Bürgerinitiative im Gespräch mit Stephan Weil

„No Moor Gas“ in Hannover

Die Bürgerinitiative "No Moor Gas" besuchte die Niedersächsische Staatskanzlei in Hannover. Foto: No Moor Gas
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Ottersberg/Hannover (r/bb). Anlässlich des Epiphaniasempfangs im Januar im Kloster Loccum, zu dem der niedersächsische Landesbischof Meister alljährlich eingeladen hatte, war die Bürgerinitiative „No Moor Gas“ mit mehr als 30 Mitgliedern als unerwarteter Überraschungsgast in den Landkreis Nienburg gefahren.

Vor Ort hatten sich die Reisenden in einem Spalier mit den bekannten roten Xen an der Zufahrt zum Kloster aufgestellt und ihrem Protest gegen die Ausweitung der Erdgasförderung in ihrer Region Ausdruck verliehen. Alle prominenten Besuchern aus Politik und Gesellschaft, mussten diese stille und doch eindrückliche Demonstration passieren. Unter ihnen auch der niedersächsische Ministerpräsident Weil. Ihm wurde von einer Delegation der Bürgerinitiative eine schriftliche Einladung zu einem persönlichen Gespräch überreicht.

Weil hat dieses Angebot zum Austausch angenommen und „No Moor Gas“ zu einem Gespräch in die hannoversche Staatskanzlei eingeladen. Jüngst war nun jener Termin. Der Ministerpräsident nahm sich, gemeinsam mit Vertretern aus der Staatskanzlei und des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, eine Stunde Zeit für die Anliegen der Bürgerinitiative.

„Wie zu erwarten, konnte es in den grundsätzlichen Fragen über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Ausweitung der Erdgasförderung keinen Konsens geben. Doch die Delegierten von „No Moor Gas“ stellten nochmals klar, dass sie nicht bereit sind über Abstände zur Wohnbebauung oder die Förderung in Trinkwasserschutzgebieten zu verhandeln, sondern dass es angesichts der sich anbahnenden Klimakatastrophe keine Ausweitung der heimischen Erdgasförderung mehr geben darf“, heißt es in einer Pressemeldung der Initiative.

Vielmehr müssten Entwicklung, Förderung und Ausweitung alternativer Energien und der zügige Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen oberste Priorität erhalten, so ihre Forderung.

Hierbei stütze sich die Bürgerinitiative auf die aktuellen Zahlen und Forderungen großer Teile der Wissenschaft und auf den IPCC Report.

„Zwischenfälle und Havarien wie aktuell in Emlichheim oder Hankensbüttel darf es nicht mehr geben. Gesundheit-, Natur- und Trinkwasserschutz müssen endlich Vorrang vor der Förderung von Erdgas und Erdöl erhalten“, so Erich von Hofe, führendes Mitglied der Ottersberger Bürgerinitiative.

Ministerpräsident Weil machte derweil deutlich, dass ihm an einer zügigen Aufklärung der Vorfälle gelegen sei, er warb darum, dass man die Untersuchungsergebnisse zu den jüngsten Vorfällen abwarten möge. Die Forschung nach den Ursachen für die erhöhte Krebsrate im Landkreis Rotenburg müsse weiter vorangetrieben werden, darin seien sich alle Beteiligten einig.

Mit den Ergebnissen einer weiteren Studie diesbezüglich werde zum Ende des Jahres gerechnet.

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Björn Blaak Björn Blaak
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