Erster weltweiter Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober

„Mobile Retter“

Die Herz-Druck-Massage ist die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbelebung und leicht zu erlernen.
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Zeven (r/mey). Der plötzliche Herztod gehört weltweit in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen außerhalb von Kliniken. Allein in Deutschland sterben daran jährlich mehr als 70.000 Menschen. Am 16. Oktober findet daher weltweit der erste Tag der Wiederbelebung unter der Schirmherrschaft des „International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR)“ statt. Der Verein zur Förderung der Notfallversorgung (VFN) beteiligt sich daran und lädt um 19.30 Uhr zu einer Aktionsveranstaltung in den Rathaussaal nach Zeven ein.

Der Tod tritt häufig durch das lebensgefährliche Kammerflimmern ein, was zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit sofortiger Bewusstlosigkeit führt. Dieser vermeidbare Tod ist eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen in dieser Zeit, heißt es aus Fachkreisen. Primär ist die Herz-Druck-Massage die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbelebung und leicht zu erlernen. Mit Hilfe des AED (Automatischer Externer Defibrillator) kann das Kammerflimmern, das zum Pumpversagen führt, durch gezielte Stromstöße beseitigt werden.

Angeboten wird beim Aktionstag in Zeven die Einführung in die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Nutzung des AED. Anschließend besteht für jeden Interessierten die Möglichkeit, die notwendigen Maßnahmen an Übungsgeräten praktisch zu üben. Außerdem stellt Kreistagsabgeordneter Hans-Joachim Jaap das Projekt „Mobile Retter“ vor. Dieses stammt ursprünglich aus den Niederlanden. Dort gibt es bereits rund 170.000 geschulte Retter und fast 14.000 AED, die rund um die Uhr zugänglich sind. „Mobile Retter“ ist ein Smartphone-basiertes Alarmierungssystem für qualifizierte Ersthelfer. Es ist gekoppelt an das Einsatzleitsystem der Rettungsleitstellen (112). Mit dem Notruf werden die dem Notfallort nächstgelegenen, registrierten Retter möglichst mit AED alarmiert, um Hilfe zu leisten.

Im Landkreis Rotenburg gibt es derzeit 138 AED. Aber: Kaum jemand weiß, wo die Geräte im Notfall zu finden sind. Ein Kataster ist zwar auf der Homepage des Landkreises veröffentlicht, im Notfall wird aber wohl eher niemand darauf zugreifen. Nur 35 der 138 Defibrillatoren sind zudem rund um die Uhr zugänglich. Die Verantwortlichen rufen nun dazu auf, dass in jedem Ort mindestens ein AED, in größeren Orten mindestens einer pro 1.000 Einwohner installiert wird.

In Deutschland wird das Projekt „Mobile Retter“ seit 2013 durch den gleichnamigen Verein eingeführt – erstmalig im Kreis Gütersloh. Der gemeinnützige Verein übernimmt Registrierung und Training der qualifizierten Ersthelfer.

Mittlerweile nehmen zehn Landkreise und die kreisfreie Stadt Ingolstadt teil. Im Landkreis Emsland haben Mobile Retter seit Einführung des Projekts Mitte Dezember 2016 bis Anfang Juli 2018 von 440 Alarmierungen 225 Einsätze übernommen. Dabei waren in 90 Fällen die mobilen Retter bereits vor den Rettungskräften vor Ort.

Die Kosten liegen im Jahr der Einrichtung bei etwa 29.950 Euro und betragen im Anschluss rund 20.975 Euro jährlich. Die Mehrheitsgruppe aus CDU, WFB, FDP und Freien Wählern im Kreistag unterstützt durch einen Antrag die Einführung des Projekts im Landkreis Rotenburg.

„Im Ernstfall zählt jede Minute. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet der Betroffene durch Sauerstoffmangel bereits nach wenigen Minuten schwere dauerhafte Schäden, weshalb schnellstmöglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden muss. Neben den Angehörigen können hier qualifizierte Ersthelfer den entscheidenden zeitlichen Vorteil bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bringen. Das Projekt ermöglicht den Aufbau eines Netzes von Ersthelfern, die parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden. Dies kann im Notfall Leben retten“, so der Vorsitzende der Mehrheitsgruppe im Kreistag, Marco Prietz.

Der Antrag der Mehrheitsgruppe soll am 22. November im Ausschuss für Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreistages beraten werden. „Erfahrungen aus anderen Landkreisen und Ländern haben gezeigt, dass die Mobilen Retter durchschnittlich innerhalb von vier bis fünf Minuten am Notfallort eintreffen können. Damit beginnen sie oft noch vor Ankunft des Rettungsdienstes mit den Wiederbelebungsmaßnahmen oder können die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit gezielt unterstützen. Auch der geschulte Einsatz der automatisierten externen Defibrillatoren kann dadurch gesteigert werden“, betont Jaap.

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