Kreistag beschließt Sparkassen-Fusion mit Osterholz - Von Nina Baucke

Aus zwei mach eins

Die Filiale am Pferdemarkt in Rotenburg: Aus der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde wird am 1. Januar 2018 die Sparkasse Rotenburg-Osterholz. Archivfoto: Dennis Bartz
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Bremervörde. Ab dem 1. Januar 2018 wird die Bankenlandschaft im Landkreis eine andere sein, denn an diesem Tag tritt sie in Kraft: die Fusion der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde mit der Sparkasse Osterholz. Nach der Zustimmung der jeweiligen Verwaltungsräte hatte am Mittwoch der Kreistag Osterholz-Scharmbeck grünes Licht gegeben. Dass das Großprojekt der beiden Kreditinstitute nun endgültig in trockenen Tüchern ist, dafür sorgte der Rotenburger Kreistag bei seiner Sitzung am Donnerstag in Bremervörde.

Seit Anfang des Jahres hatten die beiden Unternehmen Fusionsgespräche geführt, nun ernteten sie für ihre Arbeit ein einstimmiges Votum der Kreistagsmitglieder für den Zusammenschluss zur Sparkasse Rotenburg-Osterholz, so der Name für das neue Großkonstrukt. Lediglich die drei Abgeordneten der AfD-Fraktion enthielten sich der Stimme.

„Das ist ein weitreichender Beschluss, der eine historische Entscheidung markiert“, erklärte der CDU-Fraktionschef Marco Prietz. Die Herausforderungen, vor denen die Banken heutzutage stünden, wie beispielsweise dem Niedrigzinsniveau, seien bekannt – auch, dass das klassische Geschäftsmodell einer Bank nicht mehr funktioniere. „Die Menschen flüchten heutzutage in andere Anlageformen“, so Prietz. Dazu käme eine stark wachsende Regulatorik, die nach der Finanzkrise nötig geworden war. „Und die trifft nicht nur die Privatbanken, sondern auch öffentlich-rechtliche sowie die Genossenschaftsbanken. Und unsere Sparkasse ist heute noch wettbewerbsfähig, das langfristig zu halten, ist sehr schwer.“ Die Vorstände seien überzeugt davon, in dem neuen Zusammenschluss jährlich einen Nutzen von zehn Millionen Euro zu erzielen – denn die Zahl der Vorstände sinke, so Prietz. Und immerhin brächten beide Banken ihre eigenen Stärken in die neue Einrichtung ein.

„Wir diskutieren die Fusion zu einer Zeit, in der die Sparkasse noch in ruhigem Fahrwasser ist, aber schon dunkle Wolken am Horizont auftauchen“, sagte Jan-Christoph Oetjen (FDP). „Daher ist es jetzt ein guter Zeitpunkt, alles zu verschlanken und einzusparen. Auch für Mitarbeiter ist das besser, um die Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern.“

Nachdenkliche Worte kamen allerdings vom SPD-Kreisvorsitzenden Klaus Manal. Einig war er sich mit Prietz über die Notwendigkeit der Fusion: „Wir müssen das tun, ansonsten vergehen wir uns an der Zukunft.“ Er mahnte jedoch an, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter nicht ins Hintertreffen gerieten und zu einer „Personaleinheit“ würden. Die Personalräte seien aber sehr verantwortungsvoll im Vorfeld der Fusion vorgegangen. „Letztlich wird die Zahl der Mitarbeiter sinken, andere werden weitere Arbeitswege in Kauf nehmen müssen“, so Ingolf Lienau (Grüne). „Fusionen sind nicht immer eine Garantie, dass alles besser und transparenter wird.“ Daher seien auch Bedenken gegenüber den Plänen der beiden Sparkassen nicht ganz von der Hand zu weisen. „Wir sollten zustimmen, es kann aber auch sein, dass wir später klüger sind.“

Die beiden Kreditinstitute selbst versprechen sich von der Fusion die Sicherstellung „der nachhaltigen kreditwirtschaftlichen Versorgung der Region“, wie es in dem Beschlussvorschlag heißt. Dabei betonen beide nach wie vor das Festhalten an der regionalen Ausrichtung und die Bedeutung des Kundengeschäft – sowohl im Firmen- als auch im Privatkundenbereich. Zugleich plant die neue Sparkasse Rotenburg-Osterholz den Ausbau des Leistungsangebots durch den gezielten Aufbau neuer Geschäftsfelder. „Durch die langfristig zukunftsfähige Ausrichtung werden zudem Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten verbessert und insgesamt die Arbeitgeberattraktivität als erfolgreichster Finanzpartner vor Ort gestärkt“, so beide Banken.

Die Fusion soll dabei als Übernahme der Sparkasse Osterholz durch die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde vollzogen werden.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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