Bundestagsabgeordneter meldet sich zum Ruheforst

Brief aus Berlin

Protestkreuz "Kein Ruheforst" in der Quellkhorner Surheide Foto: Björn Blaak
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Fischerhude/Quelkhorn (bb). Auf dem ortsweiten Flohmarkt am Sonntag in Fischerhude und Quelkhorn gab es nur ein Thema: der geplante Ruheforst in der Surheide. Gelbe Protest-Kreuze zieren mittlerweile den kleinen Ort Quelkhorn, in dessen Mitte der Ruheforst entstehen soll. Nur wenige zeigten Verständnis sowohl für die Art und Weise, wie das Thema durch die Gremien „gehetzt“ wird, als auch dass ausgerechnet jenes Stück Wald ausgesucht wurde.

Mittlerweile hat der Protest auch Berlin erreicht. Der Bundestagsabgeordnete Matthias Bartke (SPD), in Hamburg wohnend und seine Wochenenden gerne in der Surheide verbringend, hat sich in die Diskussion um den Ruheforst eingeklinkt. In seinem Schreiben vom 9. Juli an Ottersbergs Bürgermeister Tim Willy Weber heißt es: „Ich verbringe derzeit einige Urlaubstage in unserem Wochenendhaus in der Quelkhorner Surheide. Die Nachbarn sind alle ziemlich aufgebracht wegen des geplanten Ruheforsts. Niemand vor Ort hat etwas gegen einen Ruheforst. Allerdings ist von den Anwohnerinnen und Anwohnern nicht nachvollziehbar, warum der Forst so wohngebietsnah gelegen sein soll.“ Bartke ergänzt: „Offenbar ist hier in der Vergangenheit gegenüber der Anwohnerschaft von der Verwaltung nur begrenzte Transparenz hergestellt worden.“

Der Bundestagsabgeordnete habe ausgemacht, dass bei den Menschen im Ort „diverse Fragen“ offen seien. Darunter: „Warum wurde für den geplanten Ruheforst das Waldstück in der Surheide ausgesucht? Gab es auch andere Waldstücke in der Umgebung, die für das Vorhaben geprüft wurden. Wenn ja, was sprach gegen die anderen Waldstücke? Wenn nein, warum wurden keine alternativen Waldstücke geprüft?“

Bartke schreibt weiter an die Ottersberger Verwaltung gerichtet: „Nach meiner Kenntnis ist ein Ruheforst mit 4.800 Grabstätten geplant. Bei einer Grabnutzung von 30 Jahren ergibt sich rechnerisch 160 Bestattungen jährlich. Bei schätzungsweise zehn Autobesuchen pro Beerdigung sind dies 3.200 An- und Abfahrten pro Jahr. Ist diese Annahme zutreffend?“

Auch wünscht sich der Abgeordnete Antworten darauf, ob eine Stellungnahme der örtlichen Fischerhuder Kirchengemeinde eingeholt wurde und wie der Schützenverein zu der Angelegenheit steht, dessen Anwesen inmitten des geplanten Ruheforstes steht. Bartke: „Ist sichergestellt, dass keine Schießübungen und Schützenfeiern während der Beerdigungszeremonien stattfinden?“

Auch bringt Bartke ins Gespräch, dass sich schräg gegenüber des Schützenhauses jahrzehntelang eine Mülldeponie befunden habe, dessen Areal bei den Ruheforstplänen ausgespart wurde. Bartke fragt daher: „Ist geprüft worden, ob der Boden ringsum kontaminiert ist? Oder wird in Kauf genommen, dass die Bestattungen in kontaminierter Erde stattfinden?“

Bartke schließt das Schreiben mit der Bitte an Weber, ihm zeitnahe auf die Fragen zu antworten.

Tim Willy Weber bestätigte gegenüber der Rundschau den Eingang des Schreibens und teilt mit:  "Tatsächlich muss bei einer Frage recherchiert werden." Aber er stellte die Beantwortung der Fragen zeitnah in Aussicht.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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