Gerd Geiser wirft einen satirischen Blick auf Corona

Zwei Meter

Gerd Geiser macht sich satirische Gedanken über die Zeit mit Corona. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Horstedt (kr). Die Pandemie hat Deutschland fest im Griff und die Auswirkungen werden noch lange zu spüren sein. Bevor die Politik ein Machtwort gesprochen und verbindliche Regeln aufgestellt hat, herrschte ein Chaos im öffentlichen Leben, das bei den Menschen seltsame Verhaltensweisen hervorrief. Manche wollten partout noch reisen und weigerten sich, ihre Urlaubsorte zu verlassen. Andere tätigten Hamsterkäufe, die eine ganz spezielle Dynamik annahmen und vieles mehr. Der Horstedter Satiriker und Hausdichter des Ottersberger Kulturvereins Kukuc, Gerd Geiser, macht sich über die Pandemie mit Namen Corona seine ganz eigenen Gedanken:

Eigentlich wollte ich mit meiner Frau die Osterwoche auf der Insel Baltrum verbringen. Sie ist die Kleinste an der ostfriesischen Küste. Also nicht meine Frau, sondern die Insel. Da aber Baltrum regelmäßig während der Osterzeit von einer Touristenwelle überflutet wird, war ein Sicherheitsabstand von zwei Metern zum nächsten Mittouristen auf dem kleinen Eiland nicht mehr gewährleistet. Baltrum wurde geschlossen, Frau Geiser ihres Kurzurlaubs beraubt. Wie sollte nun mit der Situation umgegangen werden? Das Reiseverbot hatte die ersehnte Entspannung zunichtegemacht.

So muss die Woche über Ostern zu zweit verbracht werden. Das hieß zunächst, die Haushaltsvorräte aufzustocken und die Dinge des täglichen Bedarfs auf zwei Personen auszurichten. Klar war, dass so ein so ein Corona-Virus gerade noch einen Meter neunundneunzig überbrückt und ab zwei Metern Distanz ins Leere taumelt. Für mich ein dringender Anlass, den Innenraum meines SUV zu vermessen, wobei ich erfreut feststellte, dass das Fahrzeug sich als Corona abwehrtauglich erwies. Meine Frau und ich hatten nämlich beschlossen, die unverhoffte Nähe für die nächste Zeit auf zwei Meter zu strecken, um wenigstens voreinander sicher zu sein. Die anschließende Einkaufsbeute beschränkte sich dann allerdings auf eine Palette Dosensuppen. Nudeln und Reis lagen in den Einkaufswagen der anderen Großkunden. Die Erregtheit meiner Frau darüber, kein Toilettenpapier mehr vorzufinden, glättete sich, als ich ihr in Erinnerung rief, es gäbe ja Zeitungen und darüber besäße er ein Online-Abo einer großen Wochenzeitschrift. Das Unbehagen meiner Frau darüber, dass eine nicht artgerechte Benutzung des Laptops Spuren im Internet hinterlassen würde, konnte ihr leider nicht genommen werden. Und dann fehlte bei der Zubereitung des Mittagsmahls auch noch der Dosenöffner. Wir saßen uns am Mittagstisch gegenüber, zerkauten die von Silvester übrig gebliebenen Erdnussflips und erzielten Einigkeit darüber, was den Einkauf betraf, in den kommenden Tagen besonnener vorzugehen. Ich aktivierte die Weckfunktion meines Handys und hielt vier Uhr für angemessen, um bei der Öffnung des Supermarktes nicht der Letzte in der Schlange zu sein. Meine Frau würde nicht gestört werden, denn mein zukünftiges Nachtlager sollte auf unbestimmte Zeit die Wohnzimmercouch werden. Nach der Rückkehr der Einkaufsfahrt fragte ich sie, ob ich mich nun rein vorsorglich mal testen lassen sollte. Meine Gattin begutachtete den mitgebrachten Kofferrauminhalt und meinte, ein Intelligenztest könne in der Tat nicht schaden. Die Fahrten mit dem SUV wurden dann so weit wie möglich eingeschränkt. Dafür hält nun täglich ein Lieferwagen mit Frachtgut vor dem Haus.“

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