Achimer Verein setzt sich für „Sternenkinder“ ein

500 Gramm

Landfrauen und Mitglieder des Achimer Vereins Sterneneltern tauschten sich in Fischerhude aus.
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Fischerhude (bb). Jüngst hielt der Verein Sterneneltern Achim in Fischerhude einen Vortrag vor den Ottersberger Landfrauen.

Der Verein setzt sich für die Würde von sogenannten Sternenkindern ein, Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Früher wurde der Bergriff Sternen- oder Schmetterlingskinder lediglich einer bestimmten Geburtsgewichtsgrenze zugeordnet. Verstorbene Kinder, die die Gewichtsgrenze von 500 Gramm nicht erreicht hatten, hatten viele Jahre kein Anrecht auf eine würdevolle Bestattung. Dem Ehepaar Barbara und Mario Martin aus Hessen war es schließlich zu verdanken, dass dieses „unmenschliche Gesetz“ vor ein paar Jahren gekippt wurde.

Für die Sterneneltern ist der Kampf deswegen aber noch nicht vorbei, denn die 500-Gramm-Grenze bestünde noch in anderen Punkten. Dazu die Sterneneltern auf www.sternenelternachim.de: „Haben Mütter von Sternenkindern, egal bei welcher Gewichtsgrenze und in welcher Schwangerschaftswoche auch immer, nicht ein Recht auf Schutz? Eine Geburt bleibt eine Geburt. Mal abgesehen vom seelischen Schmerz, durchläuft der weibliche Körper alle Stadien einer regulären Entbindung, egal wie groß oder schwer das Kind ist, das zur Welt gebracht wird.“

Der sogenannte Mutterschutz stehe allerdings nur denjenigen zu, deren Kind mehr als 500 Gramm auf die Waage bringe. „Eine Nachsorge durch eine Hebamme und den behandelnden Frauenarzt werde oft nicht einmal angeboten, obwohl sie der betroffenen Mutter zustehe“, klagen die Sterneneltern an. Daher arbeitet die Initiative daran, das Thema Sternenkinder bekannter zu machen.

Sylvia Einemann, Kassenwartin der Landfrauen, bat die Sterneneltern Achim, an einem ihrer Clubabende einen Vortrag über ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu halten. Das Café in Fischerhude war gut besucht als Stefanie Gebers, Friederike Nolte und Jennifer Wilman rund um das Thema Sternenkinder referierten.

“Interesse an unserer Vereinsarbeit freut uns immer sehr”, so Wilman, die als Akutbegleiterin bei den Sterneneltern Achim ehrenamtlich tätig ist. Sie ergänzt: „Auf Vortragsabenden erleben wir immer wieder, wie wenig aufgeklärt die Menschen über unsere Thematik sind.” So käme es oft zu Missverständnissen, weiß auch Nolte zu berichten. Sie ist seit gut einem Jahr im Team des Vereins. Leitet eine der Selbsthilfegruppen und steht Betroffenen ebenfalls als Akutbegleiterin zur Seite. „Schnell hören unsere Betroffenen Sätze wie ‘Es war doch noch gar kein richtiges Kind’ oder ‘Wer weiß, wofür es gut war’. Diese Worte können unglaublich verletzend sein.”

Einemann war von dem Abend begeistert. „Wir können und werden jedem empfehlen, die Sterneneltern zu einem Vortrag einzuladen. Rhetorisch wie inhaltlich war der Beitrag eine absolute Bereicherung.”

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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