Geringe Resonanz in Fischerhude

Fest in Frauenhand

Brigitte Borchers sorgte am Internationalen Frauentag in Fischerhude für Stimmung. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude (kr). Der Weltfrauentag am 8. März im Fischerhuder Buthmanns Hof hat Tradition. In diesem Jahr ließ sich allerdings nur eine verhaltene Resonanz feststellen. Marlies Meyer, Gleichstellungsbeauftragte des Flecken Ottersberg, als Gastgeberin und Organisatorin hatte ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt, das ganz auf die Interessen von Frauen zugeschnitten war: Ein bisschen Musik, ein bisschen Kunst, ein bisschen Tanz, dazu Unterhaltung und gegenseitiges Kennenlernen waren die Inhalte des Abends.

Brigitte Borchers, ehemaliges Mitglied des Duos „Hin und weg“ sowie langjährige Gleichstellungsbeauftragte, spielte Handharmonika und amüsierte die Anwesenden mit aufmüpfigen Liedern, darunter der uralte Song von Cläre Waldorf „Raus mit den Männern aus dem Landtag“, der im Berlin der 1920er-Jahre für Furore gesorgt hatte und seither immer wieder aufpoliert wird.

Meyer erinnerte in ihrer Ansprache an die Anfänge des Internationalen Frauentages, der in osteuropäischen Ländern und auch in Russland viel größer als hierzulande gefeiert werde: Initiiert wurde er 1911 durch Clara Zetkin und traf bei Millionen von Frauen in Dänemark, der Schweiz, USA und in Deutschland auf viel Interesse. Wie Meyer sagte, seien die zentralen Forderungen der Frauen von damals an Politik und Gesellschaft bis heute aktuell geblieben: Der Kampf gegen Gewalt, Hunger Vertreibung und Flucht sowie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe, Arbeitsschutz auch für Frauen und Kinder in sogenannten Billiglohnländern, ausreichenden finanzielle Absicherung von alleinerziehenden Müttern, gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung und gleiche Karrierechancen bei gleicher Qualifikation müssten heute selbstverständlich sein.

„Ich finde es schon bitter, dass unsere Forderungen immer noch dieselben sind, wie vor 100 Jahren“, resümierte die Gleichstellungsbeauftragte. Zwar sei in den vergangenen 100 Jahren auch viel erreicht worden, Frauen dürften heute ihr Geld selbst verwalten, seit 1962 ein eigenes Konto haben, seit 1977 ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten und angeblich gäbe es seit 1980 gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Allerdings sähe die Praxis anders aus. Die Altersarmut sei weiblich und bis vor wenigen Monaten war es in Deutschland noch legal, Frauen unter den Rock zu fotografieren. Meyer setzte die Liste der Beispiele fort und erntete von den Anwesenden dafür zustimmendes Kopfnicken und Beifall.

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