Bürgermeister und Landrat geben Radweg entland der K205 frei - Von Henning Leeske

Der Lückenschluss

Der CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten (von links), Ralf Goebel, Ursula Hoppe und Hermann Luttmann schneiden das Band für den Radweg durch. Foto: Henning Leeske
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Lüdingen/Kirchwalsede. Freie Fahrt für Radler zwischen Kirchwalsede und Lüdingen: Die nagelneue Radstrecke entlang der Kreisstraße bietet Ausflüglern und Pendlern eine wunderbar glatte und sichere Verbindung. „Der neue Radweg ist so gut, dass sogar die ersten Rennräder darauf gesichteten wurden“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Kirchwalsede Ursula Hoppe (CDU) bei der kleinen, feierlichen Eröffnung.

„Ich freue mich riesig. Ein sehr langgehegter Wunsch der Gemeinde Kirchwalsede ist nun erfüllt worden“, so Hoppe weiter. Über 20 Jahre sei am politischen Willen auf beiden Seiten des Federlohmühlenbachs gefeilt worden. Denn ein Teil des offiziell Geh- und Radweg genannten Bauwerks liegt in der Samtgemeinde Bothel, und der Lüdinger Teil gehört zur Stadt Visselhövede. „Wir haben das zusammen immer weiter vorangebracht“, erinnerte sich Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel im Rückblick auf seine ersten Amtsjahre. Selber kam er übrigens zur Freigabe passend mit dem Fahrrad zur Brücke des Federlochmühlenbaches. Er bedauerte auch, dass die Flächeninhaber wegen der Coronaauflagen nicht auch zur kurzen Feierstunde kommen durften, dabei sei erst durch ihren Verkauf der Bau möglich geworden.

Goebel verriet auch, dass Bürgermeisterin Hoppe sogar einen Grundbesitzer auf dem Lüdinger Gebiet durch einen persönlichen Besuch überzeugte, „sodass dann auch weißer Rauch aufstieg und gebaut werden konnte. Die Flächenverkäufe waren entscheidend“, so Goebel. Er werde diese Strecke auch für private familiäre Fahrten per Velo nach Kirchwalsede in Zukunft nutzen. „Zum Glück ist ohne Radweg auf der gefährlichen Strecke nichts Schlimmes passiert“, betonte Hoppe das unfallfreie Fahren bisher. Teilweise hat die K205 nämlich eine erheblich verengte Fahrbahn, wo bei Begegnungen von Lastwagen für Radfahrer trotz Tempolimits gar kein Platz gewesen wäre. Nun können die Radler sicher auf ihrem eigenen Weg diese rund fünf Kilometer lange Strecke passieren.

„Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Ich freue mich, dass alles so reibungslos geklappt hat und wir auf dieser Strecke eine sichere Fahrradfahrt ermöglichen können“, sagte Landrat Hermann Luttmann (CDU). Insgesamt 1,5 Millionen Euro hatte das Projekt gekostet, das etwa neun Monate Bauzeit in Anspruch genommen hatte. Über die ordnungsgemäße Ausführung überzeugte sich Luttmann ebenfalls selber mit dem Fahrrad von Kirchwalsede aus. So erreichte der Ausdauersportler stilecht die Einweihung pünktlich mit dem eigenen Sportrad.

Von den 1,5 Millionen Euro Kosten kommen 717.000 Euro vom Land Niedersachsen, die andere Hälfte finanzierte zu 50 Prozent der Landkreis sowie den Rest die Gemeinde Kirchwalsede sowie die Stadt Visselhövede. Die Förderung des Radwegebaus sei nach wie vor wichtig für die Entwicklung der ländlichen Infrastruktur, heißt es von den Initiatoren. Über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz finanziere das Land mit einem nennenswerten Millionenprogramm den weiteren Ausbau der Radwege.

Ein spezielles Förderprogramm ist allerdings auf die Landesstraßen fokussiert. 144 Projekte mit einer Länge von 461 Kilometern und einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro sind alleine für die Landesstraßen vorgesehen. Dazu gehört auch der Lückenschluss an der L171 von Jeddingen bis nach Kirchlinteln, auf den nicht nur die Jeddinger sehnsüchtig warten.

Beim Bau des Radweges von Kirchwalsede nach Lüdingen war eine Herausforderung die Querungen des Gewässer Hasselbach und der Federlochmühlenbach. „Hier haben wir statt Spuntwänden eine schönere Schachtbauweise umgesetzt, günstiger war es so auch“, erklärte ein Vertreter der ausführenden Baufirma aus dem Landkreis Rotenburg. „Hier befinden sich geschützte Biotope, sodass die Arbeiten unter den Vorgaben des Naturschutzes durchgeführt werden mussten“, so der Landkreis in der Pressemitteilung zur Eröffnung. Darin wurde auch auf die 26 Bäume hingewiesen, die gefällt werden mussten.

„Als Kompensationsmaßnahme werden dafür 61 neue Bäume in Kirchwalsede sowie zwischen Westerwalsede und der Straße Auf dem Adel gepflanzt, dazu kommen noch neun Bäume im Einmündungsbereich Wittorfer Straße/Odeweger Straße“, so der Landkreis in der Mitteilung. Über diese Kreuzung ist der Radweg übrigens mit einer schwach befahrenen Straße in die Nachbargemeinde Kirchlinteln verbunden, für Ausflüge in den Nachbarkreis Verden. Rund 10.000 Quadratmeter sind durch den Bau nun versiegelt, wofür der Landkreis in Wehnsen im gleichen Flächenumfang eine Fläche hatte aufforsten lassen.

Einig waren sich die Beteiligten auch in einem weiteren Punkt: Jetzt fehle nur noch eine Bank zum Verweilen am sehr malerischen Federlochmühlenbach, wo sich der Radweg leicht durch die Topographie schlängelt.

Den Blick in Zukunft hatte auch Bürgermeister Goebel mit auf dem Gepäckträger: „Heute müssen wir noch von Lüdingen einen Schlenker über Hainhorst nach Wittorf fahren, aber irgendwann können wir hoffentlich direkt bis Wittorf durchfahren“, sagte er. Kaum war das Band zerschnitten und der Weg wieder frei, rollte Sekunden später auch schon die erste ganz offizielle Nutzerin, Katharina Hoops aus Lüdingen mit ihren Fahrrad über die kleine Brücke in Richtung Kirchwalsede.

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