Fischerhuder Künstlerin sammelt Spenden für Inselbevölkerung

Hilfe für Gili Meno

Die Fischerhuder Künstlerin Friederike Sensfuss sammelt für Menschen auf der indonesischen Insel Gili Meno Spenden ein. Dort sorgten erst ein Erdbeben und aktuell die Corona-Krise für dramatische Zustände.
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Fischerhude (bb). Das Erdbeben ist vorbei. Nun kommt Corona. Für die Bewohner der kleinen indonesischen Insel Gili Meno ist auch das eine Katastrophe. Das weiß die Fischerhuder Künstlerin Friederike Sensfuss zu berichten. Mehr noch: Sie startet eine Spendenaktion.

Gili Meno ist die mittlere der drei Inseln der Gili-Inselkette in unmittelbarer Nähe von Lombok in Indonesien. Die Insel wird von etwa 400 Menschen bewohnt, die von Tourismus und Fischfang leben. „Zu Fuß braucht man nicht einmal zwei Stunden, um die Insel zu umrunden“, heißt es auf www.indojunkie.com.

2018 schrieb Sensfuss: „Das Erdbeben im Norden von Lombok erreichte auch Gili Meno und zerstörte den Lebensraum meiner Freunde, die ich seit vielen Jahren auf meiner jährlichen Indonesienreise besuche.“ Dort war Senfuss aber nicht nur zu Besuch, sondern mittlerweile Teil des Familienlebens. „Hochzeiten, Taufen und Zeremonien für die Verstorbenen habe ich miterlebt. Mit den Frauen 120 Gäste bekocht, abgewaschen und die Kinder geschaukelt“, schildert sie.

Vor zwei Jahren startete Sensfuss einen Spendenaufruf, um der Familie unter die Arme zu greifen, die aufgrund des Erdbebens alles verloren hatte. Sie schilderte: „Die Wohnhäuser sind zerstört, alle schlafen draußen, und da es auf der Insel weder Trinkwasser noch eine eigene Landwirtschaft gibt, ist man angewiesen auf Hilfsgüter von außen.“

Das ist nun gut zwei Jahre her. Heute berichtet Sensfuss, was sich seit dem Spendenaufruf auf der Insel in der Balisee getan hat. „Durch eine große Hilfsaktion aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis konnten nicht nur die 60 großen und kleinen Mitglieder der Familie unterstützt werden, sondern auch andere Familien sowie Einrichtungen wie Schule und Krankenstation.“

Mittlerweile seien auch die Wohnhäuser wieder aufgebaut, so wie die Hütten, die an Touristen vermietet werden und den Inselbewohnern ihren Lebensunterhalt sichern. In zaghaften Schritten kehrte demnach wieder Normalität auf der Insel ein.

„Doch dann kam die ‚Corona Zeit‘ und mit ihr kein einziger Tourist“, berichtet Sensfuss gegenüber der Rundschau. Die große Tragik wiederhole sich und wieder sei Hilfe gefragt. „Wir können uns heute in unserer satten Gesellschaft gar nicht vorstellen, was wirklicher Hunger bedeutet“, so Sensfuss. Für Menschen auf Gili Meno sei dies inzwischen bitterer Alltag.

Senfuss erzählt: „Alle wichtigen Lebensmittel werden mit dem Boot aus dem nahen Lombok geholt. Um die Insel herum liegt nun Fischerboot an Fischerboot und der Fang ist sehr gering. Es fehlt also Geld, um Reis und Wasser zu kaufen.“ Die Lebenssituation sei für die Menschen auf dem kleinen Eiland von daher sehr bedrohlich.

Und deswegen sendet Sensfuss nun erneut einen Hilferuf und ist für jede Form der Unterstützung dankbar. Für die Menschen auf Gili Meno hat sie ein Spendenkonto eröffnet. „Das Konto läuft auf meinen Namen und das Geld geht direkt zu meinen Freunden“, verspricht Sensfuss.

• Wer die Bewohner von Gili Meno unterstützen will, nutzt folgendes Konto: Friederike Sensfuss

IBAN DE 48 2915 2670 0012 1614 02 Kennwort: Gili Meno Spende

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
 04261 / 72 -435
 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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