: Anwohner beklagen zunehmenden Straßenlärm

Vielstimmiger Hilferuf

Auf der Kreisstraße 9 in Grasdorf geht es nur noch am Sonntagmorgen so ruhig zu. Ansonsten, so die Anwohner, sorgen dort zunehmend mehr Fahrzeuge für unzumutbaren Lärm. Foto: Sünje Lou00ebs
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Grasdorf (sl). Auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ortsrates Posthausen im Schützenhaus Grasdorf stand unter Tagesordnungspunkt drei: „Verkehrssituation auf der Kreisstraße 9 in Ottersberg-Grasdorf“. Was dort nüchtern klang, brachte an jenem Abend eine ganze Menge Emotionen mit sich.

Wütende Bürger hatten im Vorfeld einen Hilferuf an verschiedene Stellen geschickt, um sich über den Lärm zu beschweren. Gemeinde, Ortsrat und auch die Verwaltung im Landkreis Verden wurden von den lärmgeplagten Bürgern angeschrieben, weil den Anwohnern der Lärm des Straßenverkehrs mittlerweile unerträglich geworden ist. Der Grasdorfer Schul-damm liegt im Autobahndreieck zwischen A1 und A27. Neben dem vermehrten Verkehrsaufkommen durch die Kundschaft und die Anlieferungen eines großen Einkaufszentrums, an das sich die Anwohner in den vergangenen Jahren gewöhnt haben, käme nun auch noch ein stetig steigendes Lkw-Aufkommen als Belastung dazu. Viele Lastkraftfahrer würden die Straßen als Umgehung des häufig verstopften Bremer Kreuzes nutzen, Zeit- und Mautersparnis führten zu einer enormen Belastung von Straßen und Anwohnern. Eine Straße sei mittlerweile für den Schwerlastverkehr gesperrt worden, weil der Untergrund den Belastungen nicht mehr standhalte.

Ganz besonders nachts würden die geplagten Anwohner unter dem Lärm der Kraftfahrzeuge leiden. Die immer wieder absinkenden Gullydeckel, die hochspringen würden, wenn sie überfahren werden, vervielfachten den Geräuschpegel. „Wir können nachts die Achsen der Lkws zählen, ab 5 Uhr früh schläft hier niemand mehr“, sagte Mathias Kummer, Initiator des Beschwerdebriefes, der breite Unterstützung bei den Anwohner fand.

Die politisch Verantwortlichen ihrerseits fühlen sich ebenfalls ungehört und ignoriert, und zwar von den Kollegen in Verden, die zuständig wären, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Maßnahmen müssten also in Verden beschlossen und auch, und das sei das Problem, bezahlt werden. Der Ortsrat ist dieser Tage schon dankbar, dass den Anwohner eine geplante Umleitung erspart bleibt, die der Kreis Verden immer mal wieder anstrebt, bisher aber immer mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken aufgrund von Straßenbreite und Straßenübergängen für Radfahrer und Fußgänger abgewandt werden konnte.

Möglichkeiten, die Lärmsituation erträglicher zu gestalten, gäbe es einige, wie die Bürger ausführten: Die Einrichtung eines festen Blitzers in Kombination mit einer Vorverlegung der 70-Stundenkilometer-Zone, damit der Lärm des Bremsens schon außerhalb des Ortes verursacht werden würde, verkehrsberuhigende Maßnahmen, die die Durchfahrt für die schweren Lkw weniger attraktiv machen würde, Beleuchtung die auch nachts eingeschaltet bleibt, auch eine Sperrung der Straße für die ganz großen Laster, alles seien Optionen, die umgesetzt werden könnten, um die Anwohner zu schonen, doch Vorort sehe man sich den föderalen Strukturen hilflos ausgeliefert, so der Tenor.

Zwar wolle man sich für einen Blitzer und einen Kreisverkehr am Ortseingang in Richtung Langwedel sowie eine Lärmmessung ab 22 Uhr starkmachen, doch für weiterreichende Maßnahmen sieht die lokale Politik wenig Chancen: „Den Kreisverkehr hat Ortsbürgermeister Reiner Sterna bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen, war damit aber in Verden abgeblitzt“, heißt es seitens der Verwaltung. Manche Bürger sehen dieses Abblitzen im Zusammenhang einer, ihrer Meinung nach, geplanten Giftmülldeponie: „Man will sich wohl das eigene Projekt da nicht erschweren“, so die Anwohner. Der Ball läge demnach in der Verdener Hälfte, und angesichts der von den Anwohnern ins Gespräch gebrachten kommenden Infrastrukturprojekte, wie das Lager eines großen Online-Händlers in Achim oder eines „Frischecenters“ in Stuckenborstel, scheine die Zeit reif für ein umfassendes Lärmschutz- und Verkehrskonzept seitens des Landkreises, „sonst kommen wohl auf noch viel mehr Bürger der Fleckens Ottersberg laute und schlaflose Zeiten zu“, hieß es aus den Zuschauerrängen.

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