Bauausschuss diskutiert die Varianten Rathaus, Fährwisch und Bahnhofstraße

Eine Feuerwehr, drei Standorte

Die Ottersberger Feuerwehr braucht mehr Platz. Die Gemeindeverwaltung sucht daher nach einem geeigneten Standort für einen Neubau. Neben den Ideen, im Fährwisch oder in der Bahnhofstraße neu zu bauen, wird auch ein Neubau an alter Stelle in Erwägung gezogen. Kostentechnisch scheint das die günstigste Lösung zu sein. Archivfoto: Björn Blaak
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Ottersberg (bb). Die vorhandenen Räumlichkeiten der Feuerwehr Ottersberg am Rathaus sind nach heutigen Maßstäben nicht mehr ausreichend. Es wurden darum Varianten wie Um- oder Neubau diskutiert. Die Entscheidung fiel zugunsten eines Neubaus. Nur wo, ist die Frage. Die Ortswehr hat sich für einen Standort am Fährwisch auf dem sogenannten „Osterfeuerplatz“ ausgesprochen. Dieser Standort würde in ihren Augen alle Anforderungen, darunter die Erreichbarkeit durch die Kameraden und die zentrale Lage im Zuständigkeitsgebiet der Ortsfeuerwehr Ottersberg erfüllen. die Kosten allerdings sprächen für den bestehenden Standort am Rathaus. Der Bauausschuss befasst sich am kommenden Mittwoch erneut mit dem Thema.

Um das Vorhaben planungsrechtlich zu ermöglichen sei im Fährwisch zuerst die Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Zurzeit ist für diesen Bereich eine Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Sportfläche“ dargestellt. „Da auch die zurzeit am Fährwisch angesiedelte DRK-Station neue Räumlichkeiten benötigt, wird geprüft, ob eine Kooperation möglich ist“, heißt es aus dem Rathaus.

Der Ortsrat Ottersberg hat sich auf seiner Sitzung im November mit dem Thema befasst. Seitens der CDU-Fraktion wurde vorgeschlagen, den Tagesordnungspunkt zunächst zu vertagen. Die Christdemokraten stellten einen Antrag auf Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes Fährwisch. Darin heißt es: „Da es sich der Eindruck aufdrängt, dass der Bereich Fährwisch viele weitere Nutzungen vereinen muss, halten wir es für sinnvoll, ein Gesamtkonzept für diesen Bereich zu erstellen.“ Die Partei verweist diesbezüglich auf die Nutzung der Fläche als Osterfeuerbrauchtumsplatz, Veranstaltungs- und Verweilplatz für Zirkus sowie andere Reisende. Auch lägen Anträge zur Erstellung eines Beachvolleyballplatzes sowie eines Boule-Anlage vor. Die CDU fordert daher, dass die Verwaltung die betroffenen Vereine und Anlieger, insbesondere E-Werk, Feuerwehr, DRK und TSV Ottersberg in den Planungsprozess einbeziehen sollte.

Anfang Dezember tagte zu dieem Thema der Feuerwehrausschuss. Das Gremium nannte als Argumente für den Standort Fährwisch, dass die empfohlene Einsatzzeit im Gegensatz zum Standort Grüne Straße eingehalten werden könne, insbesondere bei Autobahneinsätzen. Auch gewähre der Standort eine bessere Sichtbarkeit der Feuerwehr im Ort. Beim Bau könnten Synergien mit dem Bau der Rettungswache genutzt werden, darunter gemeinsamer Bauantrag und eine gemeinsame Heizungsanlage. Für den aktuellen Standort hinter dem Rathaus sprächen Argumente wie kürzere Wege für die Feuerwehrkameraden im Rathaus und E-Werk, dass die Aufstellung der Bauleitplanung voraussichtlich schneller vonstattengehen würde und der Platz am Fährwisch weiter für das Osterfeuer und als „Zirkusplatz“ zur Verfügung stünde.

Beide Flächen befinden sich im Eigentum des Fleckens. „Auf Grund der in Teilen wiederholenden Gebäudestruktur zu dem bereits realisierten Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr Otterstedt, ergibt sich eine gute Basis für einen Kostenvergleich der Standorte als Schätzkosten“, so Bauprojektleiter Heiko Szczesny. Für die Ottersberger Wehr seien allerdings noch weitere Funktionsbereiche erforderlich, die den Flächenanteil leicht erhöhen würden, darunter der für den Flecken erforderlichen „Unwetter Client“ und der Platzbedarf für Geräteträger und Schlauchwagen. „Die ermittelten Schätzkosten differieren um rund 54.000 Euro zugunsten des Standortes am Rathaus“, so Szczesny. Zudem sei am Fährwisch damit zu rechnen, dass auch das neue Feuerwehrhaus auf Pfähle gesetzt werden müsse, so wie auch schon die Sporthalle. „Außerdem ist für den Bau im Hochwasserbereich ein Ausgleich erforderlich“, weiß Szczesny aus Erfahrung.

