Finteler Rat stimmte über Zukunft der Nahversorgung ab

Anbau statt Neubau

Um der Gemeinde Kosten zu ersparen, votierte der Finteler Rat für einen Ausbau der bestehenden Geschäftsflächen. Archivfoto: Klaus-Dieter Plage
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Fintel. Lange wurde in Fintel diskutiert, überlegt, abgewogen und zuletzt auch zum Teil heftig gestritten: Wo soll neue Einkaufsfläche entstehen? Sollte man einen Neubau mit einem Investor wagen, mit dem man bisher keine Erfahrung hatte, oder sollte man eine Erweiterung des Edekamarktes am alten Standort ins Auge fassen? Nun ist im Rat die Entscheidung gefallen, und knapper hätte das Ergebnis gar nicht ausfallen können. Mit sieben zu sechs Stimmen setzte sich der Antrag Ralf Behrens für einen Anbau am alten Edeka in der geheimen Abstimmung durch.

Dabei bestand im grundlegenden Anliegen durchaus Einigkeit. Die Einkaufsfläche des Supermarktes im Ort ist mit knapp über 800 Quadratmeter einfach nicht mehr ausreichend, um den Bedarf vor Ort zu decken. Davon überzeugte sich auch der Vertreter des Landeskreises, der in den Jahren vorher noch zu der Einschätzung gelangt war, dass die Verkaufsfläche dem Bedarf in Fintel angemessen sei. Doch nachdem Drogerie und Getränkemarkt geschlossen haben und der örtliche Edeka diese beiden wichtigen Grundgüter mit abzudecken versuchte, wurde es eng auf der Fläche.

Wie das Problem jedoch am besten zu lösen sei, darüber bestand dann keine Einigkeit mehr. Erschwert kamen bei der Lösungsfindung die Vorgaben des Landeskreises hinzu. Dieser erklärte klar, dass eine Genehmigung nur für eines der Bauvorhaben erteilt werden würde. Den bevorzugte Weg, beide Vorhaben parallel laufen zu lassen und sich dann mit den zusätzlichen Informationen aus dem Genehmigungsprozess entscheiden zu können, machte das unmöglich.

Und so mussten die Ratsmitglieder eine Entscheidung fällen, ohne genau zu wissen, zwischen welchen konkreten Optionen sie eigentlich zu wählen haben. Wie würde ein Anbau aussehen? Würden wirklich ausreichend Parkplätze entstehen? Immerhin erklärte sich der Investor an diesem Punkt bereit, die Planungskosten in jedem Falle zu tragen, auch falls der Landkreis seine Genehmigung verweigern würde.

Auch in Bezug auf den Neubau herrschte große Unsicherheit. Würde der Landkreis das Bauvorhaben überhaupt genehmigen? Im Falle einer Ablehnung bliebe die Gemeinde auf den Planungskosten alleine sitzen.

Es sprach einiges für und gegen den jeweiligen Standort, sodass auch in der Sitzung mehr als ein Ratsmitglied beklagte, noch nie eine Entscheidung mit so wenig Informationen habe treffen müssen. Am Ende entschieden die Ratsmitglieder jeder für sich. Dass die Entscheidung für den alten Standort die Mitarbeiter von Edeka erleichterte, war den gelösten Gesichtern nach dem Beschluss zu entnehmen, hatte es doch Gerüchte gegeben, dass Edeka den Mietvertrag nicht verlängern würde, wenn der Neubau mit dem neuen Investor den Zuschlag erhielte.

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