Schauspieler Jasper Diedrichsen kommt nach Lauenbrück

„Mein Publikum besteht meist eher aus Schafen“

Jasper Diedrichsen bei seinem Landpark-Auftritt vor acht Jahren. Foto: Heyne
 ©

Lauenbrück – Vor acht Jahren heizte er als „Special Guest“ außerhalb der Wertung dem Publikum beim „Poetry im Park“ im Landpark Lauenbrück ein. Seitdem spielte er viel Theater, wirkte in diversen Fernsehproduktionen mit, gewann mehrere Kabarett- und Comedypreise und mit dem Format „Team und Struppi“ den Deutschen Kleinkunstpreis. Am heutigen Samstag, 11. September, tritt er zum zweiten Mal beim kultigen Wortgefecht auf der Bühne unter der Thing-Eiche im Landpark Lauenbrück an. Wir sprachen mit ihm über sein „erstes Mal“ in Lauenbrück, das richtige Timing und die literarische Verarbeitung der Begegnung mit einem Wolpertinger im Wümmeland.

Herr Diedrichsen, Sie waren 2013 schon mal bei „Poetry im Park“ zu Gast – war das das erste Mal, dass Sie vor Eseln und Ochsen aufgetreten sind?

Jasper Diedrichsen: Das erste – aber nicht das letzte Mal. Ich bin ja Schleswig-Holsteiner, mein Publikum besteht meist eher aus Schafen.

Welche Erinnerungen haben Sie an den Auftritt?

Ich erinnere mich deutlich an den Ruf der Pfauen, denen meine Performance wohl besonders gut gefallen hat. An Lampions, freundliche Menschen und eine sehr gute Stimmung.

Damals liefen Sie außer Konkurrenz. Ist das etwas anderes als im Wettbewerb aufzutreten, noch dazu bei so starker Konkurrenz wie Friedrich Herrmann, Sebastian Hahn und Florian Wintels – ist der Druck, nun abzuliefern, größer?

Alle sind einfach froh, miteinander aufzutreten – und beflügeln sich eher gegenseitig. Druck bringt eh nix!

Hilft Schauspielerfahrung beim Vortragen der Texte in puncto Timing und Ausstrahlung? Oder funktioniert dieses Genre nach seinen eigenen Regeln?

Jede Erfahrung, jede Bühnenzeit hilft. Meine endlosen Ballettstunden, in denen ich sehr gelitten habe, oder mein Fechtunterricht weniger akut – aber mit Sprechbildung, Timing und Präsenz kann man immer etwas anfangen. Nach anderthalb Jahren Corona bin ich allerdings ziemlich rostig.

In letzter Zeit ist es um Sie als Poetry Slammer und Comedian still geworden – das letzte „Team und Struppi“ datiert von 2015, Ihr letztes Kabarett-Bühnenprogramm aus 2014. Stehen momentan andere Projekte wie Theaterschauspiel und TV-Produktionen im Vordergrund?

Mein Beruf ist Schauspieler. In letzter Zeit entdecke ich aber mehr und mehr das Schreiben für mich. Etwas in einem langen Format könnte mir gefallen. Was Slam, Comedy, Kabarett angeht – man weiß nie, wie es weitergeht. Erst mal hoffe ich, dass Kleinkunst aller Art wieder ermöglicht wird, je mehr wir die Pandemie in den Griff bekommen.

Täuscht es, dass die Hochzeit Poetry Slam schon vor Corona vorbei war? Hat sich das Format überholt oder ist es weniger präsent, weil es sich als Kunstform längst etabliert hat?

Die Attraktivität des Formats Poetry Slam macht aus, dass es gar kein echtes Format ist – sondern eine Art offene Bühne für Wort-Künstler aller erdenklicher Richtungen. Diese Vielfalt bedeutet eine permanente Neuerfindung. Ich glaube nicht, dass Poetry Slam überholt ist.

Darf das Lauenbrücker Publikum von Ihnen neue Texte erwarten?

Ganz sicher. Die meisten Lauenbrücker können mein Œuvre ja auch noch nicht auswendig (lacht).

Sie haben jüngst eine ganze Woche bei einem Filmdreh hier quasi „um die Ecke“ verbracht. Die Begegnungen mit endemischen Trachtentänzern, Bollerwagentrupps und sogar einem Wolpertinger haben womöglich in einem Ihrer Texte Eingang gefunden?

Noch nicht. Ich bin noch in der Verarbeitungsphase. In Wahrheit hatte ich allerdings eine sehr schöne Zeit im Kreis Rotenburg und habe viel dazu gelernt. Zum Beispiel wie man korrekt küselt, dass man einer Kartoffel die Nase reiben muss, und – dass man hier Pizza mit Remoulade bestreicht.  hey

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser