Naturschutzbehörde bittet Autofahrer um erhöhte Vorsicht

Lurch will mittendurch

Landkreis Verden (r/bb). Die Amphibienwanderungen sind im vollen Gange. In den feuchten und milden Abend- und Nachtstunden des Vorfrühlings machen sich die Tiere auf den Weg, ihre Laichgewässer aufzusuchen. Zum Schutz der Tiere wurden bereits an zahlreichen Straßenabschnitten Amphibienzäune und Warnschilder aufgestellt. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises bittet Autofahrer in den nächsten Wochen in diesen Bereichen um erhöhte Vorsicht.

Besonders Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche, an einigen Stellen auch stark bedrohte Arten wie Kammmolch, Kreuz- und Knoblauchkröten, begeben sich alljährlich auf Wanderschaft aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Sie legen dabei teils mehrere Kilometer zurück. Mitarbeiter des Landkreises stellten jetzt an viel befahrenen Straßen, die die Lurche auf dem Weg zum Laichgewässer überqueren müssen, Amphibienzäune und Warnschilder auf. So soll verhindert werden, dass Hunderte von Kröten und Fröschen beim Überqueren der Verkehrswege von Kraftfahrzeugen überfahren werden.

Ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer sammeln die Tiere regelmäßig vor dem Fangzaun ein und setzen sie über die Straße. Die gesammelten Tiere werden an jedem Zaun gezählt. Jährlich mehr als 10.000 Tiere werden auf diese Weise über die Straße gesetzt. „Ohne die Zäune würden in nur wenigen Jahren ganze Populationen von Fröschen, Kröten und Molchen beim Queren der Straße totgefahren werden“, erklärt Antje Mahnke-Ritoff von der Naturschutzbehörde. Amphibien, so die Biologin weiter, seien heutzutage in ihrer Gesamtheit eine stark bedrohte Tiergruppe, da unter anderem vielerorts feuchte und extensiv genutzte Wälder, Wiesen und Weiden mit Hecken, naturnahe Tümpel und Teiche ohne Fischbesatz sowie naturnahe, krautreiche Gräben fehlen würden. Autofahrer bittet Mahnke-Ritoff in den nächsten Wochen um besondere Rücksichtnahme. „Wer das Schild ‚Krötenwanderung‘ erblickt, sollte den Fuß vom Gaspedal nehmen und die Geschwindigkeit deutlich herabsetzen, zum Schutz der wandernden Amphibien, aber insbesondere auch zum Schutz der am Straßenrand tätigen freiwilligen Helferinnen und Helfer“, so Mahnke-Ritoff. An wenigen Stellen, wo eine Zaunaufstellung nicht möglich ist, werden während der Abend- und Nachtstunden Wegsperrungen vorgenommen. Autofahrer werden dringend gebeten, diese Sperrungen nicht zu umfahren.

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Björn Blaak Björn Blaak
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