Windpark-Betreiber Innogy informiert über Erweiterung

Kein Schatten über Brockel

Der Windpark bei Brockel: Demnächst sollen weitere Anlagen dazu kommen. Fotos: Henning Leeske
 ©

Brockel. Der bisherige Windpark mit 16 Anlagen zwischen Bartelsdorf und Brockel wird um fünf Windräder mit einer Höhe von insgesamt 230 Metern erweitert. Der Schwerpunkt des Ausbaus liegt mit vier Windrädern in der Gemarkung Brockel – und deswegen hatte die Gemeinde für vergangenen Dienstag zu einer Informationsveranstaltung in Brockel eingeladen. Christopher Schramm und Dirk Beckmann vom Betreiber Innogy stellten die Pläne den anwesenden Bürgern vor, die einige detaillierte Nachfragen zum Ausbau des Windparks hatten.

So wollten die Einwohner wissen, ob bei den bestehenden Windenergieanlagen festgestellt wurde, wie viele Vögel dem Betrieb zum Opfer fielen und welche Arten in dem Gebiet der Erweiterung heimisch sind beziehungsweise brüten. Auch das Thema des Schattenwurfes sprachen die Teilnehmer der Veranstaltung an. Alle neuen Windräder seien nördlich von Brockel geplant, so die Antwort des Betreibers. Daher sei der Schattenwurf entsprechend dem Sonnenlauf für die Ortschaft kein Problem. Zu der Frage der Vögel erläuterte Schramm, dass fachkundige Ornithologen ein umfangreiches Gutachten erstellt hätten. Das sei in weiteren Stellungnahmen berücksichtigt. „Wir standen im engen Austausch mit den Behörden, darunter die untere Naturschutzbehörde des Landkreises, und haben den Flächenzuschnitt der Stellungnahme angepasst“, erläuterte Schramm. So seien die Anlagen alle versetzt worden, um den Einfluss auf die Vogelwelt zu minimieren.

Der Abstand der neuen Windräder beträgt 1.000 Meter zu der nächsten Siedlung in Brockel. Gemäß dem neuen Raumordnungsprogramm des Landkreises Rotenburg ist dies der Mindestabstand zu zusammenhängenden Wohngebieten. Die bisherigen Anlagen sind alle weiter entfernt von den Siedlungen und haben jeweils eine Höhe von 150 Metern.

Durch den zunehmenden Kostendruck in der Windenergiebranche müssten die Windräder immer größer werden, da die Einspeisungsvergütung mit der EEG-Umlage immer niedriger pro Kilowattstunde werde. Jetzt werde in Auktionen die EEG-Umlage der Betreiber festgelegt und die Investoren hätten keine feste Kalkulationsgröße mehr zur Verfügung, jedoch rechne Innogy, die zum RWE-Konzern gehört, mit fünf bis sechs Cent pro Kilowattstunde Windstrom, erläuterte Beckmann.

Was den Kostendruck ebenfalls für Innogy mindere, sei die Tatsache, dass in Brockel bereits die notwendige Infrastruktur mit Zuwegung und Netzanschluss vorhanden sei.

Dazu komme die Grundstückeigentümergemeinschaft, nach deren Vorstellung ein Teil der Anlagen als Bürgerwindräder finanziert werden solle – an denen sich dann die Einwohner von Brockel, Wensebrock, Bartelsdorf und Westervesede beteiligen können. Einige Bürger erkundigten sich entsprechend nach den genauen Bedingungen.

Denn in einer komplexen gesellschaftsrechtlichen Konstruktion können die Interessenten entweder als stille Teilhaber einer KG oder als Inhaber eines speziell aufgelegten Wertpapieres eines regionalen Geldinstitutes in den Bürgerwindpark investieren. Vorgesehen sei, ein oder zwei Anlagen mit einem jeweiligen Volumen von sechs Millionen Euro in den Bürgerwindpark zu integrieren, wobei die Bürger nur einen Teil des Gesamtkapitals aufbringen werden. „Ganz einfach wird es mit der Gewerbesteuer der neuen Anlagen, da die Grundstückeigentümergemeinschaft darauf besteht, eine lokale Projektgesellschaft zu gründen“, so Marco Bruns als Vertreter der Grundeigentümer, die dem Bürgerwindpark übrigens bessere Pachtkonditionen geben werden, als dem Energiekonzern.

Die Fertigstellung der laut Hersteller Senvion leiseren Anlagen als die bestehenden Windräder von Enercon wurde mit Ende 2019 oder Anfang 2020 vom Innogy Planer Schramm avisiert.

- Anzeige -

Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung und -bindung: So funktioniert zukunftsfähiges Recruiting

21.10.2018

Rassegeflügelschau Bötersen

16.10.2018

Erntefest Jeersdorf

16.10.2018

Erntefest Wohlsdorf