Bürgermeisterkandidat Tim Willy Weber hat sich viel vorgenommen - Von Björn Blaak

1.000 Türen und ein Handystick

Bürgermeisterkandidat Tim Willy Weber mit seinem "Timmobil" vor dem Ottersberger Rathaus. Foto: Björn Blaak
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Ottersberg. Aufgeräumt sitzt Tim Willy Weber im Café. An seiner Seite: FGBO-Vorsitzender Harald Steege, ihnen gegenüber haben die regionalen Pressevertreter Platz genommen. Steege und Weber sind auf „Wahlwettbewerbstour“. „Kampf“ klinge so martialisch, findet Weber, der gerne Bürgermeister werden möchte. Am 26. April werden die Fleckenbewohner zur Urne gerufen. Bis dahin will Weber nichts unversucht lassen, auf sich aufmerksam zu machen, besser noch, von sich zu überzeugen.

Das beginnt schon mit dem Fahrzeug, mit dem er zu dem Gespräch angereist ist, dem „Timmobil“ ein Lastenfahrrad, Sonderanfertigung aus Bremen. Und mobil muss er auch sein, hat er sich doch eine ganze Menge Termine vorgenommen, die ihn kreuz und quer durch den Flecken führen sollen. Er spricht von „Wohnzimmergesprächen“, eine Idee, die er von Sandra Röse aus dem Oytener Wahlkampf übernommen hat, und von der Aktion „1.000 Türen“. Es gäbe zwar durchaus mehr Türen in Ottersberg, aber die Zahl klang halt griffig. Dort will er klingeln, sich vorstellen und im besten Fall einen guten Eindruck hinterlassen. Die ersten Erfahrungen diesbezüglich seien positiv verlaufen. Bis jetzt jedenfalls sei die Türschwelle noch nicht zur Stolperkante geworden. Schwätzchen zwischen Tür und Angel über Wohnen, Senioren, Natur und Mobilität sollen das Eis brechen. Auch Vereine und Unternehmen sollen aufgesucht werden.

Politisch scheint Weber Rückenwind zu haben. Nachdem sowohl die Grünen als auch die SPD für sich beschlossen hatten, dass sie keinen eigenen Kandidaten in die Bürgermeisterwahl schicken wollen, haben viele aus deren Reihen Weber ihre Unterstützung zugesagt. Sowohl aktive als auch ehemalige Ortspolitiker ließen sich von Weber ins Boot holen. So halten es auch Stefan Bachmann, früher selbst mit Ambitionen auf den Bürgermeisterposten, und der aktuelle Ottersberger Ortsbürgermeister André Herzog mit Weber. Auf www.tim-weber.jetzt sagen sie, warum. Warum Weber sich zum obersten Verwalter eines 20-Millionen-Euro Schuldenberges wählen lassen will, begründet er auch mit einem Blick ins Private: In seinem Leben wäre jetzt die Zeit, im kommenden Jahr wird Weber 50 Jahre alt, noch einmal etwas Neues zu wagen. Die Kinder seien aus dem Haus und so werde er als Vater nicht mehr so beansprucht. Die vergangenen 27 Jahre engagierte er sich für mehr Bürgerbeteiligung in der Politik und gründete den Verein „Mehr Demokratie“, der heute, nach eigenen Angaben, mehr als 9.000 Mitglieder hat. „Bürgerbeteiligung ist mir ein Anliegen“, sagt Weber. Um jene Bürger erst einmal zu ereichen, ist er nun unterwegs durch den Flecken. Immer im Gepäck: ein Handystick. Mit dessen Hilfe sollen kurze Filme entstehen, die zeigen, was Weber alles so macht auf dem Weg zur Macht. Ein Tribut an die neue Zeit. „Ich lerne noch, damit umzugehen“, so der dreifache Familienvater. Wer Weber nicht nur auf Wahlplakaten oder in kurzen Filmsequenzen erleben möchte, kann das, neben weiteren Veranstaltungen, am 16. April im Bergwerk auf Einladung der Stiftung Leben und Arbeiten des Parzival-Hofes tun. Dort wird auch sein Mitbewerber um den Bürgermeisterstuhl, Reiner Sterna, anzutreffen sein. Ob der Handystick dort auch zum Einsatz kommt, ist allerdings nicht sicher.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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