Fischerhude: Karl-Günther Hintmann öffnet seine Schatztruhe

Gesammelte Ansichten

Karl-Günther Hintmann zeigt eine Auswahl seiner Bildersammlung im großen Galerieraum im Buthmanns Hof. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude. In schönen Bildern schwelgen konnte der Kunstsammler Karl-Günther Hintmann schon seit seiner Kindheit. Sein Großvater legte als Bildersammler in Bad Bramstedt den Grundstein dazu und er als Enkel setze diese Leidenschaft nicht nur fort, er formte daraus ein Lebensgefühl. Zusammengekommen ist dabei eine beeindruckende Sammlung, aus der kürzlich eine Präsentation von 52 Gemälden aus Fischerhude, Worpswede und umzu konzipiert wurde. Kuratiert von Wolf-Dietmar Stock, dem Vorsitzenden des Fischerhuder Kunstvereins im Buthmanns Hof, konzentriert sich die Ausstellung vornehmlich auf Werke von Künstlern aus Fischerhude, die ländliche Motive zum Inhalt haben und bis zum 21. Juni zu sehen sein werden.

Wer durch die Ausstellung von Bild zu Bild spaziert, sieht sich in eine Welt zurückversetzt, als Fischerhude noch nicht vom Tourismusvirus infiziert war. Alte Bauerngehöfte, umsäumt von Eichen und Kastanien, gemalt von Franz Rudolf Hartogh um 1920 zeigen ein Dorf, das so heute nicht mehr existiert. Wie abgeschieden vom Rest der Welt zeigt sich Fischerhude von seiner romantischen Seite, sodass der Betrachter nachvollziehen kann, was Maler an dem Wümmedorf so fasziniert hat und bis heute anzieht. Warme, erdige Farben, wie Hartogh sie gerne verwendete, spiegeln den romantischen Herbst wieder. Die Ansicht des Bauernhofes könnte man im Buthmanns Hof wiederfinden, der heute als Kultur- und Kunstzentrum des Ortes dient.

Von Wilhelm Heinrich Rohmeyer ist ein Bootsschuppen an der Wümme ausgestellt. Mit Reet gedeckt, steht der Unterstand offenkundig auf wackeligen Ständern im Wasser und scheint dem Verfall preisgegeben. Andere dörfliche Ansichten, Wasserbilder, Stillleben, immer wieder Landschaften, aber auch Tierdarstellungen in beeindruckender Intensität und beschaulicher Intimität sind ebenfalls zu finden.

Die Einführung in die Ausstellung, für die zunächst mehr als 150 Bilder zur Verfügung standen, aus denen dann eine Essenz von 52 ausgewählt wurde, übernahm Karl-Günther Hintmann selbst. Vor einem gespannt lauschenden Publikum erzählte er von seiner Hinwendung zur Malerei, die einst sein Großvater in ihm geweckt hatte.

Er erzählte von einem jahrelangen Prozess des Herantastens an die Malerei und welche Bereicherung die Auseinandersetzung mit Kunst für ihn bedeutet habe und bis heute bedeutet. Dafür bemühte er das berühmte Zitat von Pablo Picasso: „Kunst spült den Staub des Alltags von der Seele.“ Ein sehr zutreffendes Wort, das er für sich als Lebensmotto entdeckt habe. Natürlich hatte es in seiner Sammelleidenschaft auch Tiefpunkte gegeben, wenn mal ein Bild viel zu teuer erworben hatte, aber auch Sternstunden, wenn er seiner Sammlung ein Schnäppchen hinzufügen konnte, das ein Auktionshaus für einen geringen Preis angeboten hatte.

Mit einem amüsierten Schmunzeln fuhr Hintmann fort und berichtete von kleinen häuslichen Scharmützeln, wenn es galt, eine Neuerwerbung zu platzieren, obwohl das Haus eigentlich schon voll war und die Sammlung sich mehr und mehr vergrößerte. Sie wurde zum Lebensinhalt und zum Ausgleich zu dem beruflichen Engagement als Pädagoge und er selbst mehr und mehr zum Kunstexperten.

Wichtig sei es ihm, seine Schätze nicht in Tresoren unter Verschluss zu halten, sondern sie einem breiten Publikum, wie in der Ausstellung im Buthmanns Hof, zugänglich zu machen und so seine Freude an den Bildern mit anderen Menschen zu teilen.

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