Pfauenhenne brütet in Lauenbrück drei Küken aus - Von Ann-Christin Beims

Drillinge im Altenheim

Der Pfauenhahn stolziert mit Vorliebe durch den Garten und betrachtet neugierig seine Umgebung. Fotos: Ann-Christin Beims
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Lauenbrück. Da staunten Bewohner und Altenpfleger im Haus Wümmetal in Lauenbrück nicht schlecht, als vor einigen Wochen erst ein Pfau und kurz darauf eine Pfauenhenne im Garten standen. Schon bald mit Nachwuchs: Drei Küken sind im Juli geschlüpft. Doch die Tiere können nicht auf Dauer dort bleiben, daher sucht Einrichtungsleiterin Christine von Fintel ein neues Zuhause für die kleine Familie.

Das gestaltet sich schwerer als gedacht, denn die Tiere sind scheinbar nicht gewillt, den Garten zu verlassen. Mehrere Versuche, sie im Landpark anzusiedeln, misslingen. Dort waren sie zuvor plötzlich aufgetaucht – nach einer Anfrage, ob der Park ein Pärchen aufnehmen würde. „Ich hatte das abgelehnt, unsere Pfauen würden die neue Gruppe verdrängen“, erklärt Friedrich-Michael von Schiller. Das Pfauenpaar tägt keine Ringe und ist sehr zutraulich. „Wir haben versucht, sie im Park heimisch zu machen. Aber sie orientierten sich zurück Richtung Wald. Vermutlich suchten sie ihren Heimatstandort“, so von Schiller.

Eine neue Heimat haben sie kurz darauf im Haus Wümmetal gefunden. „Wir dachten, dass sie weggeflogen sind und sie jemand vermisst“, sagt Wohnbereichsleiterin Gabi Denell. Daher fragen sie beim Landpark nach und Helfer treiben die Tiere zurück. Doch so schnell gibt das Paar nicht auf und wandert zum Pflegeheim zurück. Es gelingt, den Hahn unter Polizeischutz wieder in den Park zu bringen, und die Tierpfleger stutzen ihm die Flügel. Die Henne finden sie nicht. Aber lange hält der Pfau es ohne seine Herzdame nicht aus: Bereits am nächsten Morgen steht er wieder vor der Tür. „Er ist wieder ausgebüxt“, erinnert sich von Fintel mit einem Lachen.

Nicht ohne Grund: Im Hochbeet liegen plötzlich drei Eier. „Beim Brüten haben wir sie in Ruhe gelassen“, sagt von Fintel. Eines Tages meldet eine Bewohnerin merkwürdige Geräusche und die Wümmetal-Leiterin beobachtet vom Fenster, wie die Küken schlüpfen. „Wir hatten noch nie Nachwuchs im Altenheim, schon gar keine Drillinge“, sagt Denell und grinst.

Sowohl Bewohner als auch Personal freuen sich über den Familienzuwachs. Sie füttern die Tiere draußen, eine Betreuungskraft stellt bei Regen einen Sonnenschirm über das Beet. „Doch die Henne hat lautstark geschimpft und sich erst wieder auf die Eier gesetzt, als der Schirm weg war“, erzählt von Fintel.

So wohl sich die Tiere offensichtlich fühlen, sie können nicht bleiben. „Sie machen viel Dreck, sonst ist es wirklich schön“, bedauert von Fintel. „Und fünf ausgewachsene Tiere sind etwas happig“, ergänzt Denell. Daher fangen Helfer vergangene Woche die Familie noch einmal ein und bringen sie in den Landpark. „Dann bleiben sie zusammen und wir können sie mit Bewohnern besuchen“, erklärt von Fintel. Aber sie haben die Rechnung ohne die Tiere gemacht: Wenige Tage später ist der Hahn zurück. „Ich habe mit ihm geschimpft und die Bewohner haben sich amüsiert, was er für eine treulose Tomate ist, der seine Familie im Stich lässt“, so von Fintel. Am nächsten Tag sind aber auch die Henne und Küken wieder da.

Nun hofft von Fintel auf ein neues Zuhause für das Gespann. Dabei gilt es, einige Regeln zu beachten, erklärt von Schiller: „Wer sie aufnimmt, sollte eine Voliere haben, in der sie für längere Zeit unterkommen, um den Standort kennenzulernen und zu akzeptieren. Sie werden grundsätzlich erneut auf Suche gehen, wenn ihnen ihre neue Heimat nicht zusagt – durch Unruhe, Hunde, zu offenes Gelände oder ähnliches – weshalb eine Entfernung von mehr als fünf Kilometern ratsam wäre.“ Ihre Schreie seien laut und sie halten sich gern in Gebäudenähe auf. Nächte verbringen die Pfauen gerne auf höheren Bäumen, um sich zu schützen. „Hat man ihnen die Flügel gestutzt, sollte man sie nachts in einen Stall treiben oder locken.“ Der Landpark-Chef mahnt zudem an, sich der Herausforderungen bewusst zu sein, die Tierhaltung mit sich bringt – denn die Tiere sind bereits einmal ausgesetzt worden. Wer helfen kann, meldet sich unter Telefon 04267/981512 bei Christine von Fintel.

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Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
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 ann-christin.beims@rotenburger-rundschau.de

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