Einweihung des Feuerwehrhauses in Fischerhude vor 50 Jahren

Mit Bundespräsident Gustav Heinemann

Bundespräsident Gustav Heinemann (v.l.), Conrad Ordemann, Friedrich Heimsoth und Albert Reinders. Foto: Ortsarchiv Fischerhude
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Fischerhude – Gestern, vor 50 Jahren, am 24. Juni 1972, war es so weit. Das neue Feuerwehrhaus in Fischerhude, Im Krummen Ort, soll eingeweiht werden. Nach jahrelangen Bemühungen des damaligen Brandmeisters Hans Schlobohm hatte sich die Gemeinde, Flecken Fischerhude, entschlossen, für das alte Spritzenhaus auf der Dorfweide ein neues Feuerwehrhaus zu bauen.

Auch der damalige Bezirksbrandmeister Albert Reinders aus Worpswede hatte die Unterbringung der Feuerwehr immer wieder beanstandet. Mit sehr viel Eigenleistung der Feuerwehrkameraden und auch mit Hilfe der Gemeinderäte wurde der Bau errichtet. Das Bauholz kam aus der Surheide. Fischerhude und Quelkhorn hatten sich vor der Gebietsreform zu einer selbstständigen Gemeinde zusammengeschlossen. Der Bau des Feuerwehrhauses war die letzte Baumaßnahme, bevor Fischerhude und Quelkhorn zur Einheitsgemeinde Ottersberg kamen.

Hans Blanken, Ortsarchivar im Buthmannschen Hof und seit 1965 Mitglied der Feuerwehr erinnert sich gegenüber der Rundschau: „Der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann war mal wieder zu Besuch bei seinem Schwager Conrad Ordemann in der Surheide in Quelkhorn. So auch dieses Wochenende, an dem die Einweihung stattfinden sollte.“ Und weiter: „Wenn Heinemann mit dem Hubschrauber gebracht wurde, musste die Feuerwehr mit einem Tanklöschfahrzeug den Landeplatz vor dem Haus von Ordemann sichern.“

Gemeindebrandmeister Hans Schlobohm fragte seinerzeit bei Heinemann an, ob er zur Einweihung kommen wollte. „Selbstverständlich“, sei die Antwort gewesen.

Mit einem Umzug durch das Dorf begann die Einweihung. Bundespräsident Heinemann war beim Eintreffen des Umzuges schon vor Ort. Hans Schlobohm meldete: „Herr Bundeskanzler Feuerwehr angetreten.“ Blanken dazu: „Hans Schlobohm war nervös und unruhig. Es war für ihm ein besonderer Tag. Alle Leute hatten Verständnis für den Versprecher.“

Nach Ansprache des Architekten Hans Drechsler und des Bürgermeisters Klaus Ruschmeyer wurde symbolisch der Schlüssel an Hans Schlobohm übergeben. Bundespräsident Heinemann hielt auch eine Rede. Er sprach von Bürgersinn, der sich in dem neuen Feuerwehrhaus zeigte. Auch sprach er über den freiwilligen Dienst der Feuerwehren. Nachdem sich der Bundespräsident mit Ehefrau verabschiedet hatte, wurde in Peters Scheune neben dem neuen Feuerwehrhaus gefeiert. Abends war Tanz auf der Tenne. „Die Personenschützer feierten mit. Sie waren in Bellmanns Gasthaus untergebracht. Der Porsche mit Maschinenpistole stand vor der Tür“, ergänzt Blanken.

Inzwischen ist die Feuerwehr Fischerhude-Quelkhorn im neuen Feuerwehrhaus Wilhelmshauser Straße untergebracht. 2009 bei der Einweihung kam der damalige Innenminister von Niedersachsen Schünemann. „Einen Bundespräsidenten hatten wir diesmal nicht“, so Blanken. Er fügt hinzu: „Das Feuerwehrhaus in Fischerhude ist wohl das einzige in Deutschland, welches ein Bundespräsident eingeweiht hat.“ bb

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