Fotograf Bernd Hägermann stellt in Fischerhude aus

Kunst im Giebel

Auch dieses Foto stellt Bernd Hägermann im Giebel von Buthmanns Hof aus.Foto: Bernd Hägermann
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Fischerhude (kr). „Twischentied“ hat der Bremer Fotograf und Journalist Bernd Hägermann eine Bilderschau benannt, die der Fischerhuder Kunstverein im Buthmanns Hof ab dem morgigen Sonntag, 13. Januar, parallel zur großen Kunstausstellung Fischerhuder und Niddener Malerinnen (siehe Seite 15) präsentiert. Während den Damen ein Forum im großen Galerieraum im ersten Stock eingeräumt wird, ist Hägermann die kleine, feine Galerie im Giebel vorbehalten.

Rund 30 schwarz-weiße Momentaufnahmen in unterschiedlichen Formaten beinhalten ausschließlich Eindrücke aus Fischerhude. Wer nun gefällige Bilder vom historischen Maler- und Bauerndorf an der Wümme erwartet, sozusagen typische Postkartenmotive, sieht sich angenehm überrascht. Bei den Exponaten handelt es sich eher um Schnappschüsse, um Blickwinkel, die das alltägliche Leben in Fischerhude im Jahr 2018 spiegeln, um Sichtweisen, die eigentlich besonders sind, aber dennoch einen großen künstlerischen Anspruch haben: Eine Katze schleicht in geduckter Haltung über Kopfsteinpflaster. Sie scheint irgendetwas anzupirschen, das dem Bildbetrachter verborgen bleibt. Die gleiche Samtpfote sitz entspannt auf dem Geländer zum Zugang zur ehemaligen Wassermühle. Ist sie die Herrscherin über dieses, jetzt unter Denkmalschutz stehende Gebäude? Willig lässt sie sich von einer jungen Frau streicheln, die durch die Anwesenheit des Fotografen ein wenig überrascht aussieht.

Der Schuster in der Schusterstraße schaut nicht weniger überrascht, als er bei der Arbeit fotografiert wird. Inmitten seiner Arbeitsgeräte, angetan mit der typischen Schürze, scheint er aus der Zeit gefallen zu sein, denn sein Handwerk findet man nur noch selten. Er ist ein Original, wie es solche nur noch selten, oder eben in Fischerhude gibt.

Ein großes Thema war und ist im Ort das Wasser. In früheren Zeiten war es für die Menschen beherrschend, weil sich an die 100 Wümmezuläufe durch das Dorf schlängelten, die überwiegend schiffbar waren. Heute haben die Menschen das Wasser gezähmt. Gerade mal drei Flussläufe sind übrig geblieben und dennoch ist das Wasser allgegenwärtig. Es findet in Hägermanns Ausstellung Eingang in interessanten Fotografien, die ein sicheres Auge für Feinheiten in der Natur beweisen. Da sprudelt das Wasser der Wümme, wie man es einem reißenden Fluss zuschreiben wollte, was die Wümme, seit ihrer Renaturierung, nicht mehr ist. Da sind Steine am Uferrand, die in schwarz-weiß beinahe abstrakt wirken und unter die sich eine Ente gemischt hat, die erst auf den zweiten Blick als solche zu erkennen ist.

Eiskristalle formen eine Struktur, als habe sich ein moderner Künstler sich beim Experimentieren etwas verstiegen. Hier und da gestalten sich manche Fotografien als Suchbild. Man muss schauen, wie rum sie betrachtet werden sollen. „Fischerhude befindet sich derzeit in einem enormen Wandel, der sich nicht aufhalten lässt, auch wenn viele es gerne wollen“, sagt Hägermannn der viel im Wümmeort unterwegs ist, Veränderungen sensibel wahrnimmt und stets die Kamera dabeihat. Der gebürtige Cuxhavener, gelernter Kaufmann, als Profi-Fußballer vielen Sportfans im Gedächtnis ist und sich seit den 1980er-Jahren der Fotografie verschrieben hat, arbeitet gerne in schwarz-weiß. Die kreativen Möglichkeiten seien überaus reizvoll, ist er überzeugt.

Ausgestellt werden seine Bilder bis zum 31. März.

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