Landkreis und Ostemed legen neues Strukturkonzept vor

Aus für das MLK

Siegfried Ristau (links) und Hermann Luttmann stellten das Zukunftskonzept vor.
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Zeven (r/nin). Das Aus für das Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) in Zeven rückt näher: Landkreis, der Betreiber Ostemed, das Land Niedersachsen sowie die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung haben nun ein entsprechendes Strukturkonzept vorgelegt, das Alternativ zum MLK in Zeven ein ambulantes Gesundheitszentrum mit Fachärzten sowie ambulanter und stationärer Altenpflege vorsieht.

„Der 2013 mit dem Ausscheiden der Sana-Kliniken aus der Ostemed-Kliniken eingeleitete Umstrukturierungsprozess, der einen weiteren Betrieb des MLK in Zeven vorsah, hat leider nicht die erforderliche Unterstützung durch die Gesetzlichen Krankenkassen und das Land Niedersachsen gefunden“, heißt es seitens des Landkreises in einer Pressemitteilung. „Der Landkreis ist allein nicht in der Lage, das MLK im Verbund mit der Ostemed zu betreiben. Die aktuelle Entwicklung gebietet es jetzt unverzüglich, gemeinsam mit Land und Krankenkassen, die Krankenhausstruktur im Altkreis Bremervörde insgesamt nachhaltig zukunftsfähig zu gestalten. Dabei ist eine bedarfsgerechte medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung auch in der Region Zeven zu gewährleisten und weiterzuentwickeln.“ Das jetzt verfolgte „Strukturkonzept 2019“ orientiere sich am Vorschlag des Staatssekretärs Jörg Röhmann aus dem Januar 2015 und soll jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Ob das Konzept in dieser Form umgesetzt wird, entscheidet der Kreistag bei seiner Sondersitzung am Mittwoch, 11. April.

Das Konzept deckt die Punkte stationäre und ambulante Versorgung sowie Notfallversorgung und Pflege ab. Kernpunkt ist die Zusammenführung der stationären Versorgung und der Ausbau der ambulanten Versorgung. Die stationäre Versorgung soll demnach am Standort Bremervörde konzentriert werden.

„Dort kann die Finanzierung durch die Verlagerung von Budgetanteilen und die Beantragung von Sicherstellungszuschlägen weiterhin gewährleistet werden, was am Standort Zeven nicht der Fall ist“, so der Landkreis weiter. In Zeven soll ein Gesundheitszentrum mit hausärztlicher und chirurgischer Ausrichtung eingerichtet werden. Der Rettungsdienst würde bedarfsgerecht angepasst. Das heißt konkret, die Fahrt- und Einsatzzeiten sollen von einem Gutachter untersucht und bei Bedarf ausgeweitet werden. „Für die Zevener Bevölkerung bedeutet dies, dass auch weiterhin bei einem Notfall eine Anlaufstelle vorhanden ist und kleinere, ambulante Operationen vor Ort durchgeführt werden können“, heißt es in der Mitteilung.

Für Landrat Hermann Luttmann stellt das Konzept keine qualitative Verschlechterung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Landkreis dar. „Ein Weiterbetrieb der Klinik in Zeven, so wie es jetzt läuft, ist für mich nicht mehr vertretbar.“ Das Martin-Luther-Krankenhaus sei in den vergangenen Jahren von der Bevölkerung immer weniger angenommen worden. Das neue Konzept dagegen fände volle Unterstützung beim Land Niedersachsen und den Krankenkassen. Nicht unerhebliche Fördermittel seien in Aussicht gestellt.

„Die Situation im Landkreis ist exemplarisch für die Gesamtsituation vieler kleiner Krankenhäuser im ländlichen Raum. Auf Dauer werden eine Reihe von Kliniken nicht mehr zu halten sein.“ Luttmann ist dennoch optimistisch, die medizinische und pflegerische Versorgung im Landkreis mit der Umsetzung des Konzeptes für alle Einwohner gut aufzustellen. „Mit den beiden Krankenhäusern in Rotenburg und Bremervörde sowie dem neuen Gesundheitszentrum würden die Bürger im Landkreis sowohl ambulant als auch stationär gut versorgt. Mir ist bewusst, dass viele Zevenerinnen und Zevener mit dem Martin-Luther-Krankenhaus eng verbunden sind. Dennoch sollten wir sachlich auf die aktuelle Lage schauen und eine Lösung finden, die für die Bürgerinnen und Bürger im gesamten Landkreis tragbar ist und eine qualitativ hochwertige und finanzierbare medizinische Versorgung gewährleistet.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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