Ebenfalls würden Kosten für die Verbesserung der Parkplatzsituation für den Bereich der Fußballabteilung berücksichtigt. Kostenmindernd sei ein zu realisierender Grundstücksverkauf an das DRK am Standort Fährwisch. „Es ist beabsichtigt, die ebenfalls erforderliche Erweiterung der dort stationierten Rettungswache mit zu integrieren“, erklärt Szczesny. Denn das DRK könne in den bisher genutzten Räumlichkeiten die gewachsenen räumlichen Anforderungen mittelfristig nicht mehr umsetzen. Eine Standortsuche für eine neue DRK-Bleibe sei schon vor Jahren begonnen worden, bisher jedoch ohne Ergebnis. Beim Bau eines zusammenhängenden Gebäudes mit der Feuerwehr könnten mögliche Synergien genutzt werden.

Im Zuge der Beratung zur Standortfrage wurde nun allerdings auch noch eine dritte Möglichkeit ins Feld geführt. Es handelt sich dabei um den Bereich innerhalb des Dreiecks zwischen L 168/Bahnhofstraße und der Bahntrasse. „Dieser Bereich ist im Flächennutzungsplan als Fläche für die Land- und Forstwirtschaft dargestellt“, heißt es seitens des Rathauses. Der Flecken ist allerdings nicht Eigentümer dieser Grundstücke. Sie müssten also angekauft werden.

Seitens der Ortsfeuerwehr wurde hinsichtlich des Standortes bereits abgewunken. Nicht nur, dass ein Großteil der Kameraden eine längere Anfahrt hätte, auch die Tagesverstärkung aus dem Rathaus/EWO hätte eine längere Anfahrt zu den Einsätzen tagsüber. Die Feuerwehr verweist zudem auf die „gefährliche Ausfahrtsituation“ von der Bahnhofstraße auf die Große Straße, denn dort gibt es nur in Fahrtrichtung Ortskern eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern, in Richtung Bassen ist das Tempolimit bei 100 Stundenkilometer festgelegt. Was der Feuerwehr ebenfalls nicht schmeckt, ist, dass das neue Gebäude dann in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern läge. „Lärmbelästigung der Anwohner zu jeder Tages- und Nachtzeit durch ausrückende und wieder eintreffende Feuerwehrfahrzeuge könnte nicht ausgeschlossen werden“, so die Feuerwehr in ihrem Statement. Auch der Martinsumzug sei dann in Gefahr, da die Entfernung zur Kirche als zu groß erachtet wird. Weitere Nachteile seien, dass es unwahrscheinlich sei, dass die neue Rettungswache vom DRK mit zur Bahnhofstraße umziehen würde. Auch dass das Grundstück erst noch erworben werden müsste und für Lärmschutz gesorgt werden muss, da das Grundstück an der viel befahrenen Bahnlinie Hamburg – Bremen liegt.

Hinsichtlich der veranschlagten Kosten hat der Standort Fährwisch die Nase vorn. Der Flecken geht dort von Kosten von 2,12 Millionen Euro aus. Die Variante Fährwisch würde voraussichtlich mit 2,17 Millionen und die Idee Bahnhof mit 2,27 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Beraten wird das Thema erneut am kommenden Mittwoch, 3. Februar, im Ausschuss für Bau, Planung und Gebäudemanagement. Die Sitzung findet ab 20 Uhr in Form einer kombinierten Veranstaltung statt. Sie kann sowohl als Videokonferenz als auch im Ratssaal verfolgt werden. Das bedeutet, dass die Ausschussmitglieder der Sitzung virtuell zugeschaltet werden. Aufgrund der coronabedingten Hygiene- und Abstandsregelungen sind die Plätze für Gäste der Sitzung begrenzt; eine Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 04205/317012 oder per E-Mail an info@flecken-ottersberg.de möglich. Eine virtuelle Teilnahme an der Sitzung ist ebenfalls möglich. Hierzu ist eine Anmeldung per E-Mail an info@flecken-ottersberg.de bis spätestens 12 Uhr am Sitzungstag nötig.

Weitere Themen des Abends sind die Erweiterungspläne der Tierklinik Posthausen, Bebauungspläne „Lange Straße 26-30“ und „Lilienthaler Straße 2 und 4“ sowie die Beheizung der Schulaula über mögliche Deckenstrahlplatten.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
 04261 / 72 -435
 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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