Leitungsteam der Vintloh-Zwerge verabschiedet Dagmar Schott

Ein Anfang und ein Ende

Hätten gerne weiter zusammen gearbeitet: Julia Schreiber (von links), Dagmar Schott und Sabine Kalweit Fotos: Jens Lou00ebs
 ©

Fintel. Es ist eine Zäsur für die Kindertagesstätte Vintloh Zwerge in Fintel: Während die Übergabe der Leitungsvollmacht an Sabine Kalweit mit Beginnd es Jahres wieder Konstanz in die Struktur der Tagesstätte bringt, ist das Ausscheiden von Raumpflegekraft Dagmar Schott aus dem Team der Kindertagesstätte für Kinder, Eltern und Erzieher ein deutlich spürbarer Verlust.

Kalweit selbst hatte die kommissarische Leitung der Einrichtung im Mai vergangenen Jahres übernommen, nachdem die damalige Leitung nach nur sechs Wochen das Handtuch geschmissen hatte. Warum es zu dieser Entscheidung kam, können weder Schreiber, noch Schott genau sagen.

In ihrer Suche nach einer zeitnahen Lösung war die Samtgemeinde an Kalweit herangetreten. Die Erzieherin erklärte sich bereit, die Leitung zunächst kommissarisch zu übernehmen, mit der Möglichkeit, jederzeit wieder ins zweite Glied zurückzutreten.

Ab Juli unterstützte sie dann auch Julia Schreiber als Stellvertreterein, zunächst ebenfalls kommissarisch. Schreiber, die seit dem Ende ihrer Ausbildung 2014 Teil des Teams der Kita ist, hatte sich auf die Stelle, die in der ganzen Samtgemeinde ausgeschrieben war, beworben. „Das Bewerbungsverfahren hatte sich etwas hingezogen, von daher blieb die Position der stellvertretenden Leitung von Mai bis Juli vakant.

Schnell war aber beiden klar, dass sie zum einen als Team sehr gut harmonierten, und dass die zusätzliche Arbeit beiden Spaß machte. „Offiziell sind wir zwar, aber wir sehen uns als Team auf Augenhöhe“, sagt Kalweit. Ein weiterer Faktor sei, dass die Kollegen die Arbeit der Leitung mittrügen. „Ich habe zum Glück sehr viele nette Kollegen in der Gruppe, die die Arbeit auffangen, die ich wegen der Position in der Leitung nicht immer erledigen kann“, freut sich Schreiber. Somit musste keine neue Leitung von außerhalb geholt werden, eine Kontinuität ist gegeben, was für alle Beteiligten wichtig gewesen sei. Als dann die Samtgemeinde anfragte, ob das Team ab 1. Januar dauerhaft Bestand haben solle, stimmten beide zu.

Als ersten großen Schritt in diesem Jahr sieht Kalweit dann auch die Verabschiedung von Schott, die nun in den Ruhestand ging. „Ich habe Dagmar über die sechseinhalb Jahre, die sie nun bei uns war, als jemanden kennengelernt, die nicht nur weit über das Erwartete hinaus ihren Dienst tat, sondern stets auch mit viel Herzblut für die Kinder da war“, sagt Kalweit über ihre scheidende Mitarbeiterin. Schott ist immer für alle Kinder und Kollegen Ansprechpartnerin gewesen, und wenn es um das Organisieren von Veranstaltungen wie dem Sommerfest ging, war sie häufig ganz vorne mit dabei.

Nicht nur als Ansprechpartnerin für Kinder und Erzieher fehle sie jetzt, auch die Organisation des Mittagsessens müsse nun neu geregelt werden. „Mit zwölf Essen hat es damals, als ich hier anfing, begonnen“, erinnert sich Schott. Inzwischen liegt der tägliche Bedarf bei 66 Mahlzeiten für Kindergarten und Krippe. „Da lief allerhand Arbeit auf, aber Dagmar hat sich nie unterkriegen lassen“, lobt Kalweit die scheidende Kollegin. Auch beim Aus- und Umbau sowie bei den Sommerfesten hat Schott mit angepackt und auch die eigene Familie mit einbezogen, damit die Arbeit auf mehr Schultern verteilt war. „Wir haben sie immer als Teil des Teams wahrgenommen, nicht nur weil man mit ihr jederzeit Klönschnack halten konnte“, so Schreiber.

Bei der Verabschiedung Ende Februar hatten die Kinder ein Theaterstück aufgeführt, indem sie noch einmal klar gemacht hatten, wie wichtig Schott im Team und für die Kindertagsstätte war. Auch die Elternvertreter nahmen mit großen Dank Abschied von der Rentnerin und überreichten Blumen und ein kleines Präsent. „Die Kinder konnten es zunächst gar nicht begreifen, dass sie nicht mehr wiederkommen wird“, erklärt Kalweit. „Ich bin ja nicht ganz aus der Welt“, sagt Schott und lacht. „Zum Sommerfest bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei und packe mit an.“ Sie hat die Kinder zum Eisessen in ihren Garten eingeladen, und ist bereit in jedem Notfall einzuspringen: „Da genügt ein kurzer Anruf, ich habe es mit dem Fahrrad ja nicht weit“, erklärt die Ruheständlerin mit einem Lachen. Jetzt möchte sie sich erst einmal in die neue Situation einfinden, den Garten für die kommende Saison vorbereiten und am eigenen Heim mit Renovierungsarbeiten beginnen. Die Arbeit mit den Zwergen wird ihr aber fehlen. Zum Abschied hatte sie den Kindern für jede Gruppe eine Picknickdecke geschenkt. „Die haben sich da gleich draufgesetzt und Picknick gespielt“, so Schott. Ihre Entscheidung vor sechseinhalb Jahren vom Eurostrand zu den Vintloh-Zwergen zu wechseln habe sie nie bereut, sagt Schott. Nachdem sie zunächst als Urlaubs- und Krankheitsvertretung begonnen hatte, nahm sie die Möglichkeit wahr, die Stelle in Vollzeit anzutreten. „Das war das Schönste, was man mir geben konnte. Ich wurde aufgenommen, als wäre ich schon immer hier gewesen. So herzlich war das.“

Kalweit, Schreiber und dem restlichen Team ist bei der Verabschiedung klar, dass mit Schott mehr geht als eine Raumpflegekraft – ein Mensch, der das Gesicht der Kindertagesstätte Vintloh-Zwerge in den vergangenen Jahren mit prägte.

03.07.2020

Kettensäge und Kreativität

24.04.2020

Frühlingsbilder

08.03.2020

Sportabzeichen Übergabe Sottrum

24.02.2020

Bassen Helau