Kernkraftwerk besteht 25 Jahre und soll noch Jahre Strom liefern

"Haben keine Risse im Reaktor"

(hf). Die letzte Sicherheitsschleuse liegt hinter uns. Bestückt mit einem Sievertmeter, das die radioaktive Strahlendosis festhält, betreten wir das Herzstück des Kernkraftwerks: das Reaktorgebäude. Im Zentrum unter meterdicken Betonplatten: die Brennstäbe. Eine Video-Kamera der Euratom hält alle Bewegungen in diesem Bereich fest. Radioaktives Material kann daher nicht unerkannt entwendet werden. Beim Verlassen des Betriebsbereiches stellen computergesteuerte Meßgeräte mit nüchterner Stimme fest: Nicht kontaminiert, nicht kontaminiert...

Eingeladen zu der Visite im Kernkraftwerk Stade (KKS) anläßlich des 25jährigen Bestehens hatten die Überlandwerke Nord-Hannover (ÜNH), die als Kunde des Betreibers Preussen Elektra aus dem Unterelbegebiet Strom beziehen. 120 Milliarden Kilowattstunden wurden hier in den letzten 25 Jahren produziert. "Wir sind stolz darauf, daß das KKS von allen Kraftwerken im 600 bis 800 Megawattbereich am meisten Strom erzeugt hat. Es wird fast immer 100 Prozent Leistung gefahren", sagt Horst Salcher, Leiter des KKS. Die erfolgreiche Bilanz, mit 84 Prozent zeitlicher Verfügbarkeit nimmt das Kraftwerk auch international einen Spitzenplatz ein, hilft auch, Kritik von außen abzuwenden. Von Umweltministerin Monika Griefahn einst als Schrottreaktor bezeichnet, hält sich die schmucklose Stahlbetonkonstruktion recht wacker. "Wir haben keine Risse im Reaktor", empört sich Salcher über eine entsprechende Nachfrage. Inzwischen, so der Kraftwerksleiter, habe ihm das Umweltministerium sogar bescheinigt, daß es im KKS keine sicherheitstechnischen Mängel gebe. Für die Nachrüstung wurden denn auch rund 400 bis 500 Millionen Mark ausgegeben. Mittlerweile gibt es ein zusätzliches, gegen Flugzeugabstürze gesichertes Gebäude, von dem aus der Reaktor gesteuert werden kann, wenn die alte Schaltanlage zerstört sein sollte. Die nach der Katastrohe von Tschernolbyl durchgeführte Sicherheitsanalyse wird jährlich wiederholt. "Wir können jetzt für die gesamte Abluft einen Jodfilter vorschalten", so Salcher. Was die radioaktive Strahlung angeht, seien Röntgen-Aufnahmen oder Fernflüge schädlicher als der Aufenthalt im Reaktorblock: Während dort nicht einmal ein Microsievert erreicht werde, komme derjenige, der sich einer Computer- Tomographie unterziehe auf bis zu 30.000 Microsievert. Wenn Wirtschaftlichkeit und Strompreise es erlauben, soll das KKS bis zum Jahr 2012 arbeiten. Als Geschenk zum Jubiläum werden 25 weitere Auszubildende eingestellt.

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