Verkehrsbehörde lehnt Vorschläge aus Hemsbünde ab

Gatter bleibt ein Wunsch

Der von Michael Kluge (Mitte) hergestellte Prototyp eines Schrägbalkens darf noch nicht neben die Straße. Auch Manfred Struck und Ratsfrau Carolin Muschter hatten auf eine positive Entscheidung gehofft. Foto: Henning Leeske
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Hemsbünde (hl). Bei der Verkehrsschau hatten sich kürzlich die Hemsbünder Kommunalpolitiker auf zwei wichtige Anliegen konzentriert und darüber hinaus in mehreren Sitzungen Verkehrsbarken oder Schräggatter als verkehrsberuhigende Maßnahmen an diversen Ortseinfahrten erarbeitet. Nun musste Bürgermeister Manfred Struck (SPD) in der Gemeinderatssitzung verkünden, dass keine dieser Maßnahmen in absehbarer Zeit realisiert wird.

„Die zuständige Behörde des Landkreises sollte eigentlich den Gemeinden dienlich und nicht als eine Art Verhinderungsbehörde tätig sein“, machte Struck seinem Ärger in der Sitzung Luft und griff die zuständige Behörde damit direkt an, da eben alle Bemühungen für mehr Verkehrssicherheit vom Tisch gewischt worden waren. So war es, auf mehrfachen Wunsch der Anlieger, eine Idee der Ratsmitglieder gewesen, für mehr Sicherheit beim Queren der Hauptstraße in Hemsbünde bei der Kreuzung Mühlenweg mit einem einfachen Verkehrsspiegel zu sorgen. Dort könne jeder Fußgänger sehen, wenn wieder mal ein Auto mit großer Geschwindigkeit in den Ort fährt und lieber erst einmal am Bürgersteig warten. „Ein Spiegel wurde einfach abgelehnt“, sagte der Wegeausschussvorsitzende Michael Klug (SPD). Die Begründung seitens der Behörde sei unter anderem gewesen, das so ein Spiegel zu wartungsintensiv sei, weil dieser oft verstellt werde oder zu schnell verschmutzt sei.

Deswegen hatten die Vertreter des Landkreises eine Lösung parat, die die Ratsleute nur so staunen ließen: „Es sollte ein 60 Meter langer Bürgersteig bis zur Wiedau gebaut werden, um dort eine sichere Querungshilfe zu installieren“, berichtete Struck. „Es soll richtig Geld in die Hand genommen werden, wie in der Tempo-30-Zone mit Verschwenkungen in Wensebrock“, so der verärgerte Bürgermeister.

Noch mehr in Wallung kamen die Kommunalpolitiker bei der Ablehnung des zweiten Vorhabens in Hastedt. Dort hatten sie vorgeschlagen, die Kreisstraße mit einer durchgezogene statt einer gestrichelten Linie zu markieren, um die gefährlichen Überholvorgänge im Kurvenbereich zu unterbinden. „Ein Argument der Behörde war: Da ist noch nie etwas passiert“, war Struck erschüttert von der Aussage der Behördenvertreter. Andere verkehrsrechtliche Gründe empfanden die Hemsbünder ebenfalls als nicht nachvollziehbar, weil hier früher sogar eine massive Geschwindigkeitsreduzierung gewesen sei. Mit Schräggattern wollte die Gemeinde an den Einfahrten gleich mehrerer Ortschaften anhand des optischen Eindrucks für eine Reduzierung des Tempos bei den Fahrern sorgen. Dieses Mal kam die schlechte Nachricht aus Hannover von der Landesverkehrsbehörde. „Der Landkreis hat dabei die Verantwortung einfach auf die Landesbehörde geschoben“, so Struck. Ein Grund sei gewesen, dass der Grünstreifen nicht mit Hindernissen versehen werden soll. „In anderen Ländern ist das möglich, aber warum nicht in Niedersachsen?“, fragte Struck. In Schleswig-Holstein gibt es schon mehrere Dörfer mit diesen Gattern, die mit der Lösung sehr zufrieden sind. „Das hätte außer der Gemeinde Hemsbünde auch niemanden Geld gekostet, deswegen verstehe ich diese Ablehnung nicht. Da müssen wir jetzt nachdenken, wie wir weiter verfahren“, so Struck. Also bleiben die Schräggatter für die Ortseinfahren in Worth, Hastedt und Hemsbünde vorerst noch ein Wunsch und der Prototyp, den Michael Klug schon testweise gebaut hatte, muss wieder in der Garage verstaut werden.

Als nächstes Vorhaben will die Gemeinde eine Tempo-30-Zone vor der Krippe in Hemsbünde einrichten und plant dazu einen Ortstermin mit allen Beteiligten.

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