Grete Hoops stellt mit einem zweiten Krimi ihr 17. Buch vor - Von Elke Keppler-Rosenau

Dat Lösegeld

Mit Kriminalromanen hat Grete Hoops sich ein neues Genre erschlossen. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Tarmstedt. Im Alter von 84 Jahren sitzen die meisten Senioren im Ohrensessel, schauen ein bisschen fern und lassen sich von ihren Angehörigen oder dem Pflegedienst versorgen. Nicht so Grete Hoops. Sie hat als etablierte Autorin der plattdeutschen Sprache immer viel zu tun. Jedes Jahr ein neues Buch auf den Markt bringen, ist ihr Anspruch und den bedient sie seit 17 Jahren. Nach amüsanten Geschichten „ton högen,“ sind jetzt Krimis ihre Leidenschaft. Im Oldenburger Verlag Isensee erschien jetzt zum Bücherherbst ihr neuestes Werk „Dat Lösegeld.“

Ein schicksalhafter Kriminalroman mit einer Geschichte, die sich um zwei junge Männer und einen Hund dreht. Es geht darin zwar dramatisch zu, aber die Autorin kommt ganz ohne Brutalität aus. „Das gefällt mir im Fernsehen auch nicht. Ich gucke diese modernen Tatorte nicht. Zuviel Blut, zu viel Gewalt. Früher, als Erik Ode („Der Kommissar“, Anm. der Red.) noch ermittelt hat, war es viel spannender. Heute ist alles so durcheinander, das liefert mir keine Inspiration“, sagt Hoops.

Sie denkt sich lieber Handlungen aus, die den Leser mitnehmen. Auf Orte legt sie sich dabei nicht direkt fest. „Das kann sich hier in Tarmstedt, in Zeven oder Bremervörde abspielen. Auf jeden Fall in der Region und in der Gegenwart“, verrät die Autorin. Mehr aber auch nicht. Dem Buchtitel entnimmt man, allerdings, dass es darum geht, dass zwei junge Männer unverschuldet in eine Notlage geraten. Sie lernen sich zufällig an einem Weihnachtsabend in einer Kirche kennen. Beide leben in bitterer Armut und werden durch diese Lebensumstände geprägt, was sie auf falsche Pfade lenkt und zu Verbrechern werden lässt. Ein Hund soll ihnen aus der Misere heraushelfen. Ob das gelingt, stellt den Leser auf eine Geduldsprobe, zumal das 62 Seiten umfassende Buch für Hochdeutsche nicht ganz einfach zu lesen ist. Es kommen Wörter vor, die im Plattdeutschen angesiedelt sind und einmal mehr verdeutlichen, dass diese Ausdrucksform keineswegs eine Mundart oder ein Dialekt ist. Plattdeutsch, so betont Hoops, sei eine eigene Sprache. Ein bisschen ans Englische angelehnt, aber sonst völlig eigenständig. Mit dem Hochdeutschen vermischt, wie es oft gesprochen wird, käme ein überaus verfälschtes Gemisch heraus. Um den Lesern den Zugang zu erleichtern, hat sie, wie in allen ihren Büchern, auch diesem Krimi im Abspann ein hilfreiches Lexikon hinzugefügt. So lässt sich nachlesen, was „nagangern“ (gierig), oder „Knüttfuust“ (drohen mit der geballten Faust) bedeutet. Auch „Jan Klapperbeen“ (der Tod), „Güntsiet“ (gegenüberliegende Seite) oder auch „krummpuckeln“ (gebückt arbeiten) bedeutet.

Ein Faible für Krimis hat die Ostertimker Autorin schon länger, wurde sie doch als Kind Zeugin eines Kriminalfalles und in den anderen Timke-Dörfern gab es in der früheren und jüngeren Vergangenheit ebenfalls Begebenheiten, die die Gerichte beschäftigten. „Wenn ein bisschen Wahrheit dabei ist, lässt sich auch eine Geschichte darum herum schreiben. Man kann es ja verfremden“, sagt die Autorin, die bereits Ideen für ein 18. Buch in der Schublade hat.

Sie schreibt vorzugsweise in der Nacht. Von 23 Uhr bis 3 Uhr ist ihre beste Zeit. „Ich brauche nicht mehr so viel Schlaf und dann ist absolute Ruhe und ich kann mich in meine Geschichte und ihre Figuren gut reindenken“, beschreibt sie ihre Arbeitsweise. Nach wie vor schreibt sie ihre Texte mit der Hand. Schreibmaschine oder Computer lehnt sie ab. Allerdings werden die Resultate von einem Profi in die Form der Neuen Medien gebracht, damit der Verlag es nicht so schwer hat.

• Grete Hoops „Dat Lösegeld“ ist im Handel unter der ISBN 978-3-7308-1598-4 erhältlich.

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