Landkreis richtet Sperrbezirk wegen Faulbrut-Befall in Ahausen ein - Von Nina Baucke

Bienen in Gefahr

Eine Biene sammelt Pollen in einer Blüte: Um Ahausen herum hat der Landkreis derzeit allerdings vorerst ein Sperrgebiet eingerichtet.
 ©Rotenburger Rundschau

Landkreis Rotenburg. Gefahr droht den Bienenvölkern in den Gemarkungen Ahausen, Unterstedt, Eversen sowie Waffensen südlich der Bahnlinie: In einem Bienenstand eines Imkers aus Ahausen wiesen Mitarbeiter des Veterinäramtes Amerikanische Faulbrut nach. Deswegen richtet nun der Landkreis für diese Bereiche einen Bienensperrbezirk ein.

„Fast jedes Jahr haben wir es mit der Amerikanischen Faulbrut zu tun“, erklärt Joachim Wiedner, Leiter des Kreisveterinäramtes. Dieses Jahr in Ahausen, und daher hat der Landkreis ein Sperrgebiet gezogen. „Alle dort befindlichen Bienenvölker werden nun untersucht“, so der Veterinär. „Solange wir den Befall auf einzelne regionale Bereiche begrenzen können, ist es kein größeres Problem. Ansonsten kann die Faulbrut zu einer echten Bedrohung werden.“

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine seit Jahrhunderten und weltweit vorkommenden bakteriellen Erkrankung. „Das hört sich zunächst eher harmlos an“, sagt Wiedner. „Allerdings: Dieses Bakterium bildet Sporen – und die können über Jahre hinweg hoch infektiös sein.“ Bei der Amerikanischen Faulbrut gelangen die Bakterien in die Bienenstöcke, wenn sie an Härchen der Bienenkörper hängen bleiben. In den Brutwaben nimmt die Larve die Sporen auf. Diese zersetzen sie dann. „Ein Hinweis auf einen Befall ist, wenn die Deckel der Brutwaben stehen bleiben. Normalerweise schlüpfen ja irgendwann einmal dort die Jungbienen heraus. Wenn allerdings ein Fall von Faulbrut vorliegt, ist alles, was dann noch in der Wabe ist, etwas bräunlich-klebrige Masse. Ist der Befall noch älter, wird diese Masse zu einer Art Schorf – und selbst der ist noch auf Jahre hinaus hoch infektiös“, erklärt Wiedner. In Ahausen sei ein Befall deutlich zu sehen gewesen. Wie weiter verfahren wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Stärke des Befalls, Größe des Bienenvolkes und wann die Krankheit entdeckt wurde. „Jetzt ist daher ein vergleichsweise günstiger Zeitpunkt, da es im Bienenjahr noch sehr früh ist“, erklärt Wiedner. Zwei Optionen gibt es für die Imker: die Tötung des Bienenvolkes und die anschließende Desinfektion des ganzen Materials, einschließlich der Rahmen für die Waben, und der Entsorgung des Wachses. „Der Honig kann ohne Bedenken verkauft werden“, beruhigt der Leiter des Veterinäramts. Die zweite Option ist das Kunstschwarmverfahren, bei dem die Imker den Putztrieb der schwarz-gelben Insekten provozieren. Dabei werden die Bienen verlegt und müssen zunächst etwas hungern, damit sie eventuelle Sporen über den Verdauungstrakt ausscheiden. „Medikamente, beispielsweise Antibiotika kommen auf keinen Fall zum Einsatz“, macht Wiedner deutlich. In dem Fall in Ahausen ist die Entscheidung für eine Lösung noch nicht abschließend getroffen. Aber ganz gleich, ob Tötung des Bienenvolkes oder das Kunstschwarmverfahren – danach braucht es noch zwei Monate, bis der Landkreis das Sperrgebiet wieder aufhebt. Nun allerdings bittet das Veterinäramt darum, dass Imker bislang nicht gemeldete und untersuchte Bienenstände im Sperrbezirk unverzüglich unter Angabe von Standort und Völkerzahl melden – schriftlich an Hopfengarten 2 in 27356 Rotenburg, per Fax an 04261/ 9832398 oder per E-Mail an veterinaeramt.row@lk-row.de. Unter gibt es außerdem eine Karte des aktuellen Sperrbezirkes. „Für die Imker ist die Amerikanische Faulbrut keine schöne Angelegenheit“, so Wiedner. „Aber sie ist bislang nicht weiter besorgniserregend.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

03.07.2020

Kettensäge und Kreativität

24.04.2020

Frühlingsbilder

08.03.2020

Sportabzeichen Übergabe Sottrum

24.02.2020

Bassen Helau