Kreisarchiv erhält Bundesförderung für Digitalisierung

„Geschichte in Bild und Ton“

Kreisarchivar Sönke Kosicki (von links), FSJlerin in der Denkmalpflege Elena Hennicke und Archivmitarbeiterin Anke Schriefer bei der Vorbereitung der zu digitalisierenden Dias, Negative und Magnettonbänder. Foto: Landkreis Rotenburg
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Landkreis Rotenburg (bb). Die Folgen der Corona-Pandemie sind auch in Bibliotheken und Archiven deutlich spürbar. Das 2020 innerhalb des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgesetzte Digitalprogramm „Wissens-Wandel“ für Bibliotheken und Archive soll die Auswirkungen abmildern und die Kultureinrichtungen besser für die Zukunft aufstellen.

Auf Mittel aus dem zehn Millionen Euro umfassenden Fördertopf hatte sich im November vergangenen Jahres auch das Kreisarchiv beworben – mit Erfolg. Für das Projekt „Kreisgeschichte in Bild und Ton – Digitalisierung audiovisueller Medien im Kreisarchiv des Landkreises Rotenburg (Wümme)“ erhält das Archiv nun bis zu 14.247 Euro.

Mithilfe der Förderung werden in den kommenden Monaten über 16.000 Dias und 13.000 Negative im Kleinbild- und Mittelformat sowie 40 Magnettonbänder digitalisiert. Die Bilder dokumentieren nahezu das gesamte Kreisgebiet von den 1960er-Jahren bis in die 1990er-Jahre und entstanden beim ehemaligen Landkreis Bremervörde, beim heutigen Landkreis Rotenburg, beim Heimatbund Rotenburg und der Kreisgemeinschaft Angerburg. Digitalisiert werden auch über 7.000 Luftbilder von zahlreichen Ortschaften im Kreisgebiet aus den 1950er bis 1980er Jahren. Die über 190 Stunden umfassenden Tonaufnahmen stammen insbesondere aus mehreren Befragungen von Kreisbewohnern zum Thema Volksmedizin, Heilkunde und Aberglaube, die um 1970 vom Rotenburger Institut für Heimatforschung und dem Seminar für Volkskunde der Universität Göttingen durchgeführt wurden.

Die jetzt laufenden Maßnahmen sind ein weiterer Baustein in der Digitalisierungsstrategie des Kreisarchivs, das seine digitalen Angebote seit einigen Jahren sukzessive ausbaut. So sind über das Archivportal Arcinsys bereits Onlinerecherchen in Teilen des Archivbestandes möglich (www.arcinsys.niedersachsen.de). Daneben werden viel genutzte Archivbestände und, wie im laufenden Projekt, besonders gefährdete Medien digitalisiert und online zur Verfügung gestellt. In Arcinsys können bereits jetzt über 900 Namensverzeichnisse zu standesamtlichen Personenstandsregistern ab 1874 eingesehen werden.

„Mit dem Projekt wird ein bedeutender Teil des Bild- und Tonarchivs des Landkreises nicht nur dauerhaft gesichert, sondern auch erstmals für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die besonders greifbaren Quellen ermöglichen es jedem Interessierten, in die Geschichte des Landkreises, seiner Gemeinden und Einwohner einzutauchen“, so Sönke Kosicki, der Leiter des Kreisarchivs.

Damit überhaupt eine gezielte Recherche möglich ist, schließt an die Digitalisierung der Fotobestände die Erschließung derselben an. Zwar liegen Grunddaten, wie Kurztitel sowie Aufnahmeort und -datum zu den Bildern vor, allerdings sollen diese zur Verbesserung der Recherchemöglichkeiten vertieft werden. Hierbei ist auch die Einbindung von ortskundigen Personen und Geschichts- und Heimatvereinen denkbar, mit deren Hilfe Personen, Ereignisse, Straßen oder Gebäude identifiziert werden können.

Die Bestände werden nach Abschluss der Arbeiten zunächst in den Benutzerräumen des Kreisarchivs in Bremervörde und Rotenburg (Wümme) einsehbar sein. Im nächsten Schritt ist geplant, die Digitalisate online zur Verfügung zu stellen. In einer Mediendatenbank sollen dann neben den Bild- und Tonbeständen des Kreisarchivs auch Filme aus dem Archiv bereitgestellt werden.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
 04261 / 72 -435
 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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