Ehemaliger HKS-Student initiiert Bildungsprojekt „Creative Tribe“

Der Stamm der Kreativen

Johannes Grünwald und Lala Cifuentes haben sich das Bildungsprojekt "Creative Tribe" ausgedacht. Am 14. September können Interessierte schauen, was es damit auf sich hat.
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Ottersberg. „Creative Tribe“, kreativer Stamm, nennt sich ein ambitioniertes informelles Bildungsprojekt, das derzeitig in Ottersberg über die Bühne geht. Initiator und treibende Kraft dieses zwölftägigen Angebotes ist der in Kitzingen geborene Johannes Grünwald. Der 29-jährige HKS-Absolvent erarbeitete, gemeinsam mit der Spanierin Lala Cifuentes, ein umfangreiches Konzept, das noch bis zum 15. September im und um den Bahnhof durchgeführt wird.

Dafür haben 30 junge Menschen in den Mittzwanzigern aus Deutschland, Griechenland und Italien, darunter Studenten und Sozialarbeiter, den Weg zum Ottersberger Bahnhof gefunden. Dort erwartet sie auch in den kommenden Tagen ein straffes Programm voller kreativer Prozesse, sowohl mental als auch körperlich.

Ein Hauptthema ist Clownerie, das Steckenpferd von Grünwald, der sich an der HKS in Ottersberg in Theater und Tanz im Sozialen hat ausbilden lassen. „Wir werden niemandem eine rote Nase aufsetzen und dann erwarten, dass er etwas Lustiges tut“, sagt Grünwald. Die Einheiten sieht er eher als prozessorientiert. Was so einfach nicht ist bei 30 Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Sprachräumen. Daher hat man sich auf eine Sprache geeinigt: Englisch. „Creative writing and drawing“, „Dance improvisation“ und immer wieder Theater und Clownerie bestimmen den Tagesablauf. Auch eine Exkursion in die Natur rund um Ottersberg ist geplant, genauso wie ein Trip nach Bremen. Die Teilnehmer lernen aber nicht nur zusammen, sie leben als Gemeinschaft in drei großen Jurten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof, kochen und essen gemeinsam und halten Ordnung. Auch das sei ein wichtiger Teil des Projektes. Einer, auf den sich Grünwald besonders gerne einlassen will. „Ich freue mich auf das Zwischenmenschliche, auf die Begegnungen“, sagt er im Gespräch mit der Rundschau. So sehr er sich auch auf die Veranstaltung freute, war ihm bewusst, dass das ein dickes Brett ist, das es zu bohren galt. Er ist froh, dass er das nicht alleine bewerkstelligen muss, denn sechs sogenannte „Leader“ leiten das Projekt aktuell an und haben auch im Vorfeld mitgeholfen, aus der bloßen Idee ein festgezurrtes Programm werden zu lassen. Finanziert wird dieses von „Erasmus plus“ einem EU-Förderprogramm für allgemeine und berufliche Bildung. Am letzten gemeinsamen Tag, dem 14. September, sind dann alle Interessierten aus Ottersberg und umzu eingeladen, zu schauen, was die jungen Leute am und im Bahnhof in knapp zwei Wochen zu erlernen versucht haben. Dann gibt es eine Abschlussveranstaltung. Ab 19.30 Uhr werden in der frisch renovierten Gepäckhalle des Bahnhofs alle möglichen Kunstdarbietungen zu sehen sein. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Wenn dann die Jurten wieder abgebaut wurden, bricht auch Grünwald seine Zelte im Ottersberger Bahnhof ab. Dort hat er drei Jahre in einer WG gelebt. Es zieht ihn dann nach Bremen. Dort geht das Studieren weiter. Ein Clown zu sein, kann dabei nicht schaden.

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