Fischerhude: Initiative kämpft weiter gegen Tontaubenschießstand

„Irgendetwas stimmt da nicht“

Die Bürgerinitiative gibt nicht auf. Sie will verhindern, dass auf diesem Areal in der Molkereistraße zukünftig wieder auf Tontauben geschossen wird. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude (r/bb). Die Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung des Wurftaubenschießstandes in Fischerhude traf sich kürzlich im Garten von Erich von Hofe, der für die grünen im Verdener Kreistag sitzt. Annette Dresselhaus von der Bürgerinitiative berichtete dabei über das Ergebnis der Akteneinsicht beim Landkreis Verden und weiterer Recherchen.

„Aus den Akten war zu entnehmen, dass der Tontaubenschießstand 1969 als jagdliche Einrichtung zur Ausbildung von Jägern genehmigt wurde. Nur deshalb durfte dieser in den Wümmewiesen errichtet werden. Aus den Unterlagen war auch ersichtlich, dass der Schießstand überwiegend von Jägern und nur wenig von Sportschützen genutzt wurde“, wusste Dresselhaus zu berichten. Sie ergänzt: „Nun wurde daraus aber eine Sportanlage, um so Fördermittel aus der Sportförderung bekommen zu können.“ Der Schützenverein habe in seinem Antrag beim Landessportbund angegeben, dass 90 Prozent der Nutzer Sportschützen seien. „Insgesamt konnten Fördermittel in Höhe von 150.000€ beantragt werden, die dann aber anderen Sportvereinen fehlen werden. Damit sollen ein Geräteschuppen und eine Toilettenanlage neu gebaut werden“, so Dresselhaus. Dresselhaus rechnete außerdem vor, dass allein die Bodensanierungsarbeiten rund 400.000 Euro kosten sollen, wovon das Land Niedersachsen 60 Prozent übernähme. Den Rest müsse der Verein selbst tragen. „Es ist schon merkwürdig, dass ein so kleiner Schützenverein 150.000 Euro aus eigenen Mittel dazu beitragen will. Irgendetwas stimmt da nicht“, vermutet Dresselhaus. Sie fordert, gemeinsam mir dem Naturschutzbund Nabu, dass sich Landkreis und Gemeinde an den Bodensanierungskosten beteiligen sollen „anstatt die Reaktivierung mit dem Bau eines Toilettengebäudes und eines Geräteschuppens im Schutzgebiet zu fördern“. Nabu und Bürgerinitiative wollen, dass der verseuchte Boden auf einer gesicherten Deponie entsorgt wird, anstatt diesen in eine Kunststofffolie einzupacken und vor Ort im Schutzgebiet einzulagern. Von Hofe meint, dass nach dem Verursacherprinzip eigentlich all diejenigen, die dort geschossen haben, sich auch an den Sanierungskosten beteiligen müssten. „Stattdessen soll der Steuerzahler nun die Sanierungskosten und dann auch noch die Kosten für die Reaktivierung zahlen“, moniert von Hofe. Er kritisiert auch den Flecken Ottersberg, der sein verseuchtes Grundstück an den Schützenverein verschenkt hat. Bernd Witthuhn vom Nabu berichtete derweil, dass ein Rechtsanwalt jüngst gegen die vom Landkreis erteilten Genehmigungen Widerspruch eingelegt hat.

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Björn Blaak Björn Blaak
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