Achim Figgen und Dietmar Plath berichten über 50 Jahre Fluggeschichte

Tiefgründiges über Höhenflüge

Zeigen ihr neuestes gemeinsames Werk: Dietmar Plath (links) und Achim Figgen auf dem Flugplatz in Rotenburg. Foto: Privat
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VON JUDITH TAUSENDFREUND

Ottersberg/Sottrum – In ihrem neuen Buch geht es vor allem um Flugzeuge. Aber die beiden Autoren Achim Figgen und Dietmar Plath haben sich auch mit der Entstehungsgeschichte und Firmenhistorie des europäischen Flugzeugherstellers Airbus beschäftigt, denn diese hatte – im Gegensatz zur Geschichte des Flugzeugherstellers Boeing – noch niemand festgehalten.

„Dietmar Plath, geboren 1954 in Otterstedt, gehört zu den erfahrensten Fotografen in der Welt zwischen Himmel und Erde“ – so steht es im Pressetext zu seinem neuesten Werk, und treffender kann man ihn nicht beschreiben. Mehr als 130 Länder in allen Kontinenten hat er schon besucht, getrieben von einer durchaus ungewöhnlichen Leidenschaft. „Ich wollte Flugzeuge da zeigen, wo sie im Einsatz sind“, beschreibt er seine Motivation.

Dabei will er nicht nur das Flugzeug an sich abbilden, sondern eben auch die Menschen, die Landschaft, kurz: Das Land, in dem sich das jeweilige Flugzeug befindet. „Ich wollte auch immer, dass andere die Fotos sehen und sich daran erfreuen“, beschreibt er seine innere Triebfeder. Plath hat interessante Flugzeuge in faszinierenden Landschaften festgehalten und viele eindrucksvolle Reportagen in renommierten Magazinen wie GEO, Stern, Time, Aero International, Flight International und Aviation Week veröffentlicht. Der Autodidakt absolvierte ursprünglich bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) in Bremen eine Ausbildung zum Industriekaufmann und wurde anschließend Pressereferent des Unternehmens. 1981 verschmolzen die VFW mit dem Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Konzern, der Ende der 1980er-Jahre von der Deutschen Aerospace AG übernommen wurde, einem Unternehmen des Airbus-Konsortiums. Dort wurde Plath 1993 Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Airbus Deutschland in Hamburg-Finkenwerder. Plath ist auch ehemaliger Chefredakteur des Luftfahrtmagazins Aero International und aus dieser Zeit kennt er den 53-jährigen Achim Figgen sehr gut. Figgen ist vielen Rotenburgern als Geschäftsführer des Flugplatzes in Rotenburg bekannt – seit vier Jahren ist der Diplom-Ingenieur Figgen dort aktiv. Zuvor war er 20 Jahre lang bei Aero International, dem Online Portal für Zivilluftfahrt – als stellvertretender Chefredakteur. Seit dieser Zeit gehen Plath und Figgen als eingespieltes Team gemeinsam Werke an. So veröffentlichten die beiden im Jahr 2006 „Boeing Verkehrsflugzeuge: Von den Anfängen bis zur 787“ und 2013 den „Typenatlas Verkehrsflugzeuge: Alle Passagier- und Frachtmaschinen“. Nun haben sie ihr nächstes gemeinsames Buch „Fünf Jahrzehnte Airbus“ verfasst. „Dieses Projekt war mir eine Herzensangelegenheit“, betont Plath. Denn sein Lebenswerk Airbus stecke in den 192 Buchseiten, die mit etwa 220 Abbildungen einen in dieser Form sicher einmaligen Fotoband darstellen. Einmalig ist das Werk auch aufgrund der fesselnden Fotografien von Plath. Er ist aber auch einmalig, da er inhaltlich geballtes Fachwissen rund um Airbus enthält. „Ein solches Standardwerk hat es so in dieser Zusammenfassung bisher nie gegeben“, weiß Plath. Die Erfolgsgeschichte der europäischen Jets, dort kann man sie nachlesen. „Es ist wirklich ein gutes Gefühl, dass uns das gelungen ist“, beschreibt auch Figgen, der in Sottrum lebt, seine Zufriedenheit mit dem Bildband. „Solche Bücher haben ihre Berechtigung, denn die Informationen, die wir hier zusammengetragen haben, sind weder im Internet noch in anderen Medien so zu finden“, so der Autor weiter. Der Zeitaufwand sei entsprechend groß gewesen, gibt er zu – und doch gibt es eben viele, die das Thema ebenso fesselnd finden wie die beiden Autoren des Bildbands. „Alleine die vielen Menschen, die in der kommerziellen Luftfahrt arbeiten, auch die vielen Interessierten, die in ein Flugzeug steigen, um zu reisen, haben mit dem Thema zu tun“, so der geborene Sauerländer Figgen. Ein spannender Aspekt innerhalb der Geschichte von Airbus sei dabei auch der europäische. „Hier funktioniert Europa, hier hat Europa etwas Gemeinsames hervorgebracht“, formuliert er seine Erfahrung mit dem Unternehmen. Eine noch größere Erfolgsgeschichte werde es wahrscheinlich nicht geben, vermutet Figgen. In den einzelnen Kapiteln hat er detailliert den Werdegang der einzelnen Flugzeuge herausgearbeitet. „Warum sieht es aus, wie es aussieht, und auch der geschichtliche Aspekt ist mir immer ein wichtiges Anliegen“, schildert der Autor weiter. Figgen wollte schon immer mal „etwas mit Flugzeugen“ zu tun haben, erklärt er. In Stuttgart studierte er Luft- und Raumfahrttechnik, ehe er sich 1995 vom Ingenieursleben ab- und dem Schreiben zuwandte. Das jetzt vollendete Werk habe er unbedingt noch zu Ende bringen wollen. „Figgen versteht die technischen Zusammenhänge“, weiß Dietmar Plath aus jahrelanger Zusammenarbeit nur zu gut. Auch er betont, dass die zahlreichen Informationen, die für das Buch zusammengetragen wurden, in dieser Form bei keiner anderen Quelle so zu finden seien. Beide, sowohl Figgen als auch Plath sind auf ihre Art und Weise durchaus als Künstler zu bezeichnen. Flugzeuge, die sich gerade im Landeanflug befinden, zu fotografieren, ist eine Herausforderung. Vom Airbus A350 über Tupolew bis hin zum Regionaljet, vom Passagierflieger bis zum Frachter – die verschiedenen Flugzeugtypen verständlich und kompetent zu beschreiben, auch das ist eine schwere Aufgabe – beides gemeinsam zu betrachten, macht vor allem aber eines: Spaß.

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