Volker Meyer referiert über Nitratwerte im Grundwasser

„In schlechtem Zustand“

Volker Meyer. Foto: Tobias Woelki
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Bothel (woe). Die Europäische Union mahnt die Bundesregierung bereits: „Die Europäische Union hat festgestellt, dass die Grundwasserkörper in Deutschland in einem schlechten Zustand sind – aufgrund hoher Nitrat-Werte“, berichtete Volker Meyer, Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Rotenburg, auf dem jüngsten Treffen des Seniorenbeirates der Samtgemeinde Bothel. Der Wasserexperte informierte über die Qualität des Wassers.

„Bei dieser Studie nach der neuen Düngeverordnung im Vergleich der Bundesländer ragt dabei besonders Niedersachsen hervor. Und in Niedersachsen fallen besonders mit hohen Nitrat-Belastungen sieben Landkreise wegen der hohen Viehdichte und der hohen Zahl Biogasanlagen auf, darunter auch der Landkreis Rotenburg“, betonte Meyer. Die Landkreise Heidekreis, Rotenburg, Diepholz, Cloppenburg, Vechta, Grafschaft Bentheim, Oldenburg, Ammerland und Leer habe das Land zu einem Runden Tisch eingeladen, der zuletzt im November 2017 getagt hatte – seitdem nicht wieder. „Ich meine, es ist wieder Zeit, dass dieser Runde Tisch zusammenkommt. Sollten sich die Nitrat-Werte in den betroffenen Landkreisen nicht bessern, müssen das Land und der Bund geeignete Maßnahmen ergreifen“, so Meyer. Er unterstrich: „Ich informiere nur. Die Politik sollte das Thema ernst nehmen, damit Verbesserungen eintreten. Passiert nichts, kann die Europäische Union ein Zwangsgeld von 861.000 Euro pro Tag verhängen.“

Dänemark, Niederlande und Frankreich haben bereits reagiert: „Die Niederlande hat den Viehbestand reduziert, Frankreich die Ausbringflächen vergrößert“, schilderte Meyer. Zum Schutz des Trinkwassers investiert der Verband hohe Summen und hat Brunnen gebohrt. „Unser Trinkwasser aus der Rotenburger Rinne ist so gut, dass wir das Wasser nur durch Sandfilter laufen lassen. Aber wir müssen gegenüber dem Kreistag die Qualität nachweisen“, erläuterte Meyer. So erkennen die Systeme des Wasserwerks Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge. „Wir kontrollieren regelmäßig und ziehen Bodenproben. Bei auffälligen Werten melden wir unsere Beobachtungen dem Landkreis, der auch tätig wird und Ordnungsstrafen verhängt“, so Meyer.

Verkürzte Einarbeitungszeiträume von Gülle auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie neue Ausbringtechnik wie Schleppschlauch und Schlitztechnik hätten zu Verbesserungen geführt, so Meyer, sagte aber auch: „In der Gemeinde Bothel ähnlich wie im Bereich Abbendorf und Jeersdorf existiert eine erhöhte Nitrat-Belastung.“ Meyer merkte an: „Die Landwirte nehmen das Thema ernst und arbeiten mit uns zusammen. Schwarze Schafe gibt es aber immer.“

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