TuS Kirchwalsede und FC Walsede feiern Jubiläum - Von Sünje Loës

Blick auf 100 Jahre

Jörn Leiding vom Kreissportbund Rotenburg gratulierte dem Vorsitzenden des TuS Kirchwalsede, Joachim Schoft. Foto: Sünje Lou00ebs
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Kirchwalsede. Das Jahr 1919 war ein besonderes für den Sport in Deutschland, wie man an den zahlreichen 100-Jahr-Feierlichkeiten derzeit erkennen kann – darunter ist auch der TuS Kirchwalsede. Und nicht nur das: Zeitgleich feierte zudem der FC Walsede sein 20-jähriges Bestehen.

Wie es zu der Gründung des TuS kam und wie der FC mit der Vereinsgeschichte zusammenhängt, darüber berichtete bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Samstag in einem kurzen Überblick Joachim Schoft. Dabei erfuhren die Gäste auch, dass die Geschichte des TuS im Grunde noch weiter zurückreicht – bis auf eine Turngruppe, die sich schon vor dem ersten Weltkrieg zusammengefunden hatte, ganz im Sinne von Turnvater Jahn. Doch zur eigentlichen Vereinsgründung sei es erst im Zuge der Aussetzung der Wehrpflicht nach dem ersten Weltkrieg gekommen, so Schoft. „Ziel war es die Jugend fit und wehrfähig zu halten ohne die Auflagen des Versailler Vertrages zu brechen“, erinnerte er. Folglich stand gerade zu Beginn Turnen und Leichtathletik im Vordergrund.

Die gemeinschaftsstiftende Wirkung des Sports geriet erst nach dem zweiten Weltkrieg in den Fokus. Nach den Schrecken und der Niederlage wurde Mannschaftssport immer wichtiger, in Kirchwalsede war das Feldhandball. Schnell wuchs der Verein, doch auch Sport unterliegt den Schwankungen der Mode, „und so wurde irgendwann eine Neuausrichtung des Vereines unausweichlich“, berichtete Schoft. Das war die Geburtsstunde des Fußballs in Kirchwalsede: 1999 schließlich wurde der Fußball aus dem TuS ausgegliedert, und der FC Walsede war geboren, der heute nicht nur eine große Jugendabteilung führt, sondern auch Fußball ermöglicht „solange die Knochen mitmachen“, wie Rüdiger Dittmer, Vorstand des FC, erklärte. Dittmer war es auch, der deutlich machte, dass selbst nach hundert Jahren noch viel zu tun ist, um den Sport in Kirchwalsede weiter zu entwickeln und attraktiv zu halten. „Insbesondere die Errichtung eines Vereinshauses mit eigenen Umkleidekabinen ist ein absolutes Muss, es kann nicht sein, dass die Sportler sich im Keller der Schule umziehen müssten oder nach einem Spiel keine Chance mehr besteht, sich mal auf ein Bier zusammen zusetzen“, kritisierte er. Veranstaltungen, wie die 100-Jahr-Feier müssten in Wohnzimmern geplant werden, und ein eigener Raum für so etwas wie die extra zum Jubiläum zusammen gestellte Ausstellung gäbe es gar nicht. Die Feierlichkeiten in diesem Jahr fanden im eigens dafür gemieteten Schützenhaus statt, in Ermangelung eigener Räumlichkeiten. Die anwesenden Politiker sprach der Vorstand des FC Walsede direkt an und forderte sie auf, die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit mehr zu unterstützen und ihnen nicht noch zusätzlich Steine in den Weg zu legen. Während Hermann Luttmann (CDU) betonte, dass Sportvereine ebenso wie alle anderen mit der Zeit gehen müssten, um aktuell zu bleiben, verwies Bürgermeisterin Ursula Hoppe darauf, dass Vereinsarbeit von Eigenleistung leben würde und die Politik nicht viel mehr als Schützenhilfe leisten könne. Alle Beteiligten betonten jedoch ihre Gesprächsbereitschaft, um Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden.

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