Eröffnung der 71. Tarmstedter Ausstellung - Von Henning Leeske

„Brücken bauen“

Nach der offiziellen Eröffnung ging die Prominenz, angeführt von der Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), zielsicher auf den Rundgang zu den Landmaschinen. Fotos: Henning Leeske
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Tarmstedt. Ganz im Zeichen der Tierschau, die in diesem Jahr zum 40. Mal Teil der Tarmstedter Ausstellung ist und damit ein Jubiläum feiert, stand die Eröffnung 71. Messe. Schon die Gästeliste des Festakts mit rund 800 Besuchern zeige laut Ausstellungschef Dirk Gieschen die Bedeutung der Ausstellung für die ganze Region. Alleine 5.000 Menschen waren nötig, um alles rechtzeitig aufzubauen, bis Montag rechnen die Ausstellungsmacher mit mehr als 100.000 Besuchern. „Als Messefamilie wollen wir Landwirtschaft erklären und Brücken bauen“, erklärte Gieschen.

Sorge bereite ihm allerdings der Ton im Umgang mit der Landwirtschaft. „Es ist nicht gut, wenn ein wachsender Teil der Bevölkerung zu Fragen der Landwirtschaft verunsichert ist“, sagte der Messechef. Auch neue Trends wie Bio und Regional gewännen an Bedeutung. „Bei dieser Veranstaltung wird sehr gut verdeutlicht, dass das Land die Stadt ernährt“, betonte Gieschen. Grundsätzlich jedoch seien die 750 Aussteller in Tarmstedt ein Nachweis der Vielseitigkeit der Landwirtschaft.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier stellte sich auch die niedersächische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) den Fragen der Öffentlichkeit. „40 Jahre eine Tierschau durchzuhalten, bei all dem Gegenwind für derartige Veranstaltungen ist schon eine Leistung“, betonte Otte-Kinast. Daher drückte sie ihren Dank vor allem den Veterinären aus, die die Tierschau schon so lange begleiten. „Es ist schon ein Highlight, dass jeder Mensch hier ein Tier einmal anfassen kann“, sagte sie. Weiter sei sie bemüht, mit allen zu reden – auch mit den veganen Tierschützern. „Ich möchte aber auch an der Seite meiner Landwirtschaft Politik für die Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen machen“, fasste sie ihre Agenda zusammen. „Wir wollen regionalen Landbau stärken und Ökolandbau weiter voranbringen“, gab sie als Zukunftsausblick. Tarmstedt sei auch ein Fenster nach draußen, „eben für eine Gesellschaft mit Wertschätzung für die Landwirtschaft, weil diese Gesellschaft die Regeln der Landwirtschaft in Zukunft mitbestimmt“, machte auch Festredner Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deutlich. Deswegen stellte der Funktionär der Landwirte ein Konzept einer globalen Nachhaltigkeit auch für die Landwirtschaft vor: „An vielen Stellen scheint der Fortschritt in der Landwirtschaft sich festgefahren zu haben. Deswegen muss unbedingt Vertrauen der Bevölkerung zurückgewonnen werden“, gestand er ein. „Nahrung, die wir hier verzehren, muss auch hier produziert werden“, fuhr er fort. Es sei schon ein kleines Wunder, die weiter wachsende Weltbevölkerung weiterhin ernähren zu können. In der Zukunft seien die anderen Ziele neben der eigentlichen Ertragsteigergung die eigentlichen Herausforderungen für eine wirklich nachhaltige Produktion der Lebensmittel. Daher nannte er 17 Ziele der globalen Nachhaltigkeit, wozu der Klimaschutz, das Wasser und die Artenvielfalt zur ganzheitlichen Betrachtung gehörten. Am Beispiel der Düngung erläuterte er die komplexen Sachverhalte: „Zum Gesamtsystem des Ackerbaus gehört eben auch das Wasser“, stellte er fest. Bezogen auf das Tierwohl sagte er: „Skandale sind hier Einzelfälle, bestimmen aber das Bild. Tierwohl muss immer vom Tier her geschehen, wenn wir wieder das Vertrauen der Verbraucher zurück gewinnen wollen“, forderte er abschließend. Landrat Hermann Luttmann (CDU) forderte in einer kurzen Rede ebenfalls mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und nannte die Forstwirtschaft als Vorreiter auf dem Gebiet. „Ja, wir müssen auf die Nitratwerte reagieren, aber dürfen dabei nicht die Landwirte benachteiligen, die sich an die Vorgaben in der Vergangenheit gehalten haben“, nahm er Bezug auf die aktuelle Problematik im Landkreis Rotenburg. Mit den Worten „Für die nächsten vier Tage schlägt das Herz des Landkreises Rotenburg in Tarmstedt“ eröffnete er die Tarmstedter Ausstellung, und die traditionelle Erbsensuppe kam auf den Tisch.

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