Kreistag beschließt Kauf des Edelmann-Grundstücks für 60.000 Euro

„Licht ins Dunkel“

Sandbostel (nin). Ein langdiskutiertes Thema nimmt ein positives Ende – so stellte es zumindest Volker Kullik (SPD) im Kreistag da. Der Grund: Das Kommunalparlament entschied mit breiter Mehrheit dafür, für 60.000 Euro das sogenannte Edelmann-Grundstück in Sandbostel zu kaufen und der Stiftung der Gedenkstätte zur Verfügung zu stellen. Einen entsprechenden Antrag hatte die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grüne und WFB gestellt.

Bei der Abstimmung waren es dann auch lediglich sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Unter den Nein-Sagern war auch Landrat Hermann Luttmann (CDU). Denn: 2014 hatte das Kuratorium entschieden, nicht mehr als 50.000 Euro für das 15.000 Quadratmeter große Gelände auszugeben. Der Besitzer hatte jedoch 75.000 Euro gefordert, die schlussendliche Kaufsumme von 60.000 Euro stellt demnach einen Kompromiss dar.

Er habe kein schlechtes Gewissen, den Antrag abzulehnen, „ich lasse mich aber nicht in die Ecke der Gedenkstättengegner stellen“, betonte der Landrat. „Sie schenken dann dem Militariahändler Edelmann das Geld“, bemerkte er zudem in Richtung der Kauf-Befürworter.

Das Konzept für die notwendige Restaurierung und die weitere Nutzung liegt bereits in der Schublade von Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann – kalkuliert wird mit etwa einer Million Euro. „Vor 2019 werden allerdings keine Landesmittel fließen, und bis dahin braucht daher die Stiftung auch das Grundstück nicht“, so Luttmann. „Ein Kauf 2019 wäre sicherlich günstiger gewesen.“ Er warf zudem ein Zitat des Holocaust-Überlebenden Ivar Buterfas in die Waagschale, der ihn zu seinem Standpunkt beglückwünscht hatte und für den auch bei 50.000 Euro „Feierabend“ gewesen wäre.

Die Mitglieder der Mehrheitsgruppe wiederum pochten nach wie vor auf die Bedeutung des Kaufs – zumal für die Umsetzung des Konzeptes schon Sponsoren bereitstünden. „Einen besseren Kompromiss kann man sich nicht vorstellen“, erklärte Kullik. Reinhard Bussenius, Mitglied der Grünen-Fraktion, äußerte sich zudem zu dem Vorwurf der Klientelpolitik. „Herr Edelmann gehört garantiert nicht zum Klientel der Mehrheitsgruppe des Kreistages. Das angesprochene Klientel sind die Kriegsgefangenen und die Häftlinge des Lagers, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen“, so Bussenius. „Es sind die Bürger unserer Region und Schüler.“ Das Gelände sei derzeit ein „Schandfleck, der umgehend beseitigt werden sollte“. Die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten warnte zudem im Vorfeld der Abstimmung vor einer negativen medialen Rezeption – wie Anfang der 2000er Jahre, als sich „Landrat Fitschen seinerzeit ins Abseits manövrierte“, so die Scheeßelerin. „Der Auftrag lautet immer noch: Licht ins Dunkel bringen, nichts verschweigen, aufklären.“

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Nina Baucke Nina Baucke
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