George Nussbaumer und Richard Wester begeistern - Von Elke Keppler-Rosenau

Blues in Benkel

George Nussbaumer (links) und Richard Wester sind auf Eschels Hoff in Benkel gern gesehene Gäste. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Benkel. Eigentlich geht es ruhig und beschaulich zu auf Eschels Hoff in Benkel. Die ländlicher Idylle überwiegt. Nicht so am als jüngst das Musiker-Duo George Nussbaumer und Richard Wester in dem historischen Bauernhaus von 1648 konzertierten. Wegen des kühlen Wetters hatten die Gastgeber Claudia Sulzberger und Ulrich Schmied die zur Kunstgalerie umfunktionierte Tenne ausgeräumt und so konnte die Darbietung des Duos George Nussbaumer und Richard Wester in gemütlicher, beinahe intimer Atmosphäre stattfinden.

Beide Musiker knüpften an ein Konzert von vor zwei Jahren an, das im Freien unter dem alten Kirschbaum an einem lauen Sommerabend vor einem restlos begeisterten Publikum stattfand. Auch in diesem Jahr benötigten die beiden bestens aufeinander eingespielten und sich ergänzenden Musiker kein Warm-up. Es genügte der erste Song mit der umwerfenden Stimme von George Nussbaumer und die Zwerchfell streichelnde instrumentale Begleitung von Richard Wester, damit das Publikum sich genießend zurücklehnte.

Nussbaumer, von Geburt an blind, wird zu Recht als die schwärzeste Stimme Österreichs bezeichnet, sein Groove geht ins Herz und berührt die Seele eines Zuhörers tief.

Ganz hingegeben an den jeweiligen Song singt er überwiegend englische, aber auch französische Texte und hat in seinem Repertoire auch mundsprachliche Dialektlieder seiner Heimat. Mit dem Stück „Weil’s dr guat got“ nahm er 1996 am Europäischen Songcontest teil und erlangte mit dem zehnten Platz internationale Berühmtheit.

Auf Eschels Hoff war deutlich zu spüren, wie sehr er sich mit seinen Songs identifiziert und er unterstreicht das mit virtuosem Spiel am E-Piano. Seine mächtige Stimme, die von einem enormen Resonanzkörper getragen wird, vereint nicht nur Blues Soul und Groove, sie scheint ihn neu erfunden zu haben. Der Applaus auf Eschels Hoff wie in großen Konzertsälen im Programm von Größen wie Joe Cocker gibt ihm recht. Nussbaumer hat zahlreiche Singles und Alben veröffentlicht, ist Pianist und Sänger, Sprecher und Moderator gleichzeitig, Träger zahlreicher Musikpreise.

In Wester hat der Österreicher aus Dornbirn einen idealen Partner gefunden. Miteinander laufen beide zur Hochform auf, lassen sich in ihrem eigenen Stil viel Spielraum, singen und spielen solo, finden nahtlos wieder zueinander, wobei auch die Stimme von Wester umwerfend ist. Ob auf dem Saxofon, an der Flöte oder mit markanten Kleininstrumenten – dem Publikum wurde ein Feuerwerk aus musikalischen Leckerbissen geboten. Power und Spielfreude wurde mit hörenswerten Texten in Einklang gebracht, wobei verschiedene Songs aus der neuen CD „Something special“ interpretiert wurden.

Auch Wester begleiten in seiner Musikerkarriere berühmte Namen wie Stefan Waggershausen, Hannes Wader, Reinhard Mey und Ulla Meinecke. Er spielt in verschiedenen Duos, tritt als vielseitiger Bandmusiker auf und ist mit seiner eindrucksvollen Stimme gefragter Gastmoderator bei Rundfunksendern.

Mit diesem Konzert servierten Sulzberger und Schmied Freunden des Eschels Hoff einen musikalischen Leckerbissen, den man nicht alle Tage zu hören bekommt – schon gar nicht in Benkel.

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