Keine Ausstellung im Artoutlet

Hoffnung auf Betrachter

Die Künstler im Artoutlet hatten sich auf das Ausstellungswochenende an diesen Tagen gefreut. Daraus wird nun coronabedingt nichts. Foto: Nina Baucke
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Unter dem Titel „Verwaiste Orte“ stellen wir regelmäßig beliebte Einrichtungen und Treffpunkte vor, die in diesen Tagen coronabedingt weitgehend menschenleer sind. Für den achten Teil haben wir uns im Artoutlet in Visselhövede umgesehen.

Von Nina Baucke

Visselhövede. So ganz verwaist geht es derzeit im Artoutlet nicht zu, vereinzelt arbeiten einige Künstler in ihren Ateliers – allerdings hinter verschlossenen Türen. Aber entgegen aller Hoffnung wird das Artoutlet an diesem Wochenende, 27. und 28. März, verwaist sein – dabei hatten Artoutlet-Initiator Manfred Willi Reichert und die dort ansässigen Künstler gehofft, ihre Kunst unter dem Motto „Kannste mal sehen“ zu präsentieren. Nun ziehen sie angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen die Notbremse. „Kunst braucht den Betrachter“, bringt Reichert das Dilemma der Künstler auf den Punkt. „Die Künstler hatten Lust auf dieses Wochenende und darauf hingearbeitet, um damit auch wieder in diesen Veranstaltungsrhythmus zu kommen.“ Vor Corona hatte das Artoutlet zweimal im Jahr – im Frühling und im Spätsommer – seine Pforten für interessierte Besucher geöffnet. „Uns lag nichts daran, hier etwas auf Messers Schneide zu machen“, betont Reichert. „Jeder soll ohne Beklemmungen durch die Flure und Räume wandern.“

Dennoch sind nach wie vor Künstler in den Räumen der ehemaligen Kaserne aktiv, teilweise war sogar Einzelunterricht möglich. „Aber es ist kein schöner Zustand, vor allem für die Musiker.“ Auf Facebook gibt Reichert immer wieder Einblicke in das künstlerische Schaffen im Artoutlet. „Aber es geht ja um mehr: Hier riecht man die Farbe, tauscht sich mit den Künstlern aus.“ Dazu sind an diesem Tagen die Scheeßeler Jan Kuhn und Nils Bassen für ihren Podcast „Labskaus mit Milch“ bei ihm zu Gast. „Aber das ist natürlich nicht genau das, was es an diesem Wochenende sein könnte“, sagt Reichert. „Einige Künstler hier sagen: Wir sperren gerne auf, aber nicht gerne zu. Und auch draußen wissen wir von einigen Leuten, die auf die Wochenenden hier schon immer warten.“

Gleichzeitig passt das Dilemma zu den Räumen des Artoutlets: „Es war schon zwei Mal ein verlassener Ort – erst durch die Bundeswehr, dann durch die Flüchtlinge. Dieser Ort hat einfach mit Verlassen zu tun.“ Was ihn dennoch freut: Immer wieder kommen trotz allem neue Mieter dazu: „Hier ist immer noch Leben drin.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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