DEA sucht im Landkreis Verden nach Gas

Wenn es vibriert

Rotenburger Rundschau
 ©

Ottersberg (r/bb). Seit einigen Wochen stellen sich Anwohner des Fleckens Ottersberg vermehrt die Frage, ob zukünftig auch Erdgasbohrungen vor ihrer Haustür stattfinden könnten. Das tun sie deshalb, weil die Deutsche Erdöl AG (DEA) plant, im Januar und Februar 2019 in acht Messlinien östlich von Bremen seismische Untersuchungen zur Identifizierung von Gaslagerstätte durchzuführen. Betroffen davon sind die Landkreise Osterholz, Verden und Diepholz.

Auch die Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg (FGBO) treibt die Frage um, aber:. „Eine eindeutige Antwort lässt sich heute nicht verlässlich geben“, konstatieren deren Vorsitzender Harald Steege sowie der Fischerhuder Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf.

Die Genehmigung für die Untersuchungen der DEA seien vom zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit Sitz in Hannover bereits 2001 erteilt worden, teilt die FGBO mit.

Zur Durchführung der Messungen sollen sogenannte Vibro-Trucks auf privaten und öffentlichen Flächen eingesetzt werden. DEA informiert über das Verfahren auf www.seismik-unterweser.de. Das durchführende Unternehmen muss dazu die Genehmigung der Grundstückseigentümer einholen, was aktuell bereits geschehen ist oder kurzfristig erfolgen wird.

„Wie sich Privateigentümer dazu verhalten, ist nicht eindeutig. Die Bandbreite reicht von Wohlwollen bis hin zu kompletter Versagung einer Genehmigung“, weiß die FGBO zu berichten. Die Bürgerliste ergänzt in ihrer Pressemeldung: „Für den öffentlichen Raum zeigt sich in der Mehrzahl der Ottersberger Nachbargemeinden eine ablehnende Tendenz.“

Im Flecken Ottersberg selbst wurde der Antrag auf Genehmigung im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss behandelt und abgelehnt.

„Neben den Privat- und Gemeindegrundstücken werden von der DEA auch Genehmigungen für Kreis- und Landesstraßen beantragt, auf denen ein großer Teil der Messlinien verläuft. Hierauf hat der Flecken Ottersberg keinen unmittelbaren Einfluss, beim Landkreis Verden gibt es aber auch eine gewisse Skepsis“, so Steege.

Dass mit dem Thema Erdgasförderung in der Bevölkerung seit den schlechten Erfahrungen mit existierenden Bohrstellen und Fördermaßnahmen im Großraum Verden ein großes Unbehagen verbunden ist, zeigte vergangene Woche eine Informationsveranstaltung in Grasberg, zu der eine sich gerade formierende Bürgerinitiative eingeladen hatte: „Rund 500 Besucher versammelten sich und überraschten die Initiatoren in ihrer Vielzahl und bestärkte sie darin, weitere Aktivitäten zu entwickeln“, heißt es in der Pressemeldung der FGBO.

Ihr Fazit: „Es bleibt abzuwarten, ob DEA auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene genügend Einzel-Genehmigungen für die geplanten Messungen erhält, um an aussagefähige Daten für die Identifizierung von Lagestätten zu gelangen. Widerstände formieren sich an vielen Orten, politisch wie auch zivilgesellschaftlich. Wie die Deutsche Erdöl AG damit umgeht, wird die Zukunft zeigen“, meint Steege und ergänzt: „Erfahrungsgemäß lassen sich Wirtschaftsunternehmen, wie die DEA, aber nur dann nachhaltig beeindrucken, wenn die Proteste und Widerstände stark sind, viel Zeit und damit Geld kosten“.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
 04261 / 72 -435
 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

14.11.2018

Pokalturnier Westervesede

14.11.2018

Ausbildungsmesse in der Berufsbildenden Schule

13.11.2018

Martinsfest in Oyten

10.11.2018

Samson und St. Georg