Anne Cordes steigt für die SPD in den Ring gegen Sven Maier

Mehr Bürgernähe

Anne Cordes will bei der Wahl im September gegen Sven Maier antreten.
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Fintel/Lauenbrück (jl). „Ich möchte für die Samtgemeinde, in der ich lebe, etwas tun“, erklärt Anne Cordes. Im Herbst geht sie für die SPD in das Rennen um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. „Gemeinsam mit allen Beteiligten möchte ich die Ortschaften der Samtgemeinde in den kommenden Jahren voranbringen.“ Nach dem überraschenden Rückzug von Tobias Krüger für die Wahl im Herbst hatten sich alle Parteien auf die Suche nach einem möglichen Nachfolger gemacht.

Cordes, die seit mehr als 30 Jahren in Fintel sesshaft ist, will etwas mehr Bürgernähe in das Rathaus bringen. „In den vergangenen Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass das Amt des Bürgermeisters ein reines Verwaltungsamt geworden ist“, erklärt Werner Kahlke, Fraktionsvorsitzender der SPD im Finteler Gemeinderat. Bürgernähe habe es nur dann wirklich gegeben, wenn Bürger selbst ins Rathaus gegangen seien, um mitzuteilen, dass etwas schief laufe. „Mit einer Bürgermeisterkandidatin aus dem Ort, die auch hier ihren Lebensmittelpunkt hat, versprechen wir uns eine größere Nähe zwischen Rathaus, Vereinen und Bürgern“, erklärt Tobias Koch, Ortsgruppenvorsitzender der SPD Fintel/Vahlde. Die Erfahrung mit den Samtgemeindebürgermeistern, von „außerhalb“ habe gezeigt, dass das Gemeindeleben nach Feierabend diesen nicht ganz so nah sei, wie bei einem Verwaltungschef aus dem Ort. Auch Cordes sieht gerade angesichts der momentanen Situation den dringenden Bedarf, eben diesen Bereich der Gemeinden zu stärken. „Es muss auch neben Arbeit und Schule etwas stattfinden. Das ist es ja gerade, was den Charme der Dörfer ausmacht.“

Mit der Kandidatin Cordes möchte sich die SPD ganz klar von dem Wahlvorschlag der Grünen und der CDU abgrenzen. Das habe auch das eindeutige Votum der Mitglieder in der Samtgemeinde gezeigt. „85 Prozent der Mitglieder haben sich an der Wahl beteiligt, und eine deutliche Mehrheit hat sich für Anne (Cordes) ausgesprochen“, so Kahlke. Die fehlende Erfahrung in der Verwaltung sehen weder Kahlke und Koch noch Cordes selbst als Hindernis an. Es gäbe ja genug fähige Mitarbeiter im Rathaus, die die zukünftige Bürgermeisterin in ihrem Amt unterstützen. Im Gegenteil sei die fehlende Erfahrung hier sogar ein Vorteil für die Bürger. „Mit Frau Cordes hätten wir die Möglichkeit einen völlig neuen Blickwinkel auf Politik und Verwaltung im Rathaus zu bekommen“, so die Vertreter der SPD. Mit Cordes und Maier stellten sich somit zwei völlig verschiedene Typen im Herbst zur Wahl.

„Darüber hinaus habe ich noch sieben Monate Zeit, um mich auf die mögliche Aufgabe vorzubereiten“, erläutert Cordes selbst. Für sie gehöre das Einarbeiten in eine neue Tätigkeit zum Arbeitsalltag. „Als Leiterin des Qualitätsmanagements in unserer Firma muss ich mich auch immer wieder mit neuen Aufgabenbereichen beschäftigen. Und mit dem starken Team der Verwaltung gelingt mir das bei einem Wahlsieg auch im Rathaus.“

Als die Vertreter der SPD an sie herangetreten seien, habe sie erst einmal drei Wochen benötigt, um diese Herausforderung, aber auch Chance zu überdenken. „Meinem Arbeitgeber habe ich meine Entscheidung dann auch so früh wie möglich mitgeteilt. Das gebietet schon die Fairness“, sagt die Fintelerin. Als das Votum der Parteimitglieder dann feststand, habe sie das noch ein Wochenende sacken lassen, ehe sie die Wahl annahm. „Da habe ich mir gesagt: ,Jetzt wird es ernst.‘ Es ist Zeit, den großen Schritt zu wagen.“

Wichtigste Projekte seien die Schulen der Samtgemeinde, allen voran die Fintauschule, das Feuerwehrhaus in Helvesiek und der Ausbau von Breitband und Digitalisierung für alle Ortschaften. Dabei gelte es aber stets, die klammen Finanzen im Blick zu behalten. „Ich bin jemand, der eher vorsichtig und besonnen plant und nicht irgendwelche Denkmäler in die Gemeinde setzt“, erklärt Cordes. Von ihrer Position aus werde sie zudem versuchen, was möglich sei, damit Familie und Beruf vereinbar werden. „Dafür ist die die Samtgemeinde bereits zertifiziert worden, und das Thema liegt mir mit der Erfahrung einer alleinerziehenden Mutter sehr am Herzen.“

Ein weiteres Anliegen ist ihr die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum auf Gemeindegebiet. „Wir haben jetzt durch den HVV Tarif eine sehr gute Anbindung an die Metropolregion.“ Um für Pendler attraktiv zu werdenb enötige man aber auch Wohnfläche. „Und nicht jeder ist ein Häuslebauer“, erklärt Cordes.

Cordes Arbeitgeber, die Firma JBS in Visselhövede, war nicht ungetrübt begeistert ob der Aussicht, die Leitung des Qualitätsmanagements verlieren zu können. „Mein Chef hat gesagt, er müsse jetzt die CDU mit einer Wahlkampfspende unterstützen. Er möchte mich gerne auf meiner Position behalten.“ Privat aber wünschten ihr alle viel Erfolg. „Die wissen ja auch, dass so eine Chance kein zweites Mal kommt.“

Ihren Mitbewerber hat sie bislang nicht getroffen, freut sich aber auf einen interessanten und fairen Wahlkampf. „Wir möchten den Bürgern der Samtgemeinde eine echte Wahl geben“, erklärt Koch. Seit es den hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister gäbe, habe es stets nur einen Kandidaten gegeben. „Es sei an der Zeit, dies zu ändern“,  sagt Kahlke.

